Medizinstudium national oder international – so unterschiedlich sind die Strukturen

Humanmedizin ist das mit Abstand beliebteste Studienfach an den deutschen Universitäten und die Nachfrage übersteigt regelmäßig das Angebot an Studienplätzen. Diese Situation ist mit einer der Gründe, warum sich viele angehende Mediziner für ein Studium im Ausland entscheiden. Besonders beliebte Ziele sind dabei Ungarn und . Mehr als 8000 Studenten der Medizin schreiben sich an Universitäten im Ausland ein, dies sind rund acht Prozent aller deutschen Medizinstudenten.

Ein teures Studium

Medizin ist ein langer und vor allem anspruchsvoller Studiengang. Laut einer Statistik entschließen sich pro Jahr 2500 Studenten, nach Österreich zu gehen, gut 2000 wollen nach Ungarn. Neben diesen beiden Ländern sind bei den zukünftigen Ärzten noch Litauen, Polen, die Niederlande und die beliebt. Andere entscheiden sich hingegen für ein Medizinstudium in Bratislava in der Slowakei oder im benachbarten Tschechien. Die Strukturen an den dortigen Hochschulen ähneln denen in , der Unterschied liegt allerdings im Preis. Die Kosten reichen von relativ günstigen 2300 Euro in Ungarn, der Slowakei und Tschechien, bis zu 27.000 Euro pro Studienjahr in der Schweiz. Dies sind nur die reinen Studienkosten, dazu kommen noch die Kosten für Unterkunft, Verpflegung, und was Studenten sonst noch benötigen.

Gut rechnen

Studenten, die keine reichen haben, müssen sich etwas einfallen lassen, um sich den Traum vom Medizinstudium doch noch erfüllen zu können. Das Studium dauert in der Regel sechs , bei hohen Studienkosten summiert sich das Ganze auf 150.000 Euro. Wer im Ausland studieren möchte, sollte im Vorfeld sehr genau rechnen, wie viel Geld für die Regelstudienzeit gebraucht wird. Hilfreich ist es auch, sich über die Mieten und die Lebenshaltungskosten zu informieren. Gehört zur Universität vielleicht noch ein Wohnheim? Was kostet dort ein Zimmer? Diese Fragen müssen ebenfalls beantwortet werden. Wichtig ist es zudem, sich über die kundig zu machen, in der gelehrt wird.

Vielfach in Englisch

Bei den meisten internationalen Studiengängen, vor allem in Südosteuropa, wird in den Hörsälen Englisch gesprochen. Ungarn und Kroatien stehen auch deshalb auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben, weil in den dortigen Hochschulen in deutscher Sprache unterrichtet wird. Nach dem Studium beginnt die klinische in einem Krankenhaus. In der Regel werden hier Sprachkenntnisse in der Landessprache benötigt. Doch keine Sorge, die Professoren an Universitäten und Krankenhäusern bemühen sich darum, für Studierende, die Englisch oder Deutsch sprechen, Patienten zu finden, die ebenfalls diese Sprachen beherrschen. Falls es dennoch vorkommt, dass ein Patient kein Deutsch oder Englisch spricht, werden die Professoren und für dich übersetzen. Kostspielig ist außerdem der Aufnahmetest für die Zulassung des begehrten Studienplatzes. Die Anwärter müssen zum einen nachweisen können, dass sie sehr gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern haben. Ferner verlangen manche Universitäten entsprechende Kenntnisse in der englischen Sprache. Wer in einem Land studieren möchte, was nicht zur EU gehört, braucht einen individuellen Abschluss, um später als Ärztin oder in Deutschland praktizieren zu können.

Fazit

Ebenso wie Medizinstudenten aus dem Ausland sich an deutschen Hochschulen einschreiben können, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen, können deutsche Studenten auch an eine internationale Universität gehen. In den Ländern der EU gelten die gleichen Regeln beim Auswahlverfahren und bei der Zulassung, sowohl für einheimische Studenten als auch für Bewerber aus Deutschland. In vielen Ländern wird aber in der jeweiligen Landessprache unterrichtet und man setzt bei Studenten aus Deutschland entsprechend gute Sprachkenntnisse voraus. Nur bei einigen Medizinstudiengängen im sogenannten Bachelor-Mastermodell gibt es noch Master-Studiengänge, die in englischer Sprache abgehalten werden.

Medizinstudium national oder international – so unterschiedlich sind die Strukturen

Ulrike Dietz

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