Wie gefährlich ist ein Schambeinbruch?

Wie gefährlich ist ein Schambeinbruch?

Der Bruch des Schambeins lässt sich nicht mit dem Bruch eines Armes oder Beines vergleichen, denn ein Schambeinbruch wird nicht geschient und gegipst, aber er ist deutlich schmerzhafter als jede andere Fraktur. Männer ebenso wie Frauen können einen Schambeinbruch erleiden und bei beiden besteht im Zusammenhang mit diesem Bruch immer die Gefahr, dass es zu Verletzungen der inneren Organe wie zum Beispiel der Harnblase kommt. Daher ist es wichtig, dass ein Schambeinbruch so schnell wie möglich behandelt wird, um Schäden an den Organen und auch Verschiebungen des Beckens zu vermeiden.

Was genau ist ein Schambeinbruch?

Das Schambein oder Os pubis ist winkelförmig ausgebildet und liegt in der Mitte des unteren Beckenabschnitts. Es wird durch die sogenannte Schambeinfuge sowie den linken und rechten Knochenteil untergliedert und ist damit ein Teil der Hüftgelenkpfanne. Für den kompletten Bewegungsapparat ist das Schambein von großer Bedeutung, und wenn es bricht, dann hat das schwerwiegende Folgen. Kommt es zu einer Fraktur des Schambeins, dann sind die Schmerzen bis in die Hüfte zu spüren und auch das Becken kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Unterschieden werden drei Arten des Schambeinbruchs:

  • Typ A – eine stabile Fraktur, ohne dass sich die Bruchsegmente verschieben
  • Typ B – eine Fraktur mit Bruchsegmenten, die sich verschoben haben, aber ohne einen Verlust der Stabilität
  • Typ C – eine Fraktur mit verschobenen Bruchsegmenten und mit Stabilitätseinbußen

Welche Ursachen für die Fraktur gibt es?

Ein Schambeinbruch ist eine klassische Unfallverletzung und entsteht meist dann, wenn das Becken überlastet wurde. Das kann bei einem Unfall passieren, aber auch bei einem unfreiwilligen Spagat. Ein Sturz kann das Schambein brechen lassen, nicht selten kommt es aber auch beim Sport wie zum Beispiel beim Skilaufen zu einen Schambeinbruch. Menschen, die unter einer Erkrankung der Knochen wie beispielsweise unter Osteoporose leiden, leben mit dem großen Risiko, dass es zu einem Bruch des Schambeins kommt und auch im fortgeschrittenen Alter steigt die Gefahr einer Fraktur des Schambeins. Selbst kleine Stürze oder auch scheinbar harmlose Prellungen können dann eine Schambeinfraktur auslösen.

Welche Symptome sind möglich?

Eine Fraktur des Schambeins ist sehr schmerzhaft und diese Schmerzen machen sich nach dem Bruch beim Sitzen ebenso wie auch beim Laufen bemerkbar. Bei bestimmten Bewegungen wird ein großer Druck auf das Becken ausgelöst und wenn es sich um einen komplizierten Bruch handelt, dann strahlen die Schmerzen auch bis in das Gesäß und die Innenseite der Oberschenkel aus. Die Betroffenen haben das Gefühl, nicht mehr sicher auf ihren Beinen zu stehen, im Bereich der Fraktur kann es zu Schwellungen kommen und auch Hämatome sind keine Seltenheit. Je nachdem, wie weit die Bruchsegmente auseinanderstehen, kann es zu starken Schmerzen im Unterleib kommen, bei Männern strahlt der Schmerz oftmals bis in die Hoden.

Wie wird die Verletzung behandelt?

Um die Diagnose stellen zu können, wird der Patient geröntgt oder muss zum CT. Auf den Bildern lassen sich die Schambeinfraktur, aber auch ein möglicher Beckenbruch gut erkennen, und um zu sehen, ob auch Organe verletzt sind, muss der Patient zum MRT. Handelt es sich um eine stabile Fraktur, dann wird der Bruch konservativ behandelt, das heißt, der Patient muss das Bett hüten, er sollte sich so wenig wie eben möglich bewegen, denn sonst kann es passieren, dass sich der Bruch verschiebt. Bei instabilen Brüchen oder wenn die Bruchstellen verschoben sind, dann muss der Arzt im Rahmen einer Operation den Bruch mit Schrauben, Platten oder Zwingen fixieren, bis der Bruch vollständig ausgeheilt ist. Ist es zu inneren Blutungen gekommen, dann ist zusätzlich noch eine Kompressionstherapie notwendig. Medikamente werden nur zur Schmerzstillung verabreicht. Um die Beweglichkeit des Beckens wiederherzustellen, sollten die Betroffenen krankengymnastische Übungen machen und mit einem Physiotherapeuten zusammenarbeiten, nachdem der Bruch verheilt ist.

