Wie gefährlich ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Wie gefährlich ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung?

Die Bauchspeicheldrüse oder Pankreas, ist ein kleines, eher unscheinbares Organ, das im oberen Bauch in Höhe des Zwölffingerdarms zu finden ist. Die Bauchspeicheldrüse mag zwar klein sein, aber sie hat eine wichtige Aufgabe, denn sie spielt bei der Verdauung und beim Stoffwechsel eine sehr wichtige Rolle. So produziert der sogenannte endokrine Teil der Drüse Hormone, die den Blutzuckerspiegel regulieren, während der exokrine Teil Enzyme für die Verdauung produziert, die dabei helfen, den Verdauungsbrei, der aus dem Magen kommt, im Dünndarm chemisch aufzuspalten. Das alles kann jedoch nur gelingen, wenn die Drüse einwandfrei arbeitet, kommt es zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, dann wird es für die Betroffenen unangenehm.

Die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung kann sowohl in akuter als auch in chronischer Form auftreten. Handelt es sich um die akute Form, dann tritt diese in der Regel als eine Folgeerkrankung der Gallenwege auf. Zehn bis 20 von 100.000 Menschen in Deutschland sind jedes Jahr von einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung betroffen, die nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch gefährlich ist. Frauen leiden häufiger unter einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse, da sie auch häufiger unter Gallensteinen leiden, besonders oft trifft die akute Form Frauen zwischen 40 und 60 Jahren.

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Die chronische Form der Pankreatitis

Etwa acht von 100.000 Deutschen leiden unter der chronischen Form der Pankreatitis und in 80 % der Fälle ist ein dauerhafter Alkoholkonsum der Auslöser. Da mehr Männer als Frauen alkoholabhängig sind, ist die Zahl der Männer, die unter einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung leiden, relativ hoch. Betroffen sind vor allem Männer zwischen 45 und 54 Jahren. Bei einem chronischen Verlauf entzündet sich die Bauchspeicheldrüse zunächst, dann wird das Gewebe der Drüse zerstört und vernarbt schließlich.

Welche Symptome gibt es?

Die ersten Symptome bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Brustkorb ausstrahlen können. Wie stark die Schmerzen sind, das richtet sich danach, ob es sich um eine akute oder um eine chronische Entzündung handelt. Vielfach ist der Bauch aufgebläht und fühlt sich gummiartig an, auch Übelkeit, Fieber und Erbrechen können Symptome einer Pankreatitis sein. Sind Gallensteine für die Entzündung verantwortlich, dann können die Schmerzen zudem in Wellen und kolikartig auftreten. Gefährlich ist das Bauchwasser, das sich mit einem Volumen von mehreren Litern in der Bauchhöhle sammelt und den Bauch aufbläht. Ein weiteres Symptom für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann auch ein extrem schmerzhafter Darmverschluss sein. Wenn es zu einem solchen Verschluss kommt, dann befindet sich der Patient in Lebensgefahr und muss sofort behandelt werden.

Wie wird die Entzündung therapiert?

Da eine akute Entzündung lebensbedrohlich ist müssen die Patienten in der Klinik überwacht und mit ausreichend Flüssigkeit versorgt sowie mit schmerzstillenden Medikamenten behandelt werden. Da eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse sehr schmerzhaft ist, bekommen die Patienten Opioide und ein Antibiotikum, das die Entzündung bekämpft. Außerdem wird Heparin verabreicht, denn es besteht immer die latente Gefahr eines Blutgerinnsels und einer Thrombose.

Welche Prognose haben die Betroffenen?

Welche Prognose die Patienten haben, das hängt immer davon ab, ob es sich um eine akute oder eine chronische Form der Entzündung handelt. Kommt es nicht zu Komplikationen, dann liegt die Sterblichkeitsrate bei einer akuten Entzündung bei rund einem Prozent. Wenn jedoch bereits Gewebeteile abgestorben sind, dann sterben zwischen zehn und 25 % der Patienten. Bei einer akuten Form ist es daher sehr wichtig, dass die Entzündung so schnell wie möglich behandelt wird. Eine chronische Entzündung hat einen langsamen Verlauf und zieht nicht selten noch andere Krankheiten nach sich. Statistisch gesehen stirbt rund die Hälfte der chronisch Kranken zwischen zehn und 15 Jahren nach der Diagnose. Die chronische Form sorgt zudem immer wieder für schwere Durchfälle, die Patienten magern in der Folge stark ab, was den Organismus schwächt und anfällig für Infektionen macht.

Bild: © Depositphotos.com / starast

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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