Wann ist es sinnvoll, die Galle entfernen zu lassen?

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Wenn der Arzt seinem Patienten dazu rät, eine Cholezystektomie durchführen zu lassen, dann meint er damit, dass der Patient sich die entfernen lassen soll. Die Galle entfernen ist aber die falsche Formulierung, denn das, was da operativ entfernt wird, ist die Gallenblase, umgangssprachlich ist es aber die Galle. Diese Operation ist immer dann notwendig, wenn die Gallenblase entzündet ist oder wenn sich Gallensteine nicht mehr mit den herkömmlichen Methoden behandeln lassen. Patienten, die sich die Galle entfernen lassen wollen, können das mit zwei OP-Methoden, entweder minimal-invasiv oder offen-chirurgisch.

Wie funktioniert die Gallenblase?

Die Gallenblase sieht aus wie eine Birne, sie ist innen hohl und hat ihren Platz im rechten oberen Bauch direkt unter der . Die Aufgaben der Galle sind klar definiert, sie sorgt für die Speicherung und die Eindickung des Gallensafts, der von der Leber hergestellt wird. Je nachdem, wie dehnbar die Gallenblase ist, kann sie zwischen 40 und 200 ml Flüssigkeit fassen und sie gibt diese Flüssigkeit während des Verdauungsprozesses an den Dünndarm ab. Damit ist die Gallenblase unverzichtbar für die Aufnahme und die Verarbeitung von Fetten, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Wenn sich die Gallenblase aber entzündet, dann bilden sich Steine, die für sorgen können und die unter Umständen entfernt werden müssen.

Wann muss die Gallenblase entfernt werden?

Wer eine chronisch entzündete Gallenblase hat, der sollte die Galle entfernen lassen, denn nur so kann dieses schmerzhafte Leiden dauerhaft behoben werden. Auch wenn sich bei einem Patienten sehr große Gallensteine gebildet haben, dann ist es ratsam, die Galle entfernen zu lassen, ebenso wenn sich zwischen den Gallenwegen und dem Magen-Darm-Trakt Fisteln gebildet haben. Tumorerkrankungen der Gallenblase oder des Gallengangs machen eine Entfernung der Gallenblase erforderlich und auch wenn die Galle bei einem Unfall deformiert wurde, dann wird sich der Arzt für eine Cholezystektomie entscheiden.

Nach der konventionellen Methode die Galle entfernen

Wenn die Galle nach der konventionellen Methode entfernt wird, dann öffnet der Chirurg mit einem Schnitt unter den rechten Rippen den Bauchraum, er bindet die versorgende Arterie sowie den abzweigenden Gallengang ab, durchtrennt sie dann und entfernt schließlich die Gallenblase. Eine Wunddrainage ist bei der Form der Gallenblasenentfernung nicht notwendig, denn vor dem Eingriff bekommt der Patient ein , um eine Infektion zu vermeiden. Die Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt und die Patienten können meist nach drei bis fünf Tagen das wieder verlassen.

Die laparoskopische Methode

Während die OP im offenen Bauchraum nur in Ausnahmefällen durchgeführt wird, ist die laparoskopische Methode ein Standardeingriff. Bei dieser Methode wird die Gallenblase mithilfe der sogenannten „Schlüssellochchirurgie“ entfernt. In die Bauchdecke werden drei kleine Schnitte gemacht, durch die drei meist sehr lange Instrumente sowie eine Kamera in den Bauchraum eingeführt werden. Die Instrumente steuert der Chirurg von außen und die Kamera überträgt die Bilder auf einen Monitor. Um ein genaues Bild zu bekommen und damit die Ärzte mehr Bewegungsfreiheit haben, wird der Bauch vor dem Eingriff mit Kohlendioxid gefüllt. Die Gallenblase wird unter Sichtkontrolle entfernt und durch einen weiteren Schnitt aus dem Bauchraum entfernt. Der große Vorteil der minimal-invasiven Methode besteht darin, dass der Patient nach dem Eingriff kaum Schmerzen verspürt und auch die kleinere Narbe spricht für diese Behandlungsmethode.

Welche Risiken gibt es?

Die Entfernung der Gallenblase ist ein sicheres Verfahren, aber wie bei jedem anderen operativen Eingriff, sind Risiken nicht ganz ausgeschlossen. So kann es zu Blutungen, zu Infektionen oder zu Verletzungen der umliegenden Organe kommen, was allerdings sehr selten der Fall ist. Die Gefahr an einer Entfernung der Gallenblase zu sterben, ist mehr als gering, die Quote für einen tödlichen Ausgang der OP liegt bei 0,1 % aller Fälle.

Bild: © Depositphotos.com / blueringmedia

Ulrike Dietz