Divertikulitis – schmerzhafte Probleme mit dem Darm

Divertikulitis – schmerzhafte Probleme mit dem Darm

Im Darm sitzt die Gesundheit, sagt der Volksmund, umso schlimmer, wenn der Darm nicht mehr auf die Art funktioniert, wie er wirklich sollte. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich an der Darmwand Ausstülpungen bilden, die sogenannten Divertikel, die sich in der Folge auch noch entzünden. Von diesen unangenehmen Ausstülpungen sind in der Hauptsache ältere Menschen betroffen, die in den reichen Industrienationen leben. Geschätzt trifft es jeden vierten bis fünften Menschen in Europa, einmal im Leben, dass es zu einer Divertikulitis kommt.

Was genau ist eigentlich Divertikulitis?

Wenn es auf dem absteigenden Ast des Dickdarms besonders an der Stelle, wo der Darm eine S-förmige Biegung macht, zu Ausstülpungen oder Aussackungen kommt, nennt der Arzt das eine Divertikulose. Die einzelnen Ausstülpungen sind die Divertikel, die weder krankhaft sind, noch im Anfangsstadium für Schmerzen sorgen. Schmerzhaft ist eine Divertikulitis immer nur, wenn sich die Divertikel entzünden. Die Medizin unterschiedet drei unterschiedliche Stadien bei einer Divertikulitis:

  • Die akute unkomplizierte Divertikulitis

Die wird in 75 Prozent aller Fälle diagnostiziert. Sie kann sehr unangenehme Beschwerden verursachen, es gibt aber keine weiteren Komplikationen oder sogar Schäden an der Wand des Darms. In diesen Fällen reicht eine konservative Behandlung in der Regel aus, die Patienten müssen nicht unters Messer des Chirurgen.

  • Die akute komplizierte Divertikulitis

Kommt es zu einer akuten komplizierten Divertikulitis, dann entzünden sich die einzelnen Divertikel und es kommt zu Problemen. Es können sich Fisteln und Abszesse bilden, im schlimmsten Fall ist sogar ein Darmverschluss möglich oder in der Darmwand entsteht ein Loch. Hier ist eine Operation dringend notwendig, um gesundheitliche Folgeschäden zu vermeiden.

  • Die chronisch-rezidivierende Divertikulitis

Menschen, die unter dieser Form der Darmerkrankung leiden, müssen damit rechnen, dass sich die Divertikel immer wieder entzünden. Bei der chronischen Form drohen schwere und dauerhafte Schäden an der Darmwand und die Patienten leiden immer wieder unter starken Schmerzen und Verstopfungen.

Die Entzündung kann sich des Weiteren auf das Umfeld der einzelnen Ausstülpungen ausdehnen oder auf größere Teile des Darms übergreifen. Während eine anfängliche Divertikulose noch ungefährlich ist, so kann sich daraus doch eine Divertikulitis bilden.

Welche Symptome gibt es?

Während eine Divertikulose oft lange Zeit unbemerkt bleibt, sieht das bei einer Divertikulitis anders aus. Typisch sind Schmerzen, die in Form von Koliken auftreten, die sich dumpf anfühlen und vor allem im linken Unterbauch zu spüren sind. Eher selten treten die Schmerzen in der rechten Bauchhälfte auf. Im Verlauf der Erkrankung bekommen die Betroffenen Fieber und sie haben massive Probleme mit der Verdauung. Oftmals wird eine Divertikulitis mit einer Blinddarmentzündung verwechselt und aufgrund dessen gerne als „Linksseiten-Appendizitis“ bezeichnet. In vielen Fällen kann der Arzt den entzündeten Bereich beim Abtasten als eine Art dicke Walze oder Rolle wahrnehmen, die Patienten empfinden dieses Abtasten als schmerzhaft und sehr unangenehm. Auch Schmerzen beim Stuhlgang sind klassische Symptome bei einer Divertikulitis, ebenso wie Blähungen, wasserartiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und auch Blut im Stuhl. Greift die Darmerkrankung auf die Harnblase über, dann klagen die Betroffenen über einen starken Harndrang und vermehrtes Wasserlassen.

