Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen / Affiliate Links mit * gekennzeichnet / Bilder DSGVO-konform über Proxyserver von der Amazon Product Advertising API geladen / Platzierung nach Amazonverkaufsrang / Amazon und das Amazon-Logo sind Warenzeichen von Amazon.com, Inc. oder eines seiner verbundenen Unternehmen

Partydrogen und ihr Karrieren in der Medizin

Partydrogen und ihr Karrieren in der Medizin

Wer sich 2016 einen Joint gedreht und dann gekifft hat, war ein Gesetzesbrecher, denn Cannabis war eine illegale Droge. Seit Anfang 2017 ist das etwas anders, denn seitdem dürfen die Ärzte die Droge ganz legal verschreiben, und zwar als Medikament. Jetzt gibt es immer mehr Studien, die die illegalen Substanzen einmal genauer unter die Lupe nehmen. Es wird erforscht, ob das, was allgemein als Partydroge bekannt ist, nicht vielleicht als Medizin von Nutzen sein kann.

LSD in der Apotheke?

Die Wissenschaft hat nicht den Ehrgeiz, LSD, Cannabis oder magischen Pilzen den Weg in die Legalität zu ebnen. Die Forscher wollen vielmehr herausfinden, ob die Drogen, die viele Leute zum Spaß einnehmen, kranken Menschen helfen können. Chemiker und Mediziner arbeiten auf Hochtouren und forschen an den Substanzen, die einen zweifelhaften Ruhm als Partydrogen haben. Wer weiß, vielleicht gibt es LSD bald ganz legal in der Apotheke zu kaufen.

Die lange Geschichte des Cannabis

Die Hanfpflanze gehört zu den ältesten Kulturpflanzen dieser Welt. Die alten Chinesen wie auch die Ägypter haben sie angebaut und beide Völker wussten um die berauschende, aber auch um die heilende Wirkung der Pflanze. Historiker gehen davon aus, dass Cannabis schon vor mehreren Tausend Jahren eine Art Partydroge war. Ein Comeback feierte die Hanfpflanze im 20. Jahrhundert, als sie nach Europa und in die USA kam. Da es aber vor allem Einwanderer aus Mexiko und später auch die Blumenkinder und Hippies waren, die kifften, beschloss die UN 1961, Cannabis aktiv zu bekämpfen. Trotzdem ist Cannabis bis heute die Droge, die am häufigsten angebaut, gehandelt und auch konsumiert wird. Ob Cannabis tatsächlich eine heilende Wirkung hat, ist höchst umstritten, und bei welchen Krankheiten es helfen kann, ist auch nirgendwo zu lesen. Es ist immer von schweren Krankheiten die Rede, trotzdem gibt es Cannabis heute auf Rezept.

LSD – mehr als nur bunte Bilder

Seine Entdeckung verdankt LSD einem Zufall. 1943 arbeitete der Chemiker Albert Hofmann nichts Böses ahnend in seinem Labor, als sich plötzlich berauscht fühlte. Er sah erschreckend plastische Bilder vor seinen Augen und er konnte herrlich bunte Farbenspiele wahrnehmen. Hofmann fand keine logische Erklärung für seinen Zustand und vermutete, dass es vielleicht mit der unbekannten Substanz LSD zu tun haben könnte. Hofmann lag richtig, denn er hatte bei der Arbeit unbemerkt eine kleine Menge LSD über die Haut aufgenommen. Bekannt wurde die Substanz aber erst, als die Pharmafirma Sandoz die Substanz an Psychotherapeuten und Ärzte weitergab. In den 1960er Jahren etablierte sich LSD als Partydroge vor allem in der Hippie-Szene. Da jedoch die Angst vor den Folgen zu groß wurde, gab es ein Verbot für LSD. Seit 1966 ist die Substanz in Deutschland verboten, jetzt gibt es aber Wissenschaftler, die mit LSD gegen Depressionen, Angststörungen und Autismus kämpfen wollen. Ob das gelingt, ist fraglich, den nicht bei jedem Menschen entfaltet die halluzinogene Droge die gleiche Wirkung.

Die magischen Pilze

Psilocybin heißt der Wirkstoff, der aus gewöhnlichen Pilzen magische Pilze oder Magic Mushrooms macht. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass die Umgebung verstärkt wahrgenommen wird, eine Wirkung, die an LSD erinnert. Im Gegensatz zu LSD ist die Wirkung aber deutlich schwächer und es kommt seltener zu Angstzuständen. In vielen Kulturen sind die magischen Pilze schon sehr lange bekannt, 1957 wurden sie nach einem Artikel im „Life“ Magazin in den USA bekannt. Mitte der 1960er Jahren nutzte die Medizin bereits den Wirkstoff Psilocybin, unter anderem auch in der Psychotherapie. Die Pilze gehörten aber auch schnell zu den beliebten Partydrogen, was ihnen in den 1970er Jahren eine Einstufung als gefährliche Substanz einbrachte, die bis heute Gültigkeit hat. Heute wissen Forscher, dass Magic Mushrooms Krebspatienten die Angst nehmen können, sie wirken antidepressiv und helfen zudem bei Clusterkopfschmerzen, Alkoholsucht und Zwangsstörungen. Damit sind die Grundlagen für einen medizinischen Einsatz gegeben, aber die Politik sieht das nach wie vor sehr kritisch.

