Wie macht sich eine Penicillin Allergie bemerkbar?

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ist das bekannteste und wirksamste , das es gibt, aber es gehört auch zu den Medikamenten, die besonders häufig eine allergische Reaktion auslösen. Zwischen 20 und 55 % aller Medikamenten-Allergien werden entweder vom Penicillin selbst oder von einem Wirkstoff ausgelöst, der zur Gruppe der Penicilline gehört. Auch wenn es ein wenig paradox klingt, obwohl kein anderes Antibiotikum so gut erforscht ist wie das Penicillin, wird eine Allergie auch heute noch nicht bei der ersten Diagnose erkannt, nicht selten bedarf es mehrerer Tests, bevor feststeht, dass es sich um eine Penicillin Allergie handelt.

Penicillin – eine zufällige Entdeckung

Seine Entdeckung verdankt das Penicillin dem schottischen Bakteriologen Alexander Fleming und einem Zufall. Fleming experimentierte im Jahr 1928 in seinem Labor unter anderem mit Staphylokokken, einem gefürchteten Krankheitserreger, der unter anderem eine Lungenentzündung auslösen kann. Der Mikrobiologe legte eine Bakterienkultur an und ging dann in Urlaub. Als er zurückkam, fiel ihm auf, dass eine der Kulturen mit den Sporen eines Schimmelpilzes befallen war und er wollte die seiner Meinung nach verunreinigte Probe wegschmeißen. Bei näherem Hinsehen fiel Alexander Fleming aber auf, dass überall dort, wo sich der Pilz ausgebreitet hatte, keine Bakterien mehr zu finden waren. Das machte Fleming neugierig und in einer Reihe von Tests fand er heraus, dass der Pilz für die Bakterien tödlich war und er gab dem Schimmelpilz den Namen Penicillin.

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Der Siegeszug eines Medikaments

1939 gelang es Ernst Boris Chain, reines Penicillin aus einer Kulturflüssigkeit zu extrahieren und zu reinigen. Zusammen mit seinem Kollegen Walter Florey machte er die ersten Tierversuche und infizierte 50 Ratten mit einer gefährlich hohen Dosis Streptokokken. 25 Ratten bekamen Penicillin, von diesen Tieren blieben 24 am Leben, die restlichen 25 Tiere, die kein Penicillin bekommen hatten, starben alle. 1944 bekamen die ersten verwundeten Soldaten der amerikanischen Armee Penicillin, ab 1945 gab es das Medikament mit Rezept in der Apotheke zu kaufen. Zusammen mit Chain und Florey bekam der inzwischen geadelte Sir Alexander Fleming 1945 den Nobelpreis für Medizin.

Die Symptome einer Penicillin Allergie

Penicillin ist in der sehr gut verträglich, aber es gibt Menschen, die auf den Stoff allergisch reagieren. Das ist meist bei den natürlichen Penicillin Gruppen G und V der Fall, wo es bei 90 % der Allergiker zu einer Sofortreaktion kommt. Nach nur wenigen Minuten zeigen sich die folgenden Symptome einer Penicillin Allergie:

  • Pusteln
  • Quaddeln
  • der Haut
  • Ekzeme
  • Geschwollene Lymphknoten

In besonders schweren Fällen können Übelkeit und Erbrechen sowie dazukommen, im schlimmsten Fall bekommen die Betroffenen einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock.

Bei einer Unterart des Penicillin, dem sogenannten Amoxicillin, treten die Symptome einer Allergie erst mit Verzögerung auf. Meist vergehen zwischen fünf Tage und zwei Wochen nach dem Beginn der Therapie, bis sich eine Penicillin Allergie zeigt, wie schwer die allergischen Reaktionen ausfallen, das hängt von der Höhe der Dosis, der Dauer der Verabreichung und der Art ab, wie das Medikament verabreicht wurde. Besonders heftig sind die Reaktionen, wenn der Patient eine Spritze bekommen hat, bei Tabletten dauert es einige Tage, bis sich die ersten Symptome zeigen. Ein gefährlicher anaphylaktischer Schock ist bei der verzögerten Variante eher selten.

Wie wird die Allergie erkannt?

Wenn der Patient unmittelbar nach einer Injektion mit Penicillin allergische Symptome zeigt, dann ist die Diagnose schnell gestellt, bei der verzögerten Form muss ein Pricktest gemacht werden. Sollte dieser Test keine eindeutigen Ergebnisse bringen, dann muss entweder ein sogenannter RAST-Test oder ein Intrakutantest für Gewissheit sorgen. Wenn die Tests auf der Haut negativ verlaufen, der Arzt aber weiterhin den Verdacht hat, dass es sich um eine Penicillin Allergie handeln könnte, dann wird ein Provokationstest gemacht, aber nur, wenn keine allzu starken Reaktionen zu erwarten sind.

Bild: © Depositphotos.com / denisds

Ulrike Dietz