Was sollten Frauen über eine Abtreibung wissen?

Was sollten Frauen über eine Abtreibung wissen?

Aus medizinischer Sicht ist eine Abtreibung der gezielte und gewollte Abbruch einer Schwangerschaft, für die Frauen, die abtreiben müssen oder wollen, ist dieser Abbruch sehr viel mehr. Sie entscheiden sich gegen ein Kind und müssen nicht selten sehr lange unter dieser Entscheidung leiden. Bei einer Schwangerschaftsunterbrechung gibt es viele Aspekte zu beachten. Was passiert dabei? Bis wann ist ein Abbruch gesetzlich erlaubt? Wie viel kostet ein Abbruch und wer bezahlt den operativen Eingriff? Es gibt viele Fragen, aber auf fast alle dieser Fragen gibt es auch eine Antwort.

Die ungewollte Schwangerschaft

Eine ungewollte Schwangerschaft kann fast alle Frauen im gebärfähigen Alter treffen, überwiegend sind es aber junge Frauen, die sich nicht darüber freuen, wenn der Schwangerschaftstest positiv ausfällt. Allein im Jahre 2014 entschieden sich fast 100.000 Frauen in Deutschland gegen ein Kind und wählten stattdessen die Abtreibung. In rund 80 % der Fälle ließen diese Frauen in der Praxis eines Frauenarztes abtreiben, nur 20 % wählten ein Krankenhaus, wo der Abbruch der Schwangerschaft entweder ambulant oder aber stationär durchgeführt wurde.

Abtreibung ist eine schwere Entscheidung

Die Schwangerschaft abzubrechen, fällt keiner Frau leicht, denn neben den medizinischen Aspekten spielen auch moralische, ethische und rechtliche Fragen eine wichtige Rolle. Noch immer ist eine Abtreibung aus politischer und gesellschaftlicher Sicht ein kontroverses Thema, was nach wie vor diskutiert wird. Unbestritten ist aber, außer vonseiten der katholischen Kirche, dass die Entscheidungsfreiheit immer bei den Frauen liegen sollte, die betroffen sind. In Europa reicht das Spektrum hinsichtlich einer Abtreibung von sehr liberal zum Beispiel in Holland, über die Fristenregelung zum Beispiel in Deutschland, bis zu einem kompletten Verbot, wie zum Beispiel in Irland.

Welche Indikationen gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei Indikationen, die einen straffreien Abbruch einer Schwangerschaft rechtfertigen. Zum einen die medizinische Indikation, wenn Gefahr für das Leben der Mutter besteht oder wenn sie aus körperlichen Gründen nicht in der Lage ist, das Kind auszutragen. Ein Abbruch ist ebenfalls gerechtfertigt, wenn der seelische Zustand es nicht zulässt. Die zweite Indikation ist die kriminologische Indikation, wenn die Mutter durch ein Sexualdelikt schwanger geworden ist, wie beispielsweise einer Vergewaltigung. Zwischen diesen beiden Indikationen gibt es so etwas wie eine Grauzone. Wenn eine Frau sich aus sozialen oder familiären Gründen gegen ein Kind entscheidet, dann muss sie sich vor der Abtreibung zum Beispiel bei Pro Familia beraten lassen. Anschließend gilt eine Frist von drei Tagen Bedenkzeit, bevor dann eine Bescheinigung ausgestellt wird.

Bis wann ist ein Abbruch erlaubt?

Der Paragraf 218 besagt, dass bei einem Abbruch nach dem Beratungsmodell nicht mehr als zwölf Wochen seit der Empfängnis vergangen sein dürfen, ein Abbruch über diesen Zeitraum hinaus ist dann strafbar. Das Gleiche gilt auch für die kriminologische Indikation, nur bei der medizinischen Indikation ist ein Schwangerschaftsabbruch auch nach der zwölften Woche noch erlaubt.

Operativ oder medikamentös?

Für einen Abbruch stehen zwei Methoden zur Verfügung, zum einen der medikamentöse und zum anderen der operative Abbruch. Wird die Schwangerschaft mithilfe des Medikaments Mifepriston abgebrochen, dann darf das nur bis zum 63. Tag nach dem ersten Tag der letzten Periode geschehen. Das Medikament hemmt die Wirkung des Hormons Progesteron, es macht den Muttermund weich und öffnet ihn. Bei 95 % der behandelten Frauen wirkt das Mittel und löst eine Fehlgeburt aus. Bei einem operativen Abbruch wird der Muttermund betäubt und der Fötus wie auch die Schleimhaut der Gebärmutter werden über ein Röhrchen abgesaugt. Alternativ dazu gibt es die Ausschabung mithilfe einer Kürette, ein Eingriff, der allerdings nur unter Vollnarkose ausgeführt wird. Für die medikamentöse Lösung wie auch für den operativen Eingriff gilt: Die betroffenen Frauen sollten sich danach auf jeden Fall psychologisch beraten lassen. Die Kosten für den Abbruch tragen die Krankenkassen.

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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