Teenager und Alkohol – wie Eltern ihren Kindern helfen können

Teenager und Alkohol – wie Eltern ihren Kindern helfen können

An den Wochenenden füllen sich die Notaufnahmen der Krankenhäuser, denn immer mehr Kinder und Jugendliche werden dort mit einem Vollrausch eingeliefert. Die meisten Patienten sind zwischen 15 und 17 Jahre alt, aber auch 12-jährige, die noch keine Erfahrung mit Alkohol haben, müssen ärztlich behandelt werden. „Komasaufen“ nennen die Jugendlichen das, und immer mehr Eltern fragen sich, wie können wir unseren Kindern helfen? Teenager und Alkohol ist ein leidvolles Thema, aber es liegt an den Eltern, den Kindern den richtigen Umgang mit Hochprozentigem beizubringen.

An der Realität vorbei

Alkohol ist eine legale Droge, die jeder in jedem Laden ohne Probleme kaufen kann. Zwar gibt es das Jugendschutzgesetz, in dem genau festgehalten ist, ab wann Jugendliche welche Form von Alkohol trinken dürfen, aber in der Realität spielt das Gesetz kaum eine Rolle. Teenager und Alkohol – das ist für die Eltern ein heikles Thema, denn in den meisten Familien ist der Konsum von Alkohol Normalität. In Deutschland machen die meisten Kinder mit 13 Jahren erste Erfahrungen mit Alkohol, und zwar innerhalb der Familie, aber auch im Freundeskreis oder auf Klassenfahrt kommen viele Kinder zum ersten Mal mit Alkohol in Kontakt. Mädchen trinken früher und meist auch mehr Alkohol als Jungen. Wenn Eltern feststellen, dass ihre Kinder trinken, dann wird das Problem gerne ausgeklammert oder noch schlimmer, es wird einfach ignoriert.

Teenager und Alkohol – Verbote helfen nicht

Wie sollen die Teenager wissen, wie sie mit Alkohol umgehen sollen, wenn es ihnen keiner zeigt, fragen Experten, die sich intensiv mit dem Thema Teenager und Alkohol beschäftigt haben. Tabus und Verbote sind nicht der richtige Weg, denn jeder weiß, dass das, was verboten ist, besonders viel Spaß macht. Die meisten Jugendlichen trinken, um sich mit gleichaltrigen Freunden zu messen, oder sie wollen ihre Grenzen ausloten und betrinken sich absichtlich, nicht selten bis zur Bewusstlosigkeit. Den größten Fehler, den Eltern in dieser Situation machen können, ist, mit dem Nachwuchs zu schimpfen und ihnen den Umgang mit Freunden oder Klassenkameraden zu verbieten. Damit wird genau das Gegenteil erreicht, denn für viele Teenager heißt es dann: Jetzt erst recht.

Kann man vernünftiges Trinken üben?

Ein Glas Wein am Abend, ein Bier zum Essen oder ein Gläschen Sekt zum Anstoßen – Teenager und Alkohol werden im Alltag oft miteinander konfrontiert und nicht alle Jugendlichen belassen es dabei. Das Glas Sekt, ein halbes Glas Rotwein oder ein Alsterwasser dürfen schon Kinder unter 16 Jahren nach dem Jugendschutzgesetz trinken. Eltern sollten ihren Kindern aber immer klar machen, dass es einen besonderen Anlass gibt, um ein Glas Alkohol zu trinken, denn so lernen Kinder und Jugendliche, dass Alkohol nicht zum Alltag gehört und dass die Menge begrenzt sein sollte. Eltern sollten, was das Thema Jugendliche und Alkohol angeht, aber auch ein gutes Vorbild sein und sich ebenfalls an einen moderaten Konsum halten.

Die Kinder aufklären

Wenn Eltern verhindern wollen, dass Teenager und Alkohol zusammenkommen, dann sollten sie ihre Kinder auch über die Folgen des übermäßigen Konsums aufklären. Leber- und Hirnschäden können die Folgen von exzessivem Alkoholkonsum sein, ein Teil der Aufklärungsgespräche sollte aber auch sein, dass Alkohol sehr schnell in die Sucht und ins soziale Abseits führen kann. Wenn die Kinder mal über die Stränge schlagen und betrunken nach Hause kommen, dann ist schimpfen keine gute Wahl. Ein ernstes Gespräch am Morgen, wenn sich der Kater bemerkbar macht, ist die bessere Idee und verfehlt seine Wirkung mit Sicherheit nicht.

Das Problem Teenager und Alkohol wird es immer geben, aber es liegt an den Eltern, ihre Kinder über den Genuss von Alkohol und die daraus resultierenden Folgen aufzuklären. Nur wer lernt, vernünftig mit Alkohol umzugehen, der wird nie Probleme damit haben.

Bild: © Depositphotos.com / pressmaster

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

1 Kommentar

  1. Avatar
    Anja

    „Keine Kurzen für die Kurzen!“ – was in Köln das Motto an Karneval war, sollten sich alle Eltern zu Herzen nehmen. Leider werden viele Kinder zum Alkohol hin „erzogen“ und können später keine Grenze ziehen. Suchtverhalten sollte man nicht schon von klein auf programmieren, besser ist es, den Kindern hier ein gutes Beispiel zu sein Alkohol komplett zu vermeiden: Auch als „Geschmacksverstärker“ im Essen oder im Gebäck.

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