Wie gefährlich ist eine Herzbeutelentzündung?

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Das Herz liegt, salopp gesagt, sicher geschützt in einer Art Beutel, der aus einem festen Gewebe besteht. Dieser Beutel schützt das Herz aber nicht nur, er sorgt auch dafür, dass das Herz an seinem Platz im Brustkorb bleibt. Wenn sich der Herzbeutel entzündet, dann spricht der Arzt von einer sogenannten Perikarditis und diese Krankheit kann entweder akut, schwer oder auch chronisch-schleichend verlaufen. Ohne ärztliche Hilfe ist eine Herzbeutelentzündung immer lebensbedrohlich, ganz gleich, um welche der drei Formen es sich handelt.

Was löst eine Herzbeutelentzündung aus?

Wenn sich der Beutel entzündet, der das Herz komplett umschließt, dann sind entweder Viren oder Bakterien die Ursache. Nicht immer wird eine Herzbeutelentzündung durch eine Infektion ausgelöst, auch Reaktionen des Immunsystems können dafür verantwortlich sein. kann eine Entzündung auslösen, aber auch eine simple Erkältung, die nicht richtig auskuriert wurde, kann dafür sorgen, dass sich der Herzbeutel entzündet. Nicht selten tritt die Entzündung als Folgeerscheinung eines Herzinfarkts auf, und zwar immer dann, wenn der abgestorbene Herzmuskel abgebaut und durch vernarbtes Gewebe ersetzt wird. Chronischen Herzbeutelentzündungen ist vielfach eine Tuberkuloseerkrankung vorausgegangen und auch bestimmte können die Verursacher der Entzündung am Herzbeutel sein.

Welche Symptome gibt es?

Kommt es zu einer akuten Herzbeutelentzündung, dann treten starke Schmerzen hinter dem Brustbein oder auch im gesamten Brustkorb auf. Die Schmerzen können dabei in den Rücken, in den Hals oder auch in den linken Arm ausstrahlen. Wenn die Betroffenen husten, niesen, tief einatmen, sich zu schnell bewegen oder schlucken, dann verstärken sich die Schmerzen. Oftmals kommt es auch zu Fieber und der Herzschlag ist deutlich beschleunigt. Viele verspüren auch ein sogenanntes Stolperherz, das immer dann auftritt, wenn es zu Herzrhythmusstörungen kommt. Handelt es sich um einen akuten Fall, dann kommen noch Atemnot und ein starkes Engegefühl in der Brust dazu. Da die typischen Symptome ebenfalls bei einem Herzinfarkt und bei einer Lungen- oder Rippenfellentzündung auftreten, muss die Ursache so schnell wie möglich abgeklärt werden. Bei einigen Patienten kann der Arzt die Entzündung des Herzbeutels sogar auf den ersten Blick erkennen, denn zu den Symptomen dieser Entzündung gehören auch gestaute Halsvenen, die dann sichtbar unter der hervortreten.

Die große Gefahr der Herzbeuteltamponade

Kommt es zu einer Herzbeuteltamponade, dann wird es für den Patienten lebensgefährlich. Diese Komplikation entsteht immer dann, wenn sich entweder Blut, Eiter oder Entzündungsflüssigkeit im Herzbeutel sammeln und damit verhindern, dass der Beutel sich ausdehnen kann. In der Folge wird immer weniger Blut von der rechten Herzkammer in die Lunge oder von der linken Herzkammer in den Kreislauf gepumpt. Wenn das passiert, dann bricht der Kreislauf komplett zusammen und muss als akuter Notfall sofort behandelt werden.

Wie wird die Entzündung behandelt?

Die erste und wichtigste Maßnahme, wenn die Diagnose Herzbeutelentzündung feststeht, ist, das Herz zu entlasten und den Patienten zur Ruhe kommen zu lassen. Die meisten Fälle von Herzbeutelentzündung werden in den Notaufnahmen oder den kardiologischen Abteilungen der Krankenhäuser behandelt, denn dort sind die medizinischen Geräte vorhanden, die die Patienten dringend benötigen. Wird eine bakterielle Entzündung diagnostiziert, dann wird ein Antibiotikum gespritzt oder als Infusion gegeben, und zwar so lange, bis ein sicherer Spiegel erreicht wird. Viren lassen sich leider nicht direkt behandeln, die Symptome, die sie verursachen, aber schon. Hier werden entzündungshemmende Medikamente wie zum Beispiel Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure in einer hohen Dosis verabreicht. Während diesen Behandlungen wird der Patient permanent mittels Ultraschall überwacht. Handelt es sich um eine Herzbeuteltamponade, dann muss es schnell gehen, denn die Herzfunktion ist beeinträchtigt. Der Herzbeutel wird unter Ultraschallkontrolle mit einer dünnen Nadel punktiert und die Flüssigkeit wird aus dem Beutel gezogen. Anschließend wird der Patient auf die Intensivstation verlegt, um frühzeitig zu erkennen, wenn sich wieder Flüssigkeit im Herzbeutel sammelt.

Bei einer chronischen Herzbeutelentzündung bilden sich oftmals Vernarbungen und Verdickungen am Herzbeutel, es entsteht ein sogenanntes Panzerherz. Die müssen entfernt werden und das funktioniert nur durch einen operativen Eingriff am offenen Brustkorb.

Wie sieht die Prognose aus?

Bei einer Herzbeutelentzündung handelt es sich immer um eine sehr schwere Erkrankung, die sich schnell auf das ganze Herz ausbreiten kann. Wird die Entzündung und ihre Ursache aber früh genug erkannt, dann heilt die Erkrankung ohne Folgen ab. Wird eine Entzündung am Herzbeutel jedoch nicht rechtzeitig behandelt oder zu spät erkannt, dann kann diese Krankheit im schlimmsten Fall zum Tode führen.

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Ulrike Dietz