Wasser im Ohr und die unangenehmen Folgen

Wasser im Ohr und die unangenehmen Folgen

Nach dem Duschen oder Haare waschen, einem Besuch im Schwimmbad oder einem Bad im Meer fühlen sich die Ohren oft an, als seien sie verstopft. Geräusche sind nur gedämpft wahrnehmbar und das unangenehme Gefühl kann mehrere Tage anhalten. Der Grund für dieses Problem ist Wasser, das sich in den Ohren gesammelt hat. Zusammen mit Ohrenschmalz, Staub- und Schmutzpartikeln, aber auch mit Resten von Shampoo oder Seife blockiert das Wasser die Gehörgänge, was ernste gesundheitliche Folgen haben kann.

Das Trommelfell ist blockiert

Dringt Wasser in die Ohren ein, dann blockiert das Wasser das empfindliche Trommelfell. In der Folge kann die Membran nicht mehr wie gewohnt schwingen, was wiederum zu einer Beeinträchtigung des Hörvermögens führt. Das Trommelfell ist ein wichtiger Teil des Schallleitungsapparats und trennt das Mittelohr und die sogenannte Paukenhöhle vom äußeren Gehörgang. Es hat eine meist rund bis länglich-ovale Form, die zum äußeren Gehörgang hin leicht abgeschrägt ist. Mit einer Höhe von zehn bis elf Millimetern, einer Breite von rund neun Millimetern und eine Dicke von 0,1 Millimeter ist das Trommelfell ein sehr kleines Körperteil. Seine Funktion ist aber ausgesprochen wichtig, was schnell klar ist, wenn sich Wasser vor dem Trommelfell sammelt. Dass sich Wasser im Ohr festsetzt, ist schnell passiert, aber nicht ganz so schnell lässt sich das Wasser wieder entfernen.

Warum fließt das Wasser nicht einfach ab?

Die meisten Menschen, denen Wasser die Ohren verstopft, versuchen durch eine Schräghaltung des Kopfes das Wasser wieder loszuwerden. Das kann funktionieren, aber meist sind diese Versuche nicht von Erfolg gekrönt. Der Grund ist in der Anatomie des Gehörgangs zu finden. Der Gehörgang ist sehr eng und fällt zum Ende hin leicht ab. In einem spitzen Winkel, wo sich das Trommelfell und der Gehörgang treffen, befindet sich eine kleine Mulde. In dieser Mulde sammelt sich das Wasser wie in einem Becken und kann so einfach nicht wieder abfließen. Der zweite Grund, warum das Wasser nicht abläuft, hat mit dem Ohrensekret oder dem Ohrenschmalz zu tun. Dieses Sekret quillt auf, wenn es mit Wasser in Verbindung kommt und blockiert dann den Gehörgang.

Wie gefährlich ist das Wasser im Ohr?

Grundsätzlich ist es keine gefährliche Situation, wenn Wasser in die Ohren gelangt, solange die Ohren gesund sind. In diesem Fall bildet das Trommelfell eine natürliche Blockade und verhindert, dass mit Bakterien oder andere Krankheitserreger dem Wasser durch das Innenohr in den Körper wandern. Problematisch ist es aber immer dann, wenn das Trommelfell beschädigt ist, zum Beispiel durch einen Riss. Zu Schwierigkeiten kann es auch kommen, wenn sich ein Paukenröhrchen im Ohr befindet. Ist das Ohr beschädigt, dann muss das Wasser aus dem Ohr entfernt werden, da es sonst zu gesundheitlichen Probleme kommen kann.

Das ist vor allem dann wichtig, wenn es sich um Wasser aus dem Schwimmbad handelt, denn dieses Wasser ist häufig durch Keime verschmutzt. Da es im Gehörgang eng und warm ist, können sich die Keime dort schnell vermehren. Schließlich weichen sie die Haut auf und das führt dann zu schmerzhaften Entzündungen. Wird die Entzündung nicht behandelt, dann breitet sie sich aus. Betroffen sind nicht nur der Gehörgang, sondern auch das Trommelfell sowie das Mittel- und das Innenohr. Im schlimmsten Fall kann die Entzündung auch die Hirnhaut angreifen.

So kann das Wasser wieder ablaufen

Um eine Entzündung zu vermeiden, muss das Wasser so schnell wie möglich wieder aus dem Ohr ablaufen. Um das zu erreichen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Effektiv ist der Föhn, der aus einer Entfernung von mindestens 30 Zentimetern auf niedrigster Stufe rund zwei Minuten lang an das Ohr gehalten wird. Auch Kaubewegungen und ausgiebiges Gähnen ist eine gute Idee. Auf diese Weise baut sich Druck im Mittelohr auf und das öffnet den Gehörgang. Den Kopf zur Seite zu neigen und gleichzeitig die Ohrmuschel nach hinten zu ziehen, kann helfen, damit das Wasser aus dem Ohr abläuft. Hilfreich ist es auch, den äußeren Knorpelvorsprung des Ohres zu drücken, denn dabei entsteht ein Gegendruck auf den Gehörgang. Einen Druckausgleich zu schaffen, hat sich ebenfalls bewährt: Mit zugehaltener Nase und geschlossenem Mund wird kräftig gepustet, das öffnet in der Regel den Gehörgang.

Damit erst gar kein Wasser in die Ohren gelangen kann, ist es ratsam, beim Schwimmen oder auch beim Duschen und Haare waschen die Ohren mit Stöpseln zu verschließen. Diese Stöpsel gibt es in jeder Apotheke.

Bild: @ depositphotos.com / VGeorgiev

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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