Social Media Sucht: Ab wann gilt man als abhängig?

Social Media Sucht: Ab wann gilt man als abhängig?

Dass Menschen nach Alkohol und Nikotin süchtig sein können ist klar. Auch Mager-, Spiel- und Sexsucht sind bekannt, werden aber schon weitaus seltener thematisiert. Neben diesen „klassischen Süchten“ gibt es auch immer wieder neue Abhängigkeiten, die durch gesellschaftliche, kulturelle und technologische Veränderungen bedingt werden. Eine davon ist die Social Media Sucht. Vor allem junge Menschen leiden vermehrt darunter – häufig, ohne etwas davon zu wissen. Doch woran erkennt man eine Social Media Sucht? Ab wann ist man von Facebook, Snapchat und Co. abhängig?

Die wachsende Bedeutung der sozialen Medien

Soziale Netzwerke, beispielsweise Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat und auch Youtube, gehören für die meisten Menschen inzwischen fest zum Alltag. Nicht nur junge Leute, sondern auch immer mehr ältere entdecken die Medien für