Rippenbruch – die häufigste Verletzung im Brustkorb

Rippenbruch – die häufigste Verletzung im Brustkorb

Wird auf den Brustkorb direkt oder indirekt ein starker Druck ausgeübt, dann kann es passieren, dass die Rippen brechen. Ein solcher Rippenbruch oder eine Rippenfraktur kommt besonders häufig vor, wenn es um Verletzungen im Brustkorb geht. Und obwohl die Verletzung oft auftritt, sie lässt sich unkompliziert behandeln und nur sehr selten müssen die Betroffenen operiert werden. Welche Symptome hat ein Rippenbruch und welche Ursachen sind möglich? Gibt es eventuell Risiken oder Begleitverletzungen und wie wird die Fraktur behandelt?

Welche Rippen sind betroffen?

Jeder Mensch hat zwölf Rippenpaare, wobei die ersten zehn Paare über Knorpel mit dem Brustbein verbunden sind, nur die unteren beiden Paare liegen frei. Die Rippen bilden zusammen mit der Brustwirbelsäule und dem Brustbein den sogenannten Thorax oder das Skelett des Brustkorbs. Kommt es zu einem Rippenbruch, dann sind in den meisten Fällen die vierte bis neunte Rippe betroffen, aber die Rippen können auch seitlich, von vorne und von hinten brechen, je nachdem, welche Ursache für die Fraktur verantwortlich ist. Es kann jedoch auch zu kombinierten Brüchen, den Stückbrüchen kommen und wenn mehr als drei Rippen gebrochen sind, dann spricht der Arzt von einer Serienfraktur.

Welche Symptome verursacht ein Rippenbruch?

Viele Betroffene merken zunächst einmal gar nicht, dass sie einen Rippenbruch haben. Erst wenn sie tief ein- und ausatmen, niesen, husten oder eine falsche Bewegung machen, dann schmerzt der Brustkorb. Wenn das Atmen zunehmend schwierig wird oder wenn sich Probleme mit dem Kreislauf einstellen, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn das deutet auf Komplikationen hin. Auch wenn auf die betroffenen Rippen Druck ausgeübt wird, dann ist das mit Schmerzen verbunden, manchmal macht sich ein Rippenbruch auch durch ein hörbares Knirschen bemerkbar. Bei schlanken Menschen ist die Fraktur zudem auch durch die Haut tastbar.

Mögliche Begleitverletzungen

Rippenbrüche werden häufig von anderen Verletzungen begleitet. Bei Verletzungen kann zum Beispiel Luft oder Blut in den sogenannten Pleuraspalt gelangen und einen Hämatothorax oder einen Pneumothorax auslösen. Das ist oftmals der Fall, wenn es zu einer Serienfraktur kommt. Die Lunge kann bei einem Rippenbruch ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden, indem sie gequetscht oder verletzt wird. Ist die erste bis zweite Rippe gebrochen, dann besteht Gefahr für die großen Gefäße, wie beispielsweise die Arterie am unteren Schlüsselbein oder die Aorta. Brechen die unteren Rippen, dann wird es für Leber, Nieren, Milz und das Zwerchfell riskant, sollte das Brustbein brechen, dann kann das Herz gequetscht werden oder die Brustwirbelsäule kommt zu Schaden.

Welche Ursachen sind möglich?

Die meisten Rippenbrüche entstehen durch Stürze. Wenn man zum Beispiel im Bad auf der Badematte ausrutscht und gegen das Waschbecken oder in die Badewanne fällt, dann können die Rippen brechen. Auch bei einem Treppensturz sind Rippenbrüche keine Seltenheit und bei einem Autounfall kann der Gurt dafür sorgen, dass die Rippen gleich in Serie brechen. Bei Patienten, die unter Osteoporose leiden, ist ein Rippenbruch keine Seltenheit und wenn bei einem Herzstillstand eine Herzdruckmassage erforderlich ist, dann kann es passieren, dass die Rippen brechen, und zwar durch den Druck auf den Brustkorb. Bei älteren Menschen, die poröse Knochen haben, kann schon eine unbedachte Bewegung ausreichen und es kommt zu einer Rippenfraktur.

Wie werden Rippenfrakturen behandelt?

Handelt es sich um einen sogenannten isolierten Bruch einer einzelnen Rippe, dann wird in der Regel entweder ein Tapeverband oder ein Dachziegelverband angelegt. Bei jungen sportlichen Menschen wird meist sogar komplett auf einen Verband verzichtet, damit keine Lungenentzündung entstehen kann. Da eine Rippenfraktur Schmerzen verursacht, werden den Patienten Schmerzmittel verabreicht. Sind die Schmerzen nur schwach, dann kommen nicht-steroidale Analgetika infrage, bei starken Schmerzen bekommen die Betroffenen Opioide. Bei der Behandlung mit Opioiden ist allerdings immer zu beachten, dass diese eine sedierende Wirkung haben und die Atmung beeinträchtigen, was bei einer Rippenfraktur gefährlich werden kann. Bewährt hat sich auch die Periduralanästhesie. Bei dieser Behandlungsmethode wird ein Schmerz- oder Betäubungsmittel in den im Wirbelkanal liegenden periduralen Raum gespritzt. Patienten mit Serienfrakturen, die starke Schmerzen haben, bleiben so für mehrere Stunden schmerzfrei.

Die meisten Rippenbrüche sind harmlos und heilen ohne Komplikationen nach vier bis sechs Wochen wieder aus. Um die Heilung zu unterstützen und auch, um eine Lungenentzündung zu vermeiden, sollten die Betroffenen gezielte Atemübungen machen. Das ist wichtig, denn da das Ein- und Ausatmen Schmerzen verursacht, atmen viele Patienten zu vorsichtig und vor allem zu flach, was dann eine Lungenentzündung verursachen kann.

Bild: © Depositphotos.com / maya2008


Rippenbruch

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

2 Kommentare

  1. Raya

    Ich glaube, wer ein bisschen was auf den Rippen hat, bricht sich nicht gleich etwas. Das liegt am Magerwahn unserer Kultur. Immer dürrer ist chic. Dann hat man weder Abwehrkräfte noch Polsterung und jede Kleinigkeit haut einen gleich um. Opioide werden hier verschrieben? Die machen süchtig, wie Sie in einem Ihrer vorherigen Artikel sehr zutreffend bemerkt haben, und sie werden viel zu oft verschrieben. In meinem Leben bin ich schon öfter gestürzt. Ein Rippenbruch ist mir zum Glück bisher erspart geblieben. Aber ich habe auch ein vernünftiges Gewicht.

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  2. Matthis

    Was noch wichtig ist: Erste Hilfe zu leisten, gilt als Universalpflicht. Wenn jemand bei einem Unfall einen Menschen reanimiert, passiert es öfter, dass dabei eine Rippe zu Bruch geht. In diesem Fall bleibt der „Täter“ aber straffrei, weil es sich um einen Notstand handelt. Er wird weder strafrechtlich noch zivilrechtlich deswegen angeklagt. Wenn der hilfsbedürftige Mensch bewusstlos ist, wird von einer mutmaßlichen Einwilligung zur Reanimation ausgegangen. Also: Keine Angst, am Unfallort zu helfen! Selbst unerfahrene Menschen können mit Erster Hilfe Leben retten. Die gebrochene Rippe wird dann (meistens) von dem Opfer auch gern in Kauf genommen.

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