Wie gefährlich ist eine Entzündung des Herzmuskels?

Wie gefährlich ist eine Entzündung des Herzmuskels?

Das Herz ist das zentrale Organ, was das Blut durch den Körper pumpt. Ist dieses so wichtige Organ entzündet, dann kann das schwerwiegende Folgen haben. Myokarditis nennen die Ärzte die Entzündung des Herzmuskels, ein Leiden, was vor Corona kaum jemand kannte. Eine Myokarditis kann eine der seltenen Nebenwirkungen von mRNA-Impfstoffen sein und betroffen sind vielfach junge Männer. Wie gefährlich ist eine Herzmuskelentzündung und was können Betroffene dagegen unternehmen?

Das Risiko ist hoch

, Schmerzen in der Brust und Müdigkeit – bei diesen Symptomen denken viele sofort an einen Herzinfarkt, aber es kann auch eine Entzündung des Herzmuskels sein. Die Symptome sind zudem sehr unterschiedlich, was die Diagnose für den behandelnden Arzt nicht einfach macht. Die Gefahr für die durch eine Infektion mit Corona ist in jedem Alter höher einzuschätzen als das Risiko einer Herzmuskelentzündung nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. Studien aus den USA, England und Israel haben jetzt aber nachgewiesen, dass das Risiko einer Myokarditis um das Vierfache ansteigt, wenn eine Corona-Erkrankung nachgewiesen wird. Die Herzkrankheit wurde durch die Pandemie in den Vordergrund gerückt, aber sie gibt nach wie vor Rätsel auf.

Können Viren eine Entzündung des Herzmuskels auslösen?

In Deutschland erkranken pro Jahr rund 20.000 Menschen an einer Myokarditis, die Dunkelziffer dürfte jedoch um einiges höher sein. Vielfach geschieht das Ganze unbemerkt, denn weder die Symptome noch die warnenden Hinweise sind eindeutig. Die Verursacher des Herzleidens sind meist Viren, wie etwa ein Erkältungserreger, ein Grippevirus oder eine Infektion mit Sars-CoV-2. Auslöser können zudem Bakterien oder auch Pilze sein. Als weitere Verursacher einer Myokarditis kommen neben rheumatischen Erkrankungen noch infrage, die bei der Krebsbehandlung zum Einsatz kommen, sogenannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren.

Welche Symptome hat eine Myokarditis?

Nicht selten haben Ärzte Probleme damit, eine Herzmuskelentzündung zu erkennen, da die Beschwerden vielfach unspezifisch sind. Viele, die eine Myokarditis haben, meinen, unter einem der Atemwege zu leiden oder Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt zu haben. Wenn Müdigkeit und Abgeschlagenheit aber länger als 14 Tage anhalten oder besonders stark ausgeprägt sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Herzklopfen und Herzstolpern sowie Luftnot und Schmerzen in der Brust können auf eine Myokarditis hinweisen.

Wie wird die Krankheit nachgewiesen?

Um eine Entzündung des Herzmuskels eindeutig nachweisen zu können, wird eine Gewebeprobe aus dem Herzen genommen. Neben dieser Untersuchung, Biopsie genannt, kann auch ein Herzkatheter Auskunft geben, ob die Herzkranzgefäße gut durchblutet werden oder nicht. Dabei wird entweder über die Arterie am Handgelenk oder in der Leiste der Katheter bis zum Herzen vorgeschoben. Beide Verfahren sind aber mit Risiken verbunden, sodass sie nur in ganz speziellen Fällen angewandt werden.

Fazit zur Entzündung des Herzmuskels

Besteht der Verdacht einer Herzmuskelentzündung, dann wird der Arzt zuerst ein EKG machen, um festzustellen, ob das Herz normal oder zu schnell schlägt. Hilfreich kann noch eine Echokardiografie sein, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Anhand dieser Aufnahmen kann der Arzt die Pumpleistung beurteilen, die bei einer Myokarditis eingeschränkt ist. Die Herzkammern pumpen deutlich weniger Blut durch den Körper als es bei einem gesunden Menschen der Fall ist. Von einer Myokarditis sind mehr junge Männer unter 30 Jahren betroffen als Frauen in der gleichen Altersgruppe. Der Verlauf der ist in der Regel jedoch mild und bleibt ohne Folgeschäden.

Bild: © Depositphotos.com / magicmine

Ulrike Dietz