Welche Risiken bergen Schädeloperationen und wann sind sie notwendig?

Welche Risiken bergen Schädeloperationen und wann sind sie notwendig?

Eine schwere Hirnblutung nach einem Unfall, die gestoppt werden muss, ein Hirntumor, der vielleicht zur Blindheit oder zu Lähmungen führen kann oder auch ein Aneurysma, was zu platzen droht – das alles sind Ursachen, die eine Operation am offenen Schädel notwendig machen. Eine Kraniotomie, wie die Schädeloperation medizinisch heißt, kann Leben retten, aber sie birgt auch große Risiken. Der Neurologe, der diese OP durchführt, muss viel Erfahrung haben und er kann sich heute auf Hilfsmittel verlassen, die diese aufwendige Operation einfacher machen.

Keinerlei Schmerzen

Der menschliche Schädel besteht aus zwei Teilen, dem Hirnschädel und dem Gesichtsschädel. Komplex ist der Gesichtsschädel mit seinen 15 Knochen, zu denen unter anderem das Nasenbein und die Kiefer- und Wangenknochen gehören. Der Hirnschädel ist eine Art Schutzhülle für das Gehirn und er besteht aus der Schädelbasis sowie dem Schädeldach. Von innen ist der Schädelknochen mit der sogenannten harten Hirnhaut ausgekleidet. Bei den meisten Schädeloperationen liegen die Patienten in einem tiefen Narkoseschlaf, aber es werden auch Operationen durchgeführt, bei denen der Patient wach sein muss. Das ist immer dann der Fall, wenn seine aktive Mithilfe benötigt wird, um bestimmte Regionen des Gehirns, wie zum Beispiel das Sehzentrum, besser lokalisieren zu können. Selbstverständlich verspürt der Patient auch hier keinerlei Schmerzen und erholt sich nach dem Eingriff meist sehr schnell.

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Was passiert bei einer Kraniotomie?

Vor der OP wird der Kopf des Patienten mit einem Gestell, der sogenannten Mayfield-Zwinge fixiert. Dann wird der Schädel rasiert, desinfiziert und schließlich mit einem sterilen Tuch abgedeckt. Anschließend wird der Chirurg mit einem Skalpell vorsichtig die Kopfhaut und die Kopfschwarte über dem Bereich lösen, in dem die OP stattfinden soll. Haut und Schwarte werden zur Seite geklappt, damit der Arzt dann mit einer Knochensäge die Knochenplatte aus dem Schädel sägen kann. Jetzt liegt das Gehirn frei und der Arzt kann zum Beispiel den Tumor entfernen. Nach der OP schließt der Chirurg die Schädeldecke wieder und wenn er eine osteoklastische Kraniotomie wählt, dann vernäht er über der Öffnung die Hirnhaut, die Schwarte und die Kopfhaut, die Knochenplatte hingegen wird nicht wieder auf das Dach des Schädels gesetzt.

Wählt der Arzt aber eine osteoplastische Kraniotomie, dann wird der Knochendeckel wieder auf das Schädeldach gesetzt. Bevor das passiert, müssen allerdings Kanten, die überstehen oder auch lockere Knochenstücke abgeschliffen werden. Dann werden wieder die Hirnhaut, die Kopfschwarte und die Kopfhaut vernäht. Nicht bei jeder Schädeloperation muss auch die Schädeldecke entfernt werden, bei einigen Eingriffen kommt auch ein Schädelbohrer zum Einsatz, beispielsweise wenn der Hirndruck gemindert werden soll.

Nach der Operation

Drei Tage nach der OP wird der Verband das erste Mal geöffnet. Nach zehn Tagen werden dann die Nähte und Klammern aus der Wunde entfernt. Die Patienten müssen die Wunde trocken halten und die Haare dürfen erst dann wieder gewaschen werden, wenn die Klammern und Nähte entfernt wurden. Das Färben der Haare ist erst nach vier Wochen wieder erlaubt. Starke körperliche Belastungen sollten vermieden werden, leichte sportliche Aktivitäten sind allerdings erlaubt.

Welche Risiken birgt die Schädel-OP?

Bei jedem chirurgischen Eingriff kann es in einzelnen Fällen auch zu Komplikationen kommen. So können sich unter anderem Blutgerinnsel bilden, es kann zu einer Infektion kommen und auch die Wundheilung kann gestört sein. Zwischenfälle bei der Narkose sind möglich, aber eher selten. Bei Operationen am offenen Schädel gibt es spezielle Risiken, zu denen Verletzungen des gesunden Hirngewebes gehören, auch epileptische Anfälle sind möglich. Die Patienten können nach dem Eingriff unter Gedächtnisstörungen leiden und Schwierigkeiten mit der Koordination oder mit dem Gleichgewicht bekommen. Auch Lähmungen gehören zu den Risiken, ebenso wie Probleme beim Sprechen. Einige Komplikationen können erst längere Zeit nach der OP auftreten, da sie durch Vernarbungen im Gehirn entstehen.

Bei welchen Erkrankungen ist ein Eingriff notwendig?

Da ein Eingriff am offenen Gehirn ein aufwendiger Eingriff ist, wird er nur bei bestimmten Erkrankungen durchgeführt. Bei Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, kann eine Schädel-OP notwendig werden, aber auch bei Tumorerkrankungen und bei einer Hirnblutung gibt es zu einer Schädeloperation keine Alternative. Ein Schädel-Hirn-Trauma nach einem Unfall erfordert diesen Eingriff und auch bei einem chronischen Erschöpfungssyndrom sehen die Ärzte meist keine andere Möglichkeit, als den Schädel zu öffnen.

Die überwiegende Zahl der Operationen verläuft ohne Komplikationen oder Problemen, den Patienten wurde geholfen und es geht ihnen nach dem Eingriff sehr gut.

Bild: © Depositphotos.com / londondeposit

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

2 Kommentare

  1. Avatar
    doubts

    Ein guter Freund von mir hatte einen Hirntumor. Die erste Schädeloperation hat er gut überstanden. Bei der zweiten wurde sein Kurzzeitgedächtnis zerstört. Inzwischen ist er verstorben. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die meisten OPs gut verlaufen.

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    1. Avatar
      Nico

      Och das geht meist gut und nicht jede OP am Schädel ist auch eine OP am Hirn. Zb bei sht Schädel Hirn Trauma ist es meist eine entlastungs trepanation. Hatte ich 1999 mit zwei folgenden OP s mit wieder einsetzen des tiefgefrorenen Schädel Stücks und noch ner OP weil der eigene Knochen resobiert wurde.

      Reply

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