Blasenkrebs – eine lange unterschätzte Krebsart

Blasenkrebs – eine lange unterschätzte Krebsart

Jedes Jahr erkranken rund 29.000 Menschen in Deutschland an Blasenkrebs, einer Krebsart, die lange im Verborgenen bleibt, was sie sehr gefährlich macht. Lange Zeit tappten Mediziner bei der Suche nach der Ursache von Blasenkrebs im Dunkeln. Heute ist klar, dass die vielen Giftstoffe, die über die Nahrung, die Atemluft oder den Zigarettenrauch in den Körper gelangen und die Harnwege passieren, den Krebs verursachen. Schmerzen beim Wasserlassen sind ein erstes Anzeichen für Blasenkrebs, viele halten die Schmerzen aber für eine harmlose Blasenentzündung. Das ist jedoch nicht der einzige Irrtum, wenn es um diesen Krebs geht.

Blasenkrebs – die Krankheit der Männer

Von den 29.000 Menschen, die jedes Jahr an Blasenkrebs erkranken, sind 21.000 Männer. Ein Blasenkarzinom trifft mehrheitlich Männer, aber nur jeder fünfte Patient ist jünger als 65 Jahre. Im Schnitt sind Männer 72 Jahre alt, wenn sie die Diagnose bekommen, Frauen sind bereits 74 Jahre. Neben den schädlichen Stoffen aus der Umwelt und der Nahrung ist das Rauchen einer der hauptsächlichen Auslöser für Blasenkrebs. Menschen, die rauchen, erhöhen das Risiko an dieser Krebsart zu erkranken, um das Dreifache, gefährdet sind auch alle, die passiv rauchen. Der Krebs geht in den meisten Fällen von der Schleimhaut der Harnblase, der sogenannten Urothel aus. Damit sich ein Karzinom bilden kann, müssen sich die ausgeschwemmten Zellen verändern, die dann in andere Organe oder auch ins Gewebe wandern und dort für Metastasen sorgen.

Welche Symptome sind möglich?

Da der Blasenkrebs keine typischen oder spezifischen Symptome kennt, ist er in der Tat unberechenbar. Allerdings gibt es deutliche Anzeichen, die darauf hinweisen, dass es sich möglicherweise um Blasenkrebs handelt. Ein Warnsignal ist eine rötliche bis bräunliche Farbe des Urins, auch wenn dem Urin Blut beigemischt ist, kann das auf Blasenkrebs hindeuten. Vor allem die farbliche Veränderung des Urins ist ein deutliches Zeichen, in 80 Prozent aller Fälle handelt es sich tatsächlich um Blasenkrebs. Weniger charakteristisch sind die Blutbeimischungen, sie können auf eine harmlose Erkrankung der Harnwege oder der Nieren hindeuten. Die meisten Betroffenen gehen erst dann zu einem Arzt, wenn der Urin sehr deutlich blutig ist, aber dann ist der Krebs meist schon sehr weit fortgeschritten.

Vorsicht bei Schmerzen und Harndrang

Ein weiteres Zeichen, das leider immer noch viele auf die leichte Schulter nehmen, ist der vermehrte Harndrang, wobei aber nur wenige Tropfen Urin abgegeben werden. Eine weitläufige Meinung ist dann eine Erkältung, es kann aber auch ein Zeichen für einen Tumor sein. Ein anderes Anzeichen ist ein beschwerliches Wasserlassen, das mit Schmerzen verbunden ist. Auch hier gibt die Blase nur wenig Urin ab, daher vermuten viele Patienten eine Blasenentzündung. Wer ohne einen ersichtlichen Grund auf einmal Schmerzen in den Flanken hat, der sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Schmerzen treten immer dann auf, wenn der Krebs bereits weit fortgeschritten ist. Kommt es zu einer chronischen Blasenentzündung, wächst die Gefahr, dass sich ein Blasenkarzinom bildet. Vor allem, wenn eine Behandlung mit Antibiotika nicht den gewünschten Erfolg zeigt.

Was ist für die Blase gefährlich?

