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Spina bifida – eine Fehlbildung und viele offene Fragen

Spina bifida – eine Fehlbildung und viele offene Fragen

Kommt ein Kind mit Spina bifida zur Welt, dann hat es umgangssprachlich einen offenen Rücken. Dabei handelt es sich um eine Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks, die in ganz unterschiedlichen Schweregraden auftreten kann. Wie diese Fehlbildung entsteht und welche Ursachen dafür verantwortlich sind, ist bis heute noch unklar, aber es gibt Vermutungen, wie es dazu kommen kann. Werdende Mütter können allerdings etwas tun, damit ihr Kind nicht mit Spina bifida geboren wird.

Wie entsteht Spina bifida?

Während der Embryo im Mutterleib heranwächst, verbinden sich die beide bogenförmigen Teile der Wirbel und bilden dann mit dem Wirbelkörper einen Ring, der das sogenannte Wirbelloch nach unten hin eingrenzt. In diesem Wirbelloch liegt das Rückenmark, das von den Rückenmarkhäuten umgeben ist, die das Rückenmark schützen. Zu einer Spina bifida kommt es, wenn der Bogen bei einem oder mehreren Wirbeln nicht geschlossen wird und sich so ein Spalt bilden kann. Durch diesen Spalt werden dann Teile des Rückenmarks, aber auch Nerven nach außen gedrückt. Besonders häufig passiert das an der Lendenwirbelsäule und am Kreuzbein, weniger häufig sind die Brust- und die Halswirbelsäule betroffen. Der offene Rücken zeigt sich meist zwischen dem Übergang vom fünften und damit letzten Lendenwirbel und dem ersten Wirbel des Kreuzbeins.

Die verschiedenen Arten

Unterschieden wird die Fehlbildung zwischen einer Spina bifida occulta und der Spina bifida aperta. Occulta bedeutet übersetzt verborgen, bei dieser Form sind die Wirbelbögen zwar gespalten, aber es tritt kein Rückenmark aus. Diese Fehlbildung ist bedeutungslos und wird meist zufällig beim Röntgen entdeckt. Aperta bedeutet offensichtlich vorhanden und in diesem Fall wird das Rückenmark mit in die Spaltenbildung einbezogen. Neben diesen beiden Arten gibt es noch unterschiedliche Ausprägungen wie die Rachischisis, ein Wirbelsäulenspalt, in dem das Nervengewebe ohne die schützende Haut offenliegt. Eine andere Ausprägung ist die Meningozele, bei der die Rückenmarkhäute, die sogenannten Meningen sich durch den Spalt unter der Haut vorwölben, während das Rückenmark seine normale Lage hat.

Welche Ursachen sind möglich?

Wie es genau zu einer Spina bifida kommt, ist wie schon erwähnt, noch immer nicht vollständig geklärt. Eine Ursache kann ein Mangel an Folsäure sein, denkbar ist auch eine genetische Veranlagung. Frauen, die in der Schwangerschaft Antiepileptika einnehmen, haben ein höheres Risiko, dass sich bei ihrem Baby ein offener Rücken bildet. Eine weitere Ursache kann eine schlecht eingestellte Diabetes-Erkrankung in einer frühen Phase der Schwangerschaft sein.

Wie sehen die Behandlungsmöglichkeiten aus?

Die Behandlung richtet sich zum einen nach der Art und zum anderen nach dem Ausmaß der Fehlbildung. Handelt es sich um eine leichte Form, dann ist keine Behandlung notwendig, da die Fehlbildung keine Auswirkungen hat. Handelt es hingegen um die offene Form, dann sind die Defekte ausgeprägter und die erste Operation muss bereits 48 Stunden nach der Geburt stattfinden. Während des Eingriffs wird der offene Rücken geschlossen, was in der Regel gut gelingt, da die Anteile des Rückenmarks und die Funktionen der Nerven durch den Mutterleib geschützt wurden. Allerdings bleiben nicht selten Narben zurück, die am Rückenmark anheften und später das Wachstum behindern können.

Die schwerwiegenden Folgen

Der offene Rücken kann auch schwerwiegende Folgen haben. Bei einigen Kindern ist die Zirkulation zwischen Rückenmarks- und Hirnflüssigkeit gestört und es kann sich ein Wasserkopf bilden. Nach der Geburt wird diesen Kindern ein sogenannter Shunt zur Entlastung gelegt, um mit einem Katheter die Hirnflüssigkeit in die Bauchhöhle abzuleiten. Auch die Funktion der Blase kann gestört sein und auch hier kommt ein Katheter in Betracht, um eine Schädigung der Nieren zu vermeiden. Kommt es zu Deformationen der Gelenke, dann helfen orthopädische Hilfsmittel wie ein Korsett oder Schuhe, die speziell angefertigt werden.

Vollständig heilbar ist der offene Rücken nicht, aber die Intelligenz der Kinder kann sich vollkommen normal entwickeln.

Bild: © Depositphotos.com / designer491

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

1 Kommentar

  1. Leyla Uygun

    Ich habe wegen Spina bifida ebenfalls bei onmeda recherchiert. Dabei habe ich einen wichtigen Tipp gefunden, der hier noch fehlt: Eine Frau, die vorhat, Mutter zu werden, sollte vor der Schwangerschaft und in der frühen Phase der Schwangerschaft Folsäure einnehmen. Das minimiert das Risiko, dass sich ein offener Rücken ausbildet. Zumindest gegen einen Risikofaktor kann man also zum Glück angehen.

    Reply

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