Ein Krankenkassencheck hilft Geld zu sparen

Ein Krankenkassencheck hilft Geld zu sparen

Viele Menschen sind seit Jahrzehnten bei der gleichen versichert. Bereits mit Beginn des Berufslebens wurden sie Mitglied bei der jeweiligen Krankenkasse und nicht selten bleiben sie es bis zur Rente. Dabei lohnt es sich durchaus, in regelmäßigen Abständen die Leistungen und Preise der einzelnen Krankenkassen miteinander zu vergleichen. Vielfach lässt sich durch einen solchen Vergleich viel Geld sparen, ohne dass die Leistungen schlechter werden.

Helfen kann dabei ein Vergleich mit Gesundheitssystemen und Krankenkassen in anderen europäischen Ländern, beispielsweise der Schweiz.

Zwei Systeme

In Deutschland gibt es, was die Krankenkassen angeht, zwei Systeme: die gesetzliche Krankenversicherung, die GKV und die private Krankenversicherung, kurz PKV. Beamte sind beispielsweise immer privat versichert, alle anderen Arbeitnehmer haben die Wahl, wie sie sich versichern wollen. Beide Systeme haben Vorteile, aber auch ihre Nachteile. Ein Beispiel ist, dass alle Mitglieder einer Familie in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind.

Entscheidet sich die Familie hingegen für die private Krankenversicherung, dann muss jeder separat versichert werden. Während die GKV sich auf pauschale Leistungen und eine standardisierte Deckung beschränkt, bietet die PKV eine große Auswahl an Services, Leistungen und Tarifoptionen. So kann jeder, der Mitglied einer privaten Krankenkasse ist, die bestmögliche Wahl für seine treffen.

Die Vorteile der PKV und der GKV

Wer sich für die private Krankenversicherung entscheidet, kann von vielen Vorteilen profitieren:

  • Ein großes Angebot an Leistungen.
  • Eine unabhängige Beratung.
  • Ein wichtiges Element bei der Vermögenssicherung.
  • Bevorzugte Behandlung beim Arzt, Behandlung in einer Privatklinik und die Kosten für den Zahnersatz werden übernommen.
  • Es können diverse zusätzliche Versicherungen abgeschlossen werden.

In Deutschland sind rund sieben Millionen Menschen privat krankenversichert, der überwiegende Teil ist aber Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse.

Zu den Vorteilen der GKV zählen:

  • Die ganze Familie ist versichert.
  • Viele verschiedene Bonusprogramme.
  • Zahlreiche Service Apps.
  • Zuschüsse bei kieferorthopädischen Behandlungen bei Jugendlichen.
  • Zuschuss zur Zahnreinigung.
  • Digitale Sprechstunden.

Wer sich privat krankenversichern will, sollte sich darüber im Klaren sein, dass ein späterer Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse sehr schwierig ist. Für Versicherte, die über 55 Jahre sind, ist ein Wechsel von der PKV in die GKV praktisch nicht mehr möglich.

Ein Zwei-Klassen-Modell

Das deutsche System der zwei verschiedenen Krankenkassen ist streng genommen ein Zwei-Klassen-Modell. Auf der einen Seite die jungen, gut verdienenden Leute, die die Vorzüge einer privaten Krankenversicherung genießen. Auf der anderen Seite Familien, die es sich finanziell gar nicht leisten können, sich privat zu versichern. Sie werden bei diesem System benachteiligt, warten länger auf einen Termin beim Facharzt oder auf eine .

Dazu kommt: Wer sich einmal für die private Variante der Krankenkasse entschieden hat, kann nur unter Schwierigkeiten wieder in die gesetzliche Versicherung wechseln. Altersarmut entsteht auch dann, wenn privat Versicherte im Rentenalter nicht mehr wechseln können und sie die teure private Versicherung weiter bezahlen müssen.

Ist die Schweiz ein Vorbild?

