Wie gefährlich ist eine virale Meningitis?

Wie gefährlich ist eine virale Meningitis?

Das Gehirn und auch das Rückenmark müssen besonders geschützt werden und für diesen Schutz gibt es die sogenannten Meningen, Hirn- und Rückenmarkhäute, die das empfindliche Bindegewebe wie eine schützende Hülle umgeben. Wenn es zu einer Entzündung dieser Häute kommt, dann spricht der Arzt von einer Meningitis und wenn das Gehirn ebenfalls betroffen ist, dann spricht man von einer sogenannten Meningoenzephalitis. Bei einer viralen Meningitis, also einer Gehirnhautentzündung, die durch Viren ausgelöst wird, handelt es sich um eine lebensbedrohliche Krankheit, die zum Tod führt, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

Was löst eine virale Meningitis aus?

In den meisten Fällen wird eine Gehirnhautentzündung entweder von Viren oder von Bakterien ausgelöst, selten sind es Pilze oder Parasiten, die für die Erkrankung verantwortlich sind. Wie bei einer Erkältung, so werden auch die Viren und Bakterien durch eine Tropfeninfektion übertragen, das heißt, es reicht schon aus, angehustet oder angeniest zu werden, um sich anzustecken. Viele Menschen tragen die Erreger sogar in sich, ohne selbst an einer Meningitis zu erkranken. Mögliche Erreger sind Meningokokken oder Pneumokokken, die im Rahmen einer Tuberkulose wie auch bei einer Syphilis auftreten können. Eher selten steht eine virale Meningitis mit einer Verletzung wie zum Beispiel einem Schädelbruch im Zusammenhang, eine Entzündung der Nasennebenhöhlen oder eine Mittelohrentzündung sind bei einer Meningitis eher selten die Auslöser.

Welche Symptome treten auf?

Bei einer viralen Meningitis gibt es einige der sogenannten Kardinalsymptome. Dazu gehören hohes Fieber, das bis zu 40° Grad erreichen kann, starke Kopfschmerzen und eine Versteifung des Nackens. Bewegungen des Kopfes, wie zum Beispiel den Kopf auf die Brust legen, sind nur unter großen Schmerzen oder überhaupt nicht mehr möglich. Die Patienten fühlen sich abgeschlagen, sie sind sehr müde und reagieren empfindlich auf Licht und Lärm. Auch Übelkeit und Erbrechen sind als Symptome möglich. Geht die Krankheit in ein fortgeschrittenes Stadium, dann sind die Betroffenen stark benommen und wenn das Gehirn angegriffen ist, dann kann es auch zu epileptischen Anfällen und schließlich zum Koma führen. Bei Kindern, die an einer viralen Meningitis erkranken, sind die Symptome weniger stark ausgeprägt, sie klagen häufig über Bauchschmerzen und bekommen Durchfall, eher selten kommt es zu Krampfanfällen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Wenn es den Verdacht gibt, dass es sich um eine virale Meningitis handeln könnte, dann wird als erste Diagnosemaßnahme eine Lumbalpunktion durchgeführt. Der Arzt sticht dabei mit einer speziellen Punktionsnadel zwischen dem dritten und dem fünften Lendenwirbel und entnimmt dann eine Probe der Flüssigkeit, die das Gehirn und das Rückenmark umspült. Im Labor wird dieses sogenannte Liquor dann auf Krankheitserreger untersucht. Dem Patienten wird zudem noch Blut abgenommen und auch eine Untersuchung im CT oder MRT bringt Klarheit, ob es sich tatsächlich um eine Gehirnhautentzündung handelt.

Welche Behandlung kommt infrage?

Gegen eine virale Meningitis gibt es nur ein effektives Mittel und zwar Antibiotika. Nicht nur die Erkrankten werden mit Antibiotika behandelt, auch die Familienangehörigen müssen das Mittel vorsorglich einnehmen. Wenn es sich um die virale Variante handelt, dann gibt es zusätzlich noch eine antivirale Therapie, mit dem Ziel, das Virus auszuschalten. Wichtig ist es zudem, dass der Elektrolyt- und auch der Wasserhaushalt immer ausgeglichen ist, zudem bekommen die Patienten Medikamente gegen die Schmerzen und das Fieber. Bei einer Gehirnhautentzündung zählt jede Minute, denn je eher ein Patient behandelt wird, umso größer sind seine Chancen, wieder vollständig gesund zu werden.

Eine gefährliche Krankheit

Eine Meningitis ist in jedem Fall eine gefährliche Krankheit, denn wenn sie nicht rechtzeitig und richtig behandelt wird, dann endet sie in den allermeisten Fällen tödlich, selbst bei einer bestmöglichen Behandlung sterben heute noch fünf bis 15 % der Patienten. Die Gefahr lauert in der schnellen Entwicklung der Krankheit, aber wenn die ersten, sehr kritischen Tage überstanden sind, dann sind die Chancen für eine Heilung gut. Wenn der Arzt eine virale Meningitis diagnostiziert, dann verläuft der Heilungsprozess länger, dafür ist der Verlauf aber gutartiger als das bei einer bakteriellen Meningitis der Fall ist. Sehr wichtig ist es nach wie vor, die Symptome wie das hohe Fieber, die Kopfschmerzen und vor allem auch den versteiften Nacken schnell richtig zu deuten, denn nur wenn die Krankheit erkannt wird, kann sie auch schnell behandelt werden.

Bei bestimmten Erregern, zum Beispiel, wie sie von einer Zecke übertragen werden, kann eine entsprechende Impfung eine vorbeugende Wirkung haben.

Bild: © Depositphotos.com / Zerbor

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

1 Kommentar

  1. Avatar
    Gabby

    Ein leider sehr wichtiges Thema! Ich würde gern noch etwas ergänzen: Besonders Säuglinge und Kinder unter einem Jahr sind gefährdet, an Meningitis zu erkranken. Ihr Immunsystem ist noch dabei, sich auszubilden. Dadurch kommt es bei einer Erkrankung zu schwerwiegenden Verläufen. Innerhalb kurzer Zeit kann die Krankheit lebensbedrohlich werden.
    Im Allgemeinen kommt es bei zwei von 10 Erkrankungsfällen zu Komplikationen wie Lähmungen. Was ebenfalls noch fehlt, ist der Hinweis, dass eine bakterielle Meningitis häufig kritischer zu sehen ist als eine virale. Bei Verdacht auf Hirnhautentzündung ist der schnelle Gang zum Arzt das Beste.

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