Brustkrebs bei Männern – selten, aber nicht unmöglich

Brustkrebs bei Männern – selten, aber nicht unmöglich

Brustkrebs bei Männern – das klingt genauso unmöglich wie Hodenkrebs bei Frauen, aber während der Hodenkrebs bei Frauen tatsächlich unmöglich ist, können Männer durchaus an Brustkrebs erkranken. Allerdings ist nur ein Prozent der Männer von dieser Krankheit betroffen, sie ist also sehr selten, trotzdem sollten Männer einen Arzt aufsuchen, wenn sie Veränderungen im Bereich der Brust wahrnehmen. Wie beim Brustkrebs bei Frauen, so gilt auch hier, je eher die Krankheit entdeckt wird, umso größer sind die Chancen auf eine vollständige Genesung.

Selten, aber nicht unmöglich

620 Männer sind im Jahre 2012 an Brustkrebs erkrankt und 150 Patienten sind daran gestorben. Das klingt auf den ersten Blick nach einer häufigen Erkrankung, ist aber sehr wenig im Vergleich zu den Brustkrebsfällen, die bei Frauen diagnostiziert wurden. 2012 erkrankten in Deutschland knapp 70.000 Frauen an Brustkrebs und 17.750 starben an einem Mammakarzinom. Es gibt aber noch einen gravierenden Unterschied zwischen dem Brustkrebs bei Männern und dem Brustkrebs bei Frauen: Frauen können schon in jungen Jahren krank werden, bei Männern bricht die Krankheit in der Regel zwischen dem 65. und dem 79. Lebensjahr aus. Brustkrebs bei Männern wird häufig erst in einem späten Stadium entdeckt, der Grund liegt in den fehlenden Früherkennungsprogrammen wie einer Mammografie, die es nur für Frauen gibt.

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Welche Ursache hat der Brustkrebs bei Männern?

Ähnlich wie bei den Frauen, so hat Brustkrebs bei Männern oftmals eine genetische Vorgeschichte. Bei rund einem Drittel der Fälle entsteht das Mammakarzinom durch eine Mutation, also durch eine Veränderung der Gene. Diese Mutationen können spontan auftreten, aber auch von den Eltern oder Großeltern vererbt werden. Eine weitere Ursache, die Brustkrebs bei Männern auslösen kann, ist das sogenannte Klinefelder-Syndrom, eine Störung der Chromosomenzahl, die bei Männern angeboren ist. Die betroffenen Männer haben gleich mehrere zusätzliche weibliche X-Chromosomen und damit ein bis zu 60-fach höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Welche Rolle spielen die Hormone?

Auch die Hormone können eine wichtige Rolle spielen. Der männliche Körper produziert nicht nur das geschlechtsspezifische Hormon Testosteron, sondern auch die weiblichen Geschlechtshormone, die Östrogene. Wenn es zu einer Verschiebung in der Balance der Hormone kommt, dann führt das zu einem erhöhten Östrogenspiegel und damit steigt auch die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken. Das Ungleichgewicht der Hormone führt aber nicht nur zu Brustkrebs bei Männern, auch das Risiko einer Leberzirrhose sowie starkes Übergewicht können die möglichen Folgen sein. Gesundheitsexperten diskutieren darüber, ob Bodybuilder ebenfalls mit der Gefahr leben müssen, an Brustkrebs zu erkranken, denn viele nehmen Hormone, um ihre Leistung zu steigern.

Welche Symptome sind möglich?

Wie bei Frauen, so gibt es auch bei Männern typische Symptome, die auf Brustkrebs hindeuten. Dazu gehören:

  • Einziehungen der Brustwarzen oder der Brusthaut
  • Verhärtete oder vergrößerte Lymphknoten unter den Achselhöhlen
  • Wunden oder Entzündungen im Bereich der Brust, die nicht heilen wollen
  • Verhärtungen und tastbare Knoten in der Brust
  • Ausfluss oder Entzündungen aus der Brustdrüse

Wenn die Krankheit bereits in einem späten Stadium ist, dann kommen ein starker Gewichtsverlust und eine sinkende Leistungsfähigkeit dazu. Hat der Tumor Metastasen, also Tochtergeschwüre gebildet, dann kann es zu Knochenschmerzen, zu Atemnot und Husten, aber auch zu Gelbsucht und einer Leberschwäche kommen.

Wie sieht die Behandlung aus?

Da der Krebs in der Brust bei Männern nicht so gut und sicher untersucht werden kann, wie das bei Frauen der Fall ist, wird der Krebs in der Regel direkt operiert. Ein brusterhaltender Eingriff ist hier aber nicht notwendig, da Männer nur sehr wenig Brustgewebe haben und der Tumor meist zentral sitzt. Bei Männern wird die ganze Brust abgenommen und mit dem kosmetischen Ergebnis des Eingriffs sind die meisten Männer zufrieden. Da bei rund 40 % der Männer die Lymphknoten ebenfalls befallen sind, werden diese auch gleich entfernt.

Bild: © Depositphotos.com / monkeybusiness

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

1 Kommentar

  1. Avatar
    clarice

    Ich finde nicht, dass Brustkrebs bei Männern so unmöglich klingt wie Hodenkrebs bei Frauen. Männer haben immerhin Brust. Frauen haben allerdings keine Hoden… Wo nichts ist, kann auch nichts krank werden. Kein wirklich passender Vergleich also. 🙂
    Dennoch sprechen Sie ein wichtiges Thema an. Was mich am meisten überrascht hat, ist, dass so viele Männer an Brustkrebs sterben, obwohl Tumore direkt operiert und befallene Lymphknoten mit entfernt werden. Da hätte ich eine höhere Heilungsquote erwartet als bei Frauen, bei denen oft brusterhaltend operiert wird.

    Reply

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