Bild: © Depositphotos.com / andriano_cz

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

5 Kommentare

  1. Avatar
    Christina Geiger

    Ich hatte letztes Jahr eine Beckenringfraktur Typ C.Wurde verschraubt.Anscheind war ich zu früh zur Reha denn mein unteres Schambein hat sich stark verschoben und ist falsch zusammen gewachsen. Ich habe immer Schmerzen und im Intimbereich steht nun ein sicher Knochen ab.Ich suche dringend Hilfe und habe Angst dass es nochmal gebrochen werden muss.Hat jemand auch solch ein Problem oder kann mir jemand eine gute Klinik empfehlen.Ich wäre um jeden Rat sehr sehr dankbar.

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    1. Avatar
      Lore Warnecke

      Christina,einen Rat kann ich dir nicht geben!! suche auch einen .Habe eine Schambeinfracktur u.2 Beckenfrakturen,Bin nicht operiert,es sollte alleine Heilen.Da ich Osteoporose habe und. Laktose Intoleranz bin.
      3 Wochen Krankenhaus gleich 3 Wochen Reha geheilt, ist garnichts. Die Knochen sind gewandert .. Viele Tabletten ,Morviium ,Rollstuhl .Mein Alter spielt eine gr.Rolle bin 83J.alt,51 Kilo.Wiege 45K.bin zu fitt es glaubt kaum einer. ES war ein Fahrrad Unfall am 30.08.2018 Am 13.05.2019 wieder zum Röntgen oder CT.

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    Angehörige

    Guten Abend,

    meine Mutter (74 Jahre an Parkinson erkrankt) stürzte vor einigen Wochen vom Fahrrad, hatte zunächst nur ein Hämatom und keinerlei Schmerzen. Vor zwei Wochen plötzlich starke Schmerzen, so dass sie nicht mehr gehen konnte. Letzten Montag wurde ein CT gemacht und ein Beckenbruch wurde entdeckt. Sie war nur eine Nacht im Krankenhaus und wurde dann wieder nach Hause entlassen, mit der Aussage: „Mehr können wir für sie jetzt auch nicht tun…… das ganze muss ausheilen und in 6 Wochen wird erneut geguckt, ob alles gut zusammen gewachsen ist.“ Sie bekommt sehr starke Schmerzmittel, hat jetzt einen Rollator, damit sie ein wenig beweglich ist. Bettruhe wurde ihr nicht verordnet, das macht mich etwas stutzig…… Sie versucht, sich zu schonen, war aber auch schon mit meinem Vater im Auto zum Einkaufen, oder ein kleines Stück spazieren (natürlich immer mit Rollator). Und sie können sich vorstellen, dass der normale Alltag ja einiges abverlangt, sei es die Treppen im Haus auf und ab zu steigen… essen kochen usw. . In meinem Elternhaus herrscht noch die alte Rollenverteilung vor, deshalb ist mein Vater (81) mit der Situation auch ziemlich überfordert. Zudem ist er gesundheitlich ebenfalls sehr angeschlagen und hat noch einige Eingriffe am Herzen vor sich. Und Hilfe von außen zulassen, sehr schwierig…. Nun meine Frage, hat jemand Erfahrung mit einem Beckenbruch bzw. weiß um das korrekte Verhalten? Ich mache mir selbstverständlich große Sorgen….. Freue mich über Anworten.

    Herzlichen Dank im Voraus

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  3. Avatar
    Mary Ludwig

    Seit April habe ich nach einem Kreuzbeinbruch nun die Diagnose Schambeinbruch und nehme starke Medikamente (u.a. Oxicodon)
    Der Bruch ist lt. neuesten Untersuchungen nicht geheilt und im rechten Unterleibsbereich ist entzündliche Aktivitäten. Aber niemand !!!! kann mir sagen, was ich nun tun soll.

    Das darf doch nicht sein?
    Gibt es vielleicht eine Spezialklinik, die mir helfen kann.

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