Die Krankenversicherung in der Schweiz ist mit dem System in Deutschland nicht zu vergleichen. Wie überall, so steigen auch in der Schweiz seit einigen Jahren die Beiträge für die Versicherung, aber wer z.B. unter krankenkassencheck.ch sich vorher informiert und vergleicht, kann sehr viel Geld sparen. Dabei spielt es keine Rolle, um welches der Versicherungsmodelle es sich handelt. Der Vergleich ist für das traditionelle Hausarztmodell interessant, ebenso wie für das Telmed-Modell und das HMO-Modell. In der Schweiz muss grundsätzlich jeder eine Pflichtversicherung abschließen, die alle grundlegenden medizinischen Leistungen abdeckt. Die Versicherung umfasst den Besuch beim Hausarzt, die Behandlung nach einem Unfall und auch die Mutterschaft.

Die zusätzliche Versicherung

Trotz der Grundversicherung müssen die Kosten für viele Leistungen, ganz gleich, ob im oder beim Arzt, vom Versicherten selbst getragen werden. Die Mehrzahl der Schweizer hat eine solche zusätzliche Versicherung, die zugleich die Kosten für alternative Heilmethoden übernimmt. So gibt es beispielsweise die ambulante Zusatzversicherung für die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen oder die Krankenhauszusatzversicherung für eine freie Arztwahl.

Anders als in Deutschland gibt es in der Schweiz keine Krankenversicherung für die ganze Familie, jedes Familienmitglied muss eine eigene Versicherung haben.

Die Versicherung für Zuwanderer und Grenzgänger

Eine Besonderheit im Krankenkassensystem der Schweiz stellen die Zuwanderer und die sogenannten Grenzgänger dar. Wer als Zuwanderer in die Alpenrepublik kommt, muss innerhalb von drei Monaten nach seiner Ankunft eine Krankenversicherung abschließen. Geschieht dies nicht, dann wird nach dem Ende der Frist automatisch eine Krankenkasse zugeteilt. Zudem muss entweder an kommunaler oder kantonaler Stelle ein Nachweis erbracht werden, dass eine Krankenversicherung abgeschlossen wurde.

Wer als Deutscher, Italiener, Franzose oder Österreicher ein Grenzgänger ist und zwischen der Schweiz und dem jeweiligen Land pendelt, kann wählen, in welchem Land er versichert sein möchte. Hier gilt ebenfalls die Frist von drei Monaten. Alle andere Europäer sowie Isländer und Norweger benötigen eine der Schweizer Krankenkassen.

Das Franchise-Modell in der Schweiz

Die Einwohner der Schweiz zahlen nicht nur den monatlichen Beitrag an die Krankenkasse. Sie müssen sich zudem im Krankheitsfall im Rahmen der sogenannten Franchise und des Selbsterhalts an den Kosten für den Arzt oder an anderen Behandlungskosten beteiligen. Die Franchise beginnt bei 300 Franken und kann bis zu 2500 Franken angesetzt werden. Grundsätzlich gilt: Je höher die Franchise ist, umso mehr können die Prämien für die Krankenkassen gesenkt werden.

Was ist für einen Vergleich wichtig?

Im Unterschied zu Deutschland gibt es in der Schweiz viele wichtige Faktoren, die in einem Preisvergleich notwendig sind. Der Anbieter spielt hierbei eine entscheidende Rolle, ebenso wie der Wohnort oder die Prämienregion. Die Franchise ist ein bedeutendes Element, genauso wie das Versicherungsmodell. Letztendlich sollte auch die Frage, ob es eine Unfalldeckung geben soll oder nicht, ein Kriterium für die Wahl der Versicherung sein.

Fazit

In der Schweiz gibt es mehr als 250.000 unterschiedliche Prämienvarianten und sie alle zu vergleichen, würde jeden zeitlichen Rahmen sprengen. Wie in Deutschland, so sollte auch in der Schweiz genau überlegt werden, was persönlich oder für die Familie wichtig ist und was Priorität hat. Wenn diese Fragen, auch im Hinblick auf die Zukunft geklärt sind, wird es einfacher, das richtige Krankenkassenmodell zu finden. Eins ist bei der Krankenversicherung im Nachbarland aber einfacher als in Deutschland, und zwar: Ein Wechsel der Krankenkasse ist ohne Probleme jederzeit möglich. Die jeweilige Krankenversicherung darf den Antrag für die schon obligatorische Krankenpflegeversicherung nicht ablehnen.

Bild: © Depositphotos.com / Zolak

Ulrike Dietz