Mineralwasser oder Leitungswasser – was ist besser?

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Ohne Wasser kann kein Mensch länger als drei Tage überleben, Wasser ist damit so etwas wie ein Lebenselixier. Wie beliebt Wasser als Getränk ist, das beweist eine Studie, nach der jeder Deutsche im Schnitt 144 Liter Wasser pro Jahr trinkt. Mineralwasser oder – diese Frage stellen sich in diesem Zusammenhang viele Menschen und überlegen, ob es immer ein teures Mineralwasser sein muss, wenn aus dem Wasserhahn ebenfalls qualitativ gutes Trinkwasser kommt. Aber ist Mineralwasser wirklich gesünder als Wasser, das aus der Leitung kommt und ist günstiges Mineralwasser schlechter als ein teures Markenprodukt?

Mineralwasser oder Leitungswasser – es kommt auch auf den Preis an

Wer im Supermarkt schon einmal nach Mineralwasser gesucht hat, dem wird aufgefallen sein, wie groß die Preisspanne zwischen den einzelnen Angeboten ist. Während man beim Discounter für eine Flasche Wasser knapp 20 Cent bezahlen muss, kostet die Flasche im Supermarkt nicht selten über drei Euro. Jedes Mineralwasser wird aus einer natürlichen Quelle gewonnen und die großen Unterschiede beim Preis resultieren aus dem Transport und den mitunter horrend hohen Kosten für die . Der Liter Mineralwasser kostet im Durchschnitt 50 Cent, der Liter Leitungswasser aber nur durchschnittlich 0,02 Euro. Beim Preis fällt die Wahl Mineralwasser oder Leitungswasser eindeutig zugunsten des Leitungswassers aus, denn aus dem Hahn ist preislich unschlagbar.

Wer gewinnt den Geschmackstest?

Für die einen ist Wasser eben Wasser und es schmeckt im Grunde nach nichts. Für andere ist Wasser mit Wein zu vergleichen und echte Wasserexperten können schmecken, ob es sich um Mineralwasser oder Leitungswasser handelt, Gourmets sind sogar in der Lage, zwischen einem Wasser für 19 Cent und einem exklusiven Luxuswasser für über 100,- Euro pro Liter zu unterscheiden. So empfehlen zum Beispiel Sterneköche, zu einem herzhaften ein Sprudelwasser mit viel Natrium zu trinken, während zu einem leichten Gericht oder zu einer Süßspeise ein natriumarmes Wasser besser passt. Aber kann der normale Verbraucher unterscheiden, ob es sich um ein Mineralwasser oder um Leitungswasser handelt? Eher nicht, denn ein Test hat gezeigt, dass bei einer Blindverkostung keiner das Wasser aus der Leitung vom Mineralwasser aus der Flasche unterscheiden konnte.

Wie sieht es mit der Qualität aus?

Zwar ist das Leitungswasser in Deutschland qualitativ hochwertig, aber klar ist auch, dass das Grundwasser vielerorts arg verschmutzt ist. Schuld daran ist unter anderem die , denn die knapp 40.000 Tonnen Medikamente, die jedes Jahr verschrieben werden, gehen irgendwann ihren Weg durch die Toilette und landen unverdünnt oder als Abbauprodukt im Grundwasser. An der vielfach schlechten Qualität des Grundwassers wird sich auch in den nächsten Jahren wenig ändern, denn die Menschen werden immer älter und der Verbrauch an Medikamenten wird weiter steigen. In Deutschland gibt es 6200 Wasserwerke und in diesen Wasserwerken müssen immer aggressivere Chemikalien zum Einsatz kommen, die die Keime im Trinkwasser vernichten. Labortests zeigen, dass Mineralwasser kaum gesundheitliche Mängel aufweist und bei der Frage Mineralwasser oder Leitungswasser geht der Punkt eindeutig an das Mineralwasser.

Die Ökobilanz

Leitungswasser kann trotz einiger Mängel bedenkenlos getrunken werden, aber hat das Wasser aus dem Wasserhahn auch aus ökologischer Sicht die Nase vorn? Die Deutschen trinken ihr Mineralwasser entweder aus der Glas- oder aus einer handlichen leichten Plastikflasche, und während die Plastikflaschenfans ein schlechtes Gewissen haben, was die Umwelt angeht, fühlen sich die Fans der Glasflasche sicher. Leider ist es genau umgekehrt, denn wenn Glasflaschen recycelt werden, dann ist das deutlich aufwendiger und teurer als bei Plastikflaschen. Wer viel Mineralwasser trinkt, der sollte Wasser aus der Region und kein Wasser aus Frankreich oder Italien wählen, denn die weiten Transportwege sorgen für eine schlechte Ökobilanz. Leitungswasser aus dem Hahn belastet die Umwelt nicht und das lästige Schleppen ist auch kein Thema.

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Ulrike Dietz