Welche Ursachen kann eine Divertikulitis haben?

Menschen, die schon als Kind unter einem trägen Darm und unter Verstopfung gelitten haben, sind anfällig für eine Divertikulitis. Mediziner vermuten aber auch, dass eine Ernährung, die arm an Ballaststoffen ist, eine Divertikulitis auslösen kann. Wer also viele Vollkornprodukte, viel Obst und Gemüse auf der Speisekarte stehen hat, der hat ein geringeres Risiko an Divertikeln zu erkranken als Menschen, die sich hauptsächlich von industriell gefertigten Lebensmitteln ernähren. Eine Ernährung, die arm an Fasern ist, macht den Stuhlgang in der Regel sehr hart und sehr fest. Auf diese Weise entsteht im Innendarm ein höherer Druck als bei einem Stuhlgang, der weich und geschmeidig ist. Wenn dann im Alter noch ein weniger elastisches Bindegewebe dazukommt, dann kann es passieren, dass sich die Schleimhaut des Darms nach außen wölbt, es bilden sich Divertikel.

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Damit der Arzt eine Diagnose stellen kann, muss er zunächst mehr über die Krankengeschichte des Patienten erfahren. Wo sitzen die Schmerzen? Hat der Patient Fieber oder leidet er unter einer Verstopfung? Um die Diagnose genau abklären zu können, ist allerdings eine Darmspiegelung notwendig, bei der der Arzt nicht selten die Divertikel zufällig entdeckt. Wie bereits erwähnt ist es auch möglich, dass der Arzt die Ausstülpungen bei einer Tastuntersuchung entdeckt, denn das Abtasten ist für den Patienten meist sehr schmerzhaft. Gewissheit bekommt der Arzt auch dann, wenn er den Patienten rektal, also durch den After untersucht. Eine Divertikulitis zeigt sich auch im Blut, denn das Blut weist hohe

Entzündungswerte

auf. Erfahrene Ärzte sind zudem in der Lage, die Ausbuchtungen auch auf dem Ultraschall zu erkennen, beim MRT oder beim CT sind sie aber noch deutlicher zu sehen.

Wie sieht die Behandlung aus?

Welche Therapie infrage kommt, das hängt immer von der Stärke der Beschwerden ab und welche Strukturen sich im Bauchraum gebildet haben. Handelt es sich um eine unkomplizierte Divertikulitis, dann kann Fasten kurzfristig ebenso helfen wie flüssige oder breiige Nahrung über einen bestimmten Zeitraum. Langfristig ist eine Ernährung, die reich an Ballaststoffen ist, eine gute Wahl, auch körperliche Bewegung bringt den Darm auf Trab. Antibiotika haben eine entzündungshemmende Wirkung, bei einer Divertikulitis kommen außerdem krampflösende Medikamente zum Einsatz. Betroffene, die unter starken Schmerzen leiden oder ständig Fieber haben, müssen sich stationär in einem Krankenhaus behandeln lassen. In einigen Fällen erfolgt die Ernährung durch den Tropf, die Patienten bekommen zudem Infusionen und hoch dosierte Antibiotika. Häufig gelingt es, eine Divertikulitis auch ohne eine Operation zu heilen. Wenn sich die Beschwerden bessern, dann kann nach wenigen Tagen schon wieder mit normaler Kost begonnen werden.

Fazit

Eine Divertikulitis ist eine sehr unangenehme Krankheit, die zudem auch noch gefährlich sein kann. Umso wichtiger ist, dass die Darmerkrankung nicht wieder kommt. In 30 Prozent aller Fälle kommt die Divertikulitis allerdings wieder, hauptsächlich aber, weil die Patienten sich falsch ernähren. Um das Risiko einer Neuerkrankung zu verringern, ist es wichtig, eine an Ballaststoffen reiche Ernährung zu sich zu nehmen. Ebenso wichtig ist es, immer ausreichend zu trinken. Mindestens zweieinhalb Liter Wasser oder ungesüßter Tee sollten es über den ganzen Tag verteilt schon sein.

Bild: @ depositphotos.com / aliced

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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