Warum ist Krebs am Herzen so selten?

Warum ist Krebs am Herzen so selten?

Das ist das vielleicht wichtigste Organ des menschlichen Körpers. Wird das Herz krank, dann kann dies sehr schnell Lebensgefahr bedeuten. Aber warum ist vom Krebs am Herzen hierbei überhaupt keine Rede? Gibt es diese Form des Krebses nicht? Ist das Herz vielleicht immun gegen Krebszellen? Immun ist das Herz nicht und es gibt den Krebs am Herzen, jedoch nur sehr selten.

Keinen eigenen Namen

Krebs am Herzen ist so selten, dass die dafür nicht einmal einen eigenen Namen hat. In den seltenen Fällen, in denen das Herz vom Krebs betroffen ist, sprechen Ärzte von einem sogenannten Rhabdomyosarkom, ein Begriff, der für einen bösartigen Tumor der Weichteile verwendet wird. In einer Studie, bei der 12.000 Datensätze von Autopsien an Patienten mit Krebs ausgewertet wurden, ließen sich nur in 0,1 Prozent aller Fälle auch Krebszellen im Herzen nachweisen. Von diesen 0,1 Prozent gab es aber nur sieben Fälle, in denen das Herz direkt vom Krebs betroffen war. Bei allen anderen Patienten war der eigentliche Krebsherd die Lunge und es hatten sich Metastasen im Herz gebildet.

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Der Krebs am Herzen kommt von anderen Organen

Dass der Herzkrebs in der Mehrzahl der Fälle von einem anderen Organ kommt, zeigt zugleich die Tatsache, dass in der die rechte Seite des Herzens betroffen ist, der Teil, wo das des Körpers in die Kammern des Herzens gelangt. Mit dem Blut werden auch die Krebszellen aus den anderen Organen zum Herzen transportiert und können dort metastasieren. Dass die Lunge die einzige Gefahrenquelle für den Herzkrebs darstellt, stimmt nicht so ganz. Sie ist dem Herz jedoch besonders nahe und Experten vermuten, dass die Lunge daher besonders oft der Auslöser ist.

Warum kann das Herz keinen Krebs bekommen?

Warum das Herz nicht so anfällig für Krebszellen ist, darüber zerbrechen sich Mediziner schon sehr lange den Kopf. Eine gängige Theorie besagt, dass Fettgewebe, wo sich in den meisten Fällen viele Toxine ablagern und die Zellökologie beschädigen, zugleich das Wachstum von Krebs begünstigt wird. Das Herz hat aber kein nennenswertes Fettgewebe, ein Grund, warum dort auch keine Krebszellen entstehen können. Dazu kommt, dass das Herz von einer schützenden Membran umschlossen ist, dem Herzbeutel. Forscher untersuchen schon seit längerer Zeit diese Membran, warum sie das Herz so effektiv vor Krebszellen schützen kann.

Das Herz ist ein Muskel

Streng genommen ist dieses so wichtigste Organ lediglich ein Muskel. Was die Struktur des Muskelgewebes so besonders macht, ist, dass es weitaus weniger für Krebs anfällig ist, als andere Teile des Körpers. Wenn das Herz an Krebs erkrankt, lässt sich dies am besten durch eine Ultraschalluntersuchung und ein Echokardiogramm erkennen.

Fazit zu Krebs am Herzen

bei Frauen macht rund 30 Prozent aller Krebserkrankungen aus, 23 Prozent sind es beim Prostatakrebs bei Männern. Dagegen sind die 0,1 Prozent der Krebserkrankungen, die indirekt das Herz betreffen, verschwindend gering. Eine andere schlüssige Theorie hat etwas mit der Evolution zu tun. Im Laufe dieser Evolution haben die großen Organe weniger wirksame Mechanismen entwickelt, sich gegen die Krebszellen zur Wehr zu setzen. Hingegen hat ein lebenswichtiges Organ wie das Herz einen wirkungsvollen Mechanismus für sich entdeckt, die Krebszellen abzuwehren.

Bild: © Depositphotos.com / dragana.stock@gmail.com

Ulrike Dietz