Ketamin – nur ein harmloses Narkosemittel?

Wie beim LSD, so war es auch beim Ketamin ein Chemiker, der mehr durch Zufall eine Partydroge fand. Calvin Stevens entdeckte in den 1960er Jahren mit Ketamin ein neues Narkosemittel, das sich unter den Partydrogen größter Beliebtheit erfreut. Wird Ketamin geschluckt oder geschnupft, dann löst es Halluzinationen aus und verändert die Wahrnehmung. Gedanken und Gefühle spielen keine Rolle mehr und in hohen Dosen eingenommen, gibt es eine gefühlte Trennung von Körper und Umgebung. Diesen Zustand nennen diejenigen, die Ketamin einnehmen, das „K-Hole“, das K-Loch. 1970 wurde Ketamin als Narkosemittel zugelassen und steht heute auf der Liste der Medikamente, die unentbehrlich sind. Kommt das Mittel bei einer OP zum Einsatz, dann spritzt der Anästhesist zusätzlich ein Beruhigungsmittel, damit der Patient keine Wahnvorstellungen bekommt. In einigen Kliniken kommt Ketamin bei besonders schweren Depressionen zum Einsatz, jedoch nur, wenn dem Patienten kein anderes Medikament helfen kann.

Was könnte zugelassen werden?

Vor allem die psychedelischen Substanzen, wie sie in den magischen Pilzen, dem Ketamin und im LSD zu finden sind, stoßen immer noch auf sehr große Vorbehalte. Eine Zulassung von Ketamin als gängiges Mittel gegen Depressionen ist daher so gut wie ausgeschlossen. Auch die Magic Mushrooms werden wohl weiter als Partydrogen genutzt, denn auch hier sehen Politiker den Einsatz als Medikament sehr kritisch. Ob LSD als Medizin eine Chance hat, das sollen Studien zeigen, die unter anderem in der Schweiz laufen. Aber selbst wenn die Studien ein positives Ergebnis liefern, als Medikament wird LSD wohl nicht auf den Markt kommen. Die Nutzung von Cannabis in der Medizin ist nach wie vor nichts anderes als ein Experiment. Noch fehlt es an wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber die Forschung ist sehr zuversichtlich, dass Cannabis bei einigen Krankheiten sinnvoll zum Einsatz kommen kann.

Fazit

Mit den Partydrogen ist es ein bisschen wie mit dem Gift: Es kommt immer auf die Dosis an. Es gibt einige Gifte, die in der Medizin sehr hilfreich sind. Geht es aber um Partydrogen wie LSD, Ketamin oder auch Magic Mushrooms, dann stellt die Politik als Gesetzgeber die höchste Hürde dar. Sollte es der Wissenschaft gelingen, die Partydrogen aus ihrer „Schmuddelecke“ zu holen und nachzuweisen, wie effektiv diese Mittel sind, dann ist der Weg in die Medizin nicht mehr weit.

Bild: @ depositphotos.com / portokalis

Bestseller Nr. 1
Partydrogen - Alles Wissenswerte zu Ecstasy, Speed, LSD, Cannabis, Kokain, Pilzen und Lachgas *
  • Bernhard van Treeck
  • Herausgeber: Schwarzkopf & Schwarzkopf
  • Taschenbuch: 277 Seiten
Bestseller Nr. 2
Das Drogentaschenbuch *
  • Norbert Scherbaum
  • Thieme
  • Kindle Edition
Bestseller Nr. 3
XTC: Ecstasy und Co - Alles über Partydrogen *
  • Patrick Walder, Günter Amendt
  • Herausgeber: Rowohlt
  • Taschenbuch: 160 Seiten
1 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 5 (1 Bewertungen, durchschnittlich: 5,00 von 5)

Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen / Affiliate Links mit * gekennzeichnet / Bilder DSGVO-konform über Proxyserver von der Amazon Product Advertising API geladen / Platzierung nach Amazonverkaufsrang / Letzte Aktualisierung am 15.12.2018 um 20:35 Uhr / Amazon und das Amazon-Logo sind Warenzeichen von Amazon.com, Inc. oder eines seiner verbundenen Unternehmen

Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.