Ein Schädel-Hirn-Trauma oder auch kurz SHT genannt, ist keine spezifische Verletzung, sondern ein Sammelbegriff für Verletzungen, die den Kopf oder das Gehirn betreffen. In den meisten Fällen entsteht dieses Trauma als Folge von äußerer Gewalteinwirkung, wie das bei Sport- oder Verkehrsunfällen der Fall ist. Es gibt verschiedene Schweregrade eines Schädel-Hirn-Traumas, die ganz unterschiedliche Methoden der Behandlung erforderlich machen, wobei die Möglichkeiten der Verletzungen von einer leichten Gehirnerschütterung bis hin zu einer offenen Fraktur des Schädels reichen.
Das Schädel-Hirn-Trauma – eine häufige Verletzung
Schädel-Hirn-Traumata kommen recht häufig vor, alleine in Deutschland erleiden jedes Jahr rund 250.000 Menschen eine solche Verletzung, überwiegend handelt es sich bei den Verletzten um Männer. Rund fünf Prozent der Kopfverletzungen sind sehr schwer, die entweder zu einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit oder aber zum Tod führen. Unterteilt werden die Verletzungen in drei Schweregrade:
- Grad I: Bewusstlosigkeit, die nicht länger als 15 Minuten anhält und keine neurologischen Schäden hinterlässt.
- Grad II: Die Bewusstlosigkeit hält maximal eine Stunde an und neurologische Schäden können auftreten, sind aber nicht wahrscheinlich.
- Grad III: Die Bewusstlosigkeit dauert mehr als eine Stunde und neurologische Spätfolgen sind anzunehmen.
Um den Schweregrad bestimmen zu können, führt der Arzt bei der ersten Untersuchung einige Tests durch. So bittet er den Patienten, die Augen zu öffnen und überprüft die Körpermotorik. Auch das verbale Reaktionsvermögen ist ein wichtiger Hinweis darauf, wie schwer der Patient verletzt ist. Reagiert der Patient auf die Ansprache des Arztes und kann er seinen Namen nennen?
Welche Symptome sind möglich?
Die Symptome bei einem Schädel-Hirn-Trauma sind vielschichtig und richten sich immer nach der Schwere der Verletzungen. Ist der Schädel geprellt, dann treten Kopfschmerzen und auch Schwindelgefühle auf. Kommt es zu einer Gehirnerschütterung, dann ist es möglich, dass die Betroffenen kurz bewusstlos werden, dass ihnen übel ist und sie sich erbrechen müssen. Möglich sind bei dieser Form des Traumas auch starke Kopfschmerzen, Schwindel sowie eine vorübergehende Erinnerungslücke. Ist das Gehirn geprellt, dann kann die Bewusstlosigkeit mehrere Stunden anhalten und in der Folge sind epileptische Anfälle ebenso wie Lähmungserscheinungen möglich. Die Symptome einer Schädelbasisfraktur sind schwerwiegend, denn die Patienten bluten aus Nase und Ohren, unter den Augen bilden sich Blutergüsse und die Betroffenen sind entweder nicht mehr ansprechbar oder vollkommen desorientiert.
Die Ursachen des Traumas
Das Gehirn wird vom Schädelknochen vor äußeren Einwirkungen geschützt, wobei der Gesichtsschädel den Schutz im vorderen Teil, und der Gehirnschädel den Schutz im hinteren Teil übernimmt. An der sogenannten Schädelbasis befindet sich eine Öffnung für das Rückenmark, das zusammen mit dem Gehirn das zentrale Nervensystem bildet. Wenn einer dieser Bereiche verletzt wird und es zu einem Schädel-Hirn-Trauma kommt, dann ist die häufigste Ursache ein Sturz. Skiunfälle und auch Stürze beim Fahrradfahren ohne Helm führen sehr oft zu einem Schädel-Hirn-Trauma. Autounfälle und Unfälle bei der Arbeit sind ebenfalls dafür verantwortlich, dass Kopf und Gehirn beschädigt und verletzt werden. Der Arzt spricht von einer stumpfen Gewalteinwirkung, wenn auf den Kopf geschlagen wird oder wenn der Betroffene bei einem Sturz auf den Kopf prallt. Eine andere Form ist eine perforierende Verletzung, die immer dann ein Schädel-Hirn-Trauma auslöst, wenn der Schädelknochen von einem spitzen Gegenstand durchbohrt wird. 30 % aller Schädelverletzungen gehen auf einen Autounfall zurück, wobei die Betroffenen meist noch andere Verletzungen haben, der Arzt spricht in diesen Fällen von einem Polytrauma.
Wie wird ein SHT behandelt?
Bei einer Gehirnerschütterung ist keine besondere Behandlung notwendig, der Arzt rät hier zu Bettruhe, Kinder werden meist 24 Stunden im Krankenhaus beobachtet und die Kopfschmerzen werden mit schmerzlindernden Medikamenten behandelt. Handelt es sich hingegen um ein schweres Trauma, dann müssen zuerst die Vitalfunktionen wie die Atmung und der Kreislauf aufrechterhalten werden. Welche weitere Behandlung infrage kommt, richtet sich immer nach der Art der jeweiligen Verletzung.
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Häufige Fragen
Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT)?
Ein Schädel-Hirn-Trauma ist ein Sammelbegriff für Verletzungen des Kopfes oder Gehirns, meist verursacht durch äußere Gewalteinwirkung, wie bei Unfällen oder Stürzen.
Wie häufig treten Schädel-Hirn-Traumata auf?
In Deutschland erleiden jährlich etwa 250.000 Menschen ein Schädel-Hirn-Trauma, wobei überwiegend Männer betroffen sind.
Welche Schweregrade gibt es für ein Schädel-Hirn-Trauma?
Es gibt drei Schweregrade: Grad I (kurze Bewusstlosigkeit), Grad II (maximal eine Stunde Bewusstlosigkeit) und Grad III (Bewusstlosigkeit über eine Stunde mit möglichen neurologischen Schäden).
Welche Symptome können bei einem Schädel-Hirn-Trauma auftreten?
Symptome reichen von Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Bewusstlosigkeit, Übelkeit und in schweren Fällen epileptischen Anfällen oder Lähmungen.
Was sind die häufigsten Ursachen für ein Schädel-Hirn-Trauma?
Häufige Ursachen sind Stürze, Skiunfälle, Fahrradunfälle ohne Helm sowie Autounfälle.
Wie wird ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert?
Ein Arzt führt Tests durch, um den Schweregrad zu bestimmen, einschließlich der Überprüfung der Augenreaktion, Körpermotorik und verbalen Reaktion des Patienten.
Wie wird ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma behandelt?
Bei einer Gehirnerschütterung ist meist keine spezielle Behandlung nötig, außer Bettruhe und gegebenenfalls schmerzlindernden Medikamenten.
Was passiert bei einem schweren Schädel-Hirn-Trauma?
Bei schweren Traumata müssen zuerst die Vitalfunktionen wie Atmung und Kreislauf stabilisiert werden, gefolgt von spezifischen Behandlungen je nach Verletzung.
Welche Rolle spielt der Gesichtsschädel beim Schutz des Gehirns?
Der Gesichtsschädel schützt den vorderen Teil des Kopfes, während der Gehirnschädel den hinteren Teil schützt und beide zusammen das Gehirn vor Verletzungen bewahren.
Was sind die langfristigen Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas?
Langfristige Folgen können neurologische Schäden, dauerhafte Pflegebedürftigkeit oder sogar Tod sein, insbesondere bei schweren Verletzungen.
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