Narkolepsie – eine neurologische Krankheit, die gefährlich werden kann

Narkolepsie – eine neurologische Krankheit, die gefährlich werden kann

Viele Menschen haben Probleme, am Abend in den Schlaf zu finden. Menschen, die unter Narkolepsie leiden, haben indes mit dem Gegenteil zu kämpfen. Die neurologische Krankheit, die auch unter dem Namen „Schlafsucht“ bekannt ist, macht sich bemerkbar, wenn die Betroffenen mitten am Tag einfach einnicken oder zusammensacken, etwa beim Essen oder während sie etwas sagen. Wer unter Narkolepsie leidet und mit Maschinen arbeiten muss, kann schnell in sehr gefährliche Situationen gelangen.

Was genau ist Narkolepsie?

Die „Schlummersucht“, wie die neurologische Krankheit im Volksmund auch genannt wird, ist für die Betroffenen eine schwere Belastung.

Die Medizin unterscheidet die Narkolepsie in drei unterschiedlichen Formen:

  1. Die sekundäre Narkolepsie, die durch eine Verletzung des Hirnstamms oder des Hypothalamus entsteht. Eine zu geringe Durchblutung oder ein Tumor können die neurologische Krankheit auslösen.
  2. Die Narkolepsie mit einer Erschlaffung der Muskeln, die als Erkrankung mit einer Kataplexie einhergeht. Sie wird auch Narkolepsie Typ 1 genannt.
  3. Eine Narkolepsie ohne eine Kataplexie, also ohne eine Muskelerschlaffung, die Narkolepsie Typ 2.

Alle drei Krankheitsformen kommen selten vor und keine der Formen ist heilbar. Die Narkolepsie begleitet diejenigen, die darunter leiden, ihr Leben lang, aber lebensbedrohlich ist diese unangenehme Krankheit nicht. In sind geschätzt 40.000 Menschen davon betroffen, die ist allerdings sehr hoch. Ein Grund ist die schwierige Diagnose, denn es kann Jahre dauern, bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Welche Symptome hat die neurologische Krankheit?

Bei denjenigen, die unter Narkolepsie leiden, ist der Teil des Gehirns gestört, der für den Wach- und Schlafrhythmus zuständig ist. Die Betroffenen unvermittelt in allen möglichen Situationen einfach ein. Dies kann bei einem Gespräch mit dem Chef der Fall sein, aber auch bei einem Abendessen mit Freunden in einem Restaurant. Bei vielen kommt zu den plötzlichen Schlafattacken noch eine Kataplexie dazu, sie verlieren vollständig die Kontrolle über ihre Muskeln, die schlagartig erschlaffen. Die Betroffenen sacken buchstäblich in sich zusammen und das bei vollem Bewusstsein. Für Menschen, die nicht wissen, dass es sich um Narkolepsie handelt, entsteht schnell der Eindruck, dass ihr Gegenüber völlig betrunken ist. Daher hat das Umfeld in der Regel auch wenig Verständnis für die Menschen, die unter der Krankheit leiden.

Gibt es wirksame Medikamente?

Wie bereits erwähnt, ist Narkolepsie nicht heilbar, aber es gibt eine Therapie, mit der sich die Symptome verbessern lassen. Um eine Verbesserung zu erreichen, müssen die Betroffenen bestimmte einnehmen. Bei einer ausgeprägten Tagesschläfrigkeit wird der Arzt Stimulanzien wie das ADHS-Medikament Methylphenidat verschreiben. Bewährt haben sich zudem einige Medikamente, die bei Depressionen zum Einsatz kommen, wie etwa sogenannte Monoaminooxidase-Hemmer, kurz MAO-Hemmer genannt. Diese Mittel sind zwar nicht explizit gegen Narkolepsie zugelassen, sie kommen aber mit Erfolg zum Einsatz.

Fazit zur neurologischen Krankheit

Menschen, die unter Narkolepsie leiden, müssen sich in regelmäßigen Abständen von einem Arzt untersuchen lassen. Zugleich müssen sie auf Dauer Medikamente einnehmen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Trotzdem müssen sie jederzeit damit rechnen, dass sie einfach einnicken. Andere Symptome sind da schon unangenehmer. Alle, die unter einer Narkolepsie mit Kataplexie leiden, müssen neben einem plötzlichen Erschlaffen der Muskulatur noch mit sogenannten Schlaflähmungen und im schlimmsten Fall sogar mit Halluzinationen rechnen. Behandelt werden diese Fälle entweder mit hoch dosierten Antidepressiva oder mit Natriumoxybat.

Bild: © Depositphotos.com / Milkos

Ulrike Dietz