Eukalyptusöl

Eukalyptusoel

Eukalyptusöl – ein vielfältiges Naturheilmittel

Eukalyptusöl ist ein Heilmittel der Natur, das von den meisten Menschen gern bei Erkältungen eingesetzt werden. Die ätherischen Öle beruhigen den Hustenreiz und helfen dabei, wieder durchatmen zu können. Außerdem hilft Eukalyptusöl bei schmerzhaften Beschwerden wie Rheuma, Arthrose und Muskelkater. Aus diesem Grund ist Eukalyptus nicht nur beim australischen Koalabär ausgesprochen beliebt.

 

Die Herstellung von Eukalyptusöl

Es gibt weltweit rund 500 Arten von Eukalyptus, doch nur vier davon können zu Eukalyptusöl verarbeitet werden. Zur Gewinnung des Öls werden vor allem die Blätter und Zweigspitzen des Baums verwendet. Um das ätherische Öl herzustellen, sind mehrere Arbeitsschritte notwendig. Das durch Wasserdampfdestillation gewonnene Rohöl kann noch nicht verwendet werden, da es starke Hustenanfälle auslösen kann. Erst wenn es nochmals behandelt wurde, kann es auf vielfältige Weise genutzt werden. 100 kg Eukalyptusblätter ergeben ungefähr zwei Liter Eukalyptusöl. Die Ausbeute ist also verhältnismäßig groß. Zum Vergleich: Um zwei Liter Traubenkernöl herzustellen, benötigt mal ganze vier Tonnen Weintrauben.

Übrigens: Eukalyptusbäume, die zur Gewinnung des Öls gefällt werden, wachsen wieder nach. Es handelt sich hierbei also um eine durchaus nachhaltige Produktion.

Während Eukalyptusöl früher vor allem in Spanien, Portugal, Brasilien und Argentinien gewonnen wurde, ist heute China das Hauptanbaugebiet der Eukalyptuspflanze. Seinen Ursprung hat Eukalyptus in Australien und Tasmanien. Dort dient sie noch heute als einzige Nahrungsquelle des Koalas. Mittlerweile wird die Pflanze jedoch weltweit angebaut und genutzt.


Eukalyptusöl – Ein Heilmittel mit Geschichte

Eukalyptusöl ist ein besonders beliebtes Heilmittel gegen Grippe und Erkältung. Dass das im Öl enthaltene Cineol, früher auch Eukalyptol genannt, schleimlösend wirkt, wussten die Menschen schon vor vielen hundert Jahren. Das Öl der Pflanze wird seit jeher als Arzneimittel eingesetzt und diente lange Zeit auch als Desinfektionsmittel für medizinisches Besteck.

EukalyptusölMittlerweile wird Eukalyptusöl in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen vorrangig bei Erkältungen eingesetzt. Das Öl ist als Salbe oder Gel, Hustenbonbon oder auch hochkonzentrierter Zusatz für Voll- und Dampfbäder erhältlich.

 

Die Wirkung von Eukalyptusöl

  • Befreiung der Atemwege: Eukalyptusöl ist in der Lage, die Nervenfasern in den Atemwegen zu stimulieren. Auf diese Weise wird die Aktivität der Flimmerhärchen gesteigert. Diese wiederum sind dafür verantwortlich, festsitzenende Sekrete zu lockern und zu entfernen. Deswegen wird Eukalyptusöl besonders häufig bei festsitzendem Husten und verschleimten Atemwegen eingesetzt.
  • Abtöten von Keimen: Die Geschichte des Eukalyptusöls zeigt, dass es auch schon immer als Desinfektionsmittel eingesetzt wurde. Die ätherischen Öle sorgen dafür, dass Keime abgetötet werden. Aus diesem Grund kann Eukalyptusöl auch vorbeugend eingesetzt werden, um Krankheitserreger zu bekämpfen.
  • Schmerzlinderung und Entspannung: Ein drittes Einsatzgebiet des Eukalyptusöls ist die Behandlung der Haut. Wird diese mit Eukalyptusöl in Verbindung gebracht, entsteht ein angenehmes Brennen. Dieses wiederum hilft dabei, die Muskulatur zu entspannen. Außerdem werden somit Heilungsprozesse beschleunigt. Außerdem wirkt Eukalyptusöl – äußerlich als Creme oder Gel angewendet – schmerzlindernd. Aus diesem Grund hilft es auch gegen Muskelkater, Rheuma und Arthrose.