Nicht nur das Rauchen stellt einen Risikofaktor für Blasenkrebs dar, es gibt noch andere Gefahrenquellen. Wer zu viele Schmerzmittel über einen zu langen Zeitraum einnimmt, der riskiert es, an Blasenkrebs zu erkranken. Vor allem der Wirkstoff Phenacetin kann, in hohen Dosen eingenommen, ein Blasenkarzinom auslösen. Auslöser können außerdem diverse chemische Substanzen wie sogenannte aromatische Amine sein. Sie gab es früher vor allem bei der Lederherstellung, in der Textilindustrie, in chemischen Reinigungen oder im Malerhandwerk. Heute wird Blasenkrebs bei Malern als Berufskrankheit anerkannt. Menschen, die früher einmal eine Chemotherapie bekommen haben, leben mit einem großen Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken. Besonders die Wirkstoffe der Chemotherapien, die bei Brustkrebs, Eierstockkrebs und Leukämie zum Einsatz kommen, stehen im Verdacht, Blasenkrebs auszulösen.

Was ist für die Diagnose wichtig?

Wie bei vielen anderen Krebsarten, so müssen auch beim Blasenkrebs unterschiedliche Spezialisten sehr eng zusammenarbeiten. In diesem Fall sind nicht nur ein Onkologe und ein Urologe gefragt, sondern auch Chirurgen und Psychologen. Wie die Behandlung aussieht, das hängt immer vom jeweiligen Stadium der Erkrankung ab. Wichtig ist aber die Größe des Tumors und wo genau er sitzt. Wie weit hat sich der Tumor bereits ausgebreitet? Wie bösartig sind die Zellen, die dafür verantwortlich sind und wie schnell wächst der Tumor? Aus der Summe dieser Ergebnisse kann der Arzt das genaue Stadium der Krankheit berechnen und die Therapie planen. Die gute Nachricht ist, dass es sich bei rund 70 Prozent der Betroffenen um einen sogenannten oberflächlichen Tumor handelt. In diesem Fall liegt der Tumor auf der Schleimhaut der Blase und ist noch nicht in die Muskulatur der Blase eingedrungen.

Wie wird der Krebs behandelt?

Ist der Tumor nur an der Oberfläche, ist es möglich, ihn im Rahmen einer Blasenspiegelung mit einem Zystoskop zu entfernen. Dabei handelt es sich um eine Art Elektroschlinge, mit der der Tumor vorsichtig abgetragen wird. Nach der OP gibt es dann eine exakte Untersuchung des Feingewebes. Diese Untersuchung zeigt, ob der Tumor auch wirklich vollständig entfernt wurde. Damit es nicht zu einem neuerlichen Befall mit Krebszellen kommt, folgt auf die OP eine örtliche Chemotherapie, meist direkt im Anschluss an eine Operation. Das Mittel wird dabei direkt in die Blase injiziert. Geeignet ist diese Therapie für alle Patienten mit einem mittleren oder eher niedrigen Rückfallrisiko. Eine andere Möglichkeit ist eine örtliche Immuntherapie, die aber fast immer bei Patienten zum Einsatz kommt, die ein hohes Rückfallrisiko haben. Die Behandlung mit Medikamenten dauert in den meisten Fällen nicht länger als sechs bis acht Wochen und sie wird nur einmal pro Woche durchgeführt. An diese Induktionsphase kann sich eine Erhaltungsphase anschließen, die einige Monate bis Jahre dauern kann. Hier bekommen die Patienten einmal im Monat Medikamente über einen Blasenkatheter zugeführt.

Fazit

Blasenkrebs muss kein Todesurteil sein, wenn der Krebs rechtzeitig erkannt wird. Blut im Urin, Schmerzen an den Flanken oder auch ein dunkler Urin können die ersten Anzeichen für ein Blasenkarzinom sein, es kann dafür aber auch eine ganz andere, harmlose Erklärung geben. Wenn die Symptome hingegen nicht verschwinden, ist es wichtig, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen. In einem frühen Stadium erkannt, ist Blasenkrebs heilbar.

Bild: @ depositphotos.com / designer491

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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