 

Anwendungsmöglichkeiten von Eukalyptusöl

Zunächst einmal ist es ganz wichtig, zu wissen, dass hochkonzentriertes Eukalyptusöl in seiner puren Form niemals innerlich angewendet werden darf. Die Intensität der Inhaltsstoffe, allen voran des Cineols ist so stark, dass sie unangenehme Reizungen im Körper hervorrufen kann.

Die Inhaltsstoffe von Eukalyptusöl sind:

  • Cineol (früher Eukalyptol genannt)
  • Alpha-Pinen
  • Limonen
  • Gerbstoffe
  • Eucalypton

 

Besonders der hohe Gehalt an ätherischen Ölen sorgt dafür, dass Eukalyptusöl gern in der Medizin eingesetzt wird. Das Öl hat verschiedene Wirkungsweisen, die besonders im Fall einer Erkältung oder Grippe für Linderung sorgen. Es löst festsitzenden Schleim und hilft effektiv beim Abhusten. Außerdem ermöglicht es tiefes Durchatmen und hat eine entspannende Wirkung. Genauso vielseitig wie die Wirkung von Eukalyptusöl sind auch die Anwendungsmöglichkeiten des Heilmittels aus der Natur. Diese sollen im Folgenden genauer beleuchtet werden.

 

Inhalation / Dampfbad mit Eukalyptusöl

Eukalyptusöl wird meist in konzentrierter Form gekauft. Da dieses wie weiter oben bereits beschrieben nicht für die innere Anwendung geeignet ist, werden am liebsten Dampfbäder mit Eukalyptusöl gemacht. Der angereicherte Wasserdampf gelangt direkt in die Atemwege und erzielt dort beste Ergebnisse. Außerdem hilft eine Eukalyptus-Inhalation gegen unreine Haut und Akne. Um ein Dampfbad mit Eukalyptusöl machen zu können, sind folgende Schritte notwendig:

 

  • Stellen Sie eine große Schüssel oder einen Topf bereit und legen Sie ein Handtuch daneben
  • Geben Sie etwa fünf Tropfen Eukalyptusöl in das entsprechende Gefäß (alternativ können auch getrocknete Eukalyptusblätter verwendet werden)
  • Gießen Sie nun kochendes Wasser darüber (etwa ½ Liter)
  • Gehen Sie sicher, dass die Schüssel oder der Topf sicher stehen und keine Gefahr besteht
  • Beugen Sie sich mit Ihrem Kopf und Oberkörper über das Gefäß und decken Sie sich mit einem Handtuch ab
  • Beginnen Sie, den Wasserdampf und die ätherischen Öle ruhig und tief einzuatmen

 

Die Dauer der Behandlung ist von Ihrem persönlichen Wohlbefinden abhängig. Inhalieren Sie stets nur so lang, wie es Ihr Körper aushält. Es sollten jedoch nie sieben Minuten überschritten werden. Viele Menschen vertragen die extreme Hitze unter dem Handtuch nicht und bekommen während einer Inhalation Kreislaufprobleme. Für Kinder ist diese Behandlungsmöglichkeit mit Eukalyptusöl gänzlich ungeeignet. Das liegt zum einen an der Hitze und zum anderen an der Gefahr, sich mit dem heißen Wasser zu verbrühen. Außerdem vertragen Kinder bis drei Jahre die ätherischen Eukalyptusöle nicht und reagieren mit verschiedenen Reiz-Reaktionen darauf.


Salben und Gele mit Eukalyptusöl

Bei Kindern ist eine äußere Behandlung mit speziellen Salben und Gelen, die Eukalyptusöl enthalten, daher sinnvoller und vor allem wesentlich ungefährlicher. In der Apotheke und auch in Drogerien finden Sie ein breites Produktsortiment, das für Ihre Zwecke in Frage kommt. Salben und Gele mit Eukalyptusöl werden vor allem im Falle einer Erkältung oder Grippe eingesetzt. Sie sollen dabei helfen, festsitzenden Schleim zu lockern und das Abhusten zu unterstützen. Auf diese Weise werden schließlich die Atemwege wieder befreit.

Um eine bestmögliche Wirkung zu erzielen, sollten Sie sowohl den Brustkorb als auch den oberen Rücken mit einer Eukalyptus-Salbe einreiben. Beim Kontakt mit der Haut entsteht meist ein angenehmes Brennen. Außerdem findet eine Wärmeentwicklung statt. Wer unter einer empfindlichen Haut leidet, sollte zunächst erst einmal an einer kleinen Stelle die Verträglichkeit von Salben und Gelen testen, ehe eine großflächige Behandlung stattfindet. Reagiert die Haut gereizt auf das Eukalyptusöl, kann es zu Ausschlägen und Juckreiz kommen.

Übrigens: Eine Eukalyptus-Salbe kann nicht nur in der Apotheke oder Drogerie gekauft, sondern auch selbst hergestellt werden. Hierzu benötigen Sie folgende Zutaten:
  • 30 ml Pflanzenöl (hochwertig)
  • 2 g Bienenwachs
  • 20 bis 50 Tropfen Eukalyptusöl

Um die Salbe herzustellen, müssen Sie das Pflanzenöl und das Bienenwachs zunächst in ein hitzebeständiges Gefäß geben und es im Wasserbad erhitzen. Wenn das Wachs geschmolzen ist und sich beide Zutaten vermengt haben, können Sie das Eukalyptusöl hinzugeben. Die entsprechende Dosierung ist Ihnen überlassen und kann individuell angepasst werden. Nach diesem Arbeitsschritt können Sie die Salbe in einen Tiegel abfüllen und erhärten lassen. Danach kann die Eukalyptus-Salbe äußerlich angewendet werden. Sie wirkt nicht nur bei Erkältungen, sondern auch gegen Muskelkater, Rheuma und Arthrose und kann auf alle betroffenen Körperteile aufgetragen werden.

Tipp: Wenn Sie nur wenige Tropfen Eukalyptusöl (maximal 5) verwenden, können Sie die Salbe auch am äußeren Rand der Nase einsetzen. Dort wirkt sie bei festsitzendem Schnupfen befreiend und hilft dabei, wieder tief einatmen zu können.

Vergessen Sie nicht, die Salbe nach der Herstellung zu beschriften. Wichtig ist auch, das Datum der Herstellung zu notierten. Selbsthergestellte Salben sind nie so lang haltbar wie industrielle Produkte und müssen daher zügig aufgebraucht werden.

 

Bäder mit Eukalyptusöl

Ein heißes Erkältungsbad mit ein paar Tropfen Eukalyptusöl gehört definitiv zu den Klassikern der Krankheitsbehandlung. Die ätherischen Öle, die sich durch das warme Badewasser optimal entfalten können, helfen dabei, Ihre Atemwege zu befreien. Außerdem ist ein Eukalyptus-Bad sehr entspannend und hilft gegen Muskelkater und Gelenkbeschwerden.

Um ein Eukalyptus-Bad zu machen, können Sie entweder konzentriertes Öl oder eine spezielle Bade-Mischung verwenden. Bei letzterem müssen Sie unbedingt auf die empfohlene Dosierung achten.

Außerdem sollten Sie immer beachten, dass Eukalyptusöl eine kühlende Wirkung hat. Wer als stark friert, sollte das Bad eher verschieben.

Orale Einnahme von Eukalyptusöl

Eine der beliebtesten Anwendungsmöglichkeiten von Eukalyptusöl ist das Lutschen von Eukalyptusbonbons. Diese schmecken lecker und zeigen eine sofortige Wirkung. Die Bonbons befreien die Atemwege und helfen dabei, festsitzenden Schleim abzuhusten. Eukalyptusbonbons gehören aus diesem Grund zur festen Ausrüstung gegen Erkältungen.

Eine andere Möglichkeit der oralen Einnahme von Eukalyptusöl bieten spezielle Weichkapseln. Diese sind magensaftresistent und werden meist gut vertragen.

 

Eukalyptusöl-Kompressen

Eukalyptus-Öl kommt nicht nur Erkältungen und Schmerzen, sondern auch Blasenproblemen zum Einsatz. Kompressen mit Eukalyptusöl haben sich längst in der Volksmedizin etabliert und werden eingesetzt, um damit Blasenentzündungen zu behandeln. Geben Sie dazu einfach ein paar Tropfen Eukalyptusöl auf eine Kompresse und legen Sie diese auf Höhe der Blase auf den Bauch. Decken Sie die Kompresse mit einem Handtuch ab und legen Sie noch eine Wärmflasche oder ein Körperkissen darauf. Die Behandlung wirkt schmerzlindern und beruhigend.

 

Eukalyptusöl – nicht für jeden geeignet

Auch wenn Eukalyptusöl eine ausgesprochen gute Wirkung aufweisen kann, ist es nicht für jeden geeignet. Wer eher einen Bogen um das ätherische Öl machen sollte (und warum) können Sie hier nachlesen.

 

  • Kinder unter drei Jahren: Kleinkinder vertragen Eukalyptusöl nicht. Bei ihnen kann eine Inhalation oder eine andere Behandlungsform akute Atemnot auslösen.
  • Asthmatiker und andere Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen: Eukalyptus kann atemwegsreizend wirken. Aus diesem Grund ist das Öl für Asthamtiker und Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen ungeeignet.
  • Menschen mit einer Erkrankung von Leber oder Galle: Das gleiche gilt für Menschen, deren Leber oder Galle nicht gesund ist.
  • Schwangere Frauen: Eukalyptusöl kann über die Plazenta zum ungeborenen Kind gelangen. Auch hier besteht ein Risiko. Über die Wirkung von Eukalyptusöl während der Stillzeit gibt es bislang keine repräsentativen Studien. Generell gilt jedoch Vorsicht bei der Einnahme.

Darüber hinaus können auch bei allen anderen Menschen gelegentlich Nebenwirkungen auftreten, wenn Sie Eukalyptusöl anwenden. Hierzu gehören unter anderem:

  • Rötungen der Haut
  • Juckreiz
  • Magenschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Besonders Menschen mit einem empfindlichen Magen sollten Eukalyptusöl nie oral (als Bonbon oder als Bestandteil eines Medikaments) einnehmen. Die Gefahr von Nebenwirkungen ist in diesem Fall besonders groß. Gleiches gilt für Menschen, die eine anspruchsvolle Haut haben. Sie sollten entsprechende Salben und Öle stets mit Vorsicht verwenden.

Verwendung abseits der Medizin

Dass Eukalyptusöl ein wirksames Heilmittel gegen Erkältungen und Gelenkbeschwerden ist, wurde nun ausführlich erläutert. Das ätherische Öl hat allerdings noch mehr zu bieten.

Im Haushalt kommt Eukalyptusöl vor allem als natürliches Desinfektionsmittel zum Einsatz. Außerdem ist es ein häufiger Bestandteil von Zahncremes und Mundwassern. Hierbei wird vor allem die Wirkung, einen frischen Atem zu erzeugen, geschätzt.


Darüber hinaus ist Eukalyptusöl aufgrund seines intensiven Geruchs auch ein effektives Mittel gegen Insekten. Schon wenige Tropfen in einer Schüssel mit Wasser helfen, um die kleinen Krabbeltiere an einem lauen Sommerabend fern zu halten. Um die Wirkung noch zu verstärken, empfiehlt es sich, die Wasser-Eukalyptusöl-Mischung mithilfe eines Teelichts verdampfen zu lassen. Hierfür gibt es spezielle Aromalampen.

Eukalyptusöl hat viele verschieden Anwendungsmöglichkeiten und ist deswegen ein fester Bestandteil jeder Hausapotheke. Egal, ob Sie das Öl konzentriert oder als Salbe, Badezusatz oder Bonbon verwenden – Die Wirkung ist meist gleich. Das Öl löst Schleim und befreit die Atemwege. Außerdem hilft es dabei, Bakterien und Viren in der Lunge abzutöten. Aus diesem Grund ist Eukalyptusöl ein effektives Heilmittel aus der Natur, das auch im Europäischen Arznei-Buch aufgeführt wird.

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Die Vorteile von Eukalyptusöl


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2 Kommentare

  1. John

    Danke für die Informationen, ich wusste nicht, dass Eukalyptusöl nicht für Kleinkinder geeignet ist! Trotzdem gut zu wissen, sowas gehört nicht zum Allgemeinwissen und sollte daher immer erwähnt werden.

    Reply
  2. iris

    Ich liebe den Duft von Eukalyptus. Bisher habe ich Eukalyptusöl allerdings nur bei Erkältungen eingesetzt. Dass man sich damit Insekten vom Leib halten kann, wusste ich bisher nicht. Das wird sofort ausprobiert! Im Sommer fallen leider Heerscharen von Krabbeltieren über einen her. Das trübt die Freude am Draußensitzen. Ich werde nicht gern gestochen. Wenn es schon reicht, eine Duftlampe mit Eukalyptus aufzustellen, um Ruhe zu haben, wäre ich begeistert! Danke für den tollen Tipp!

    Reply

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Menschlich? Dann bitte rechnen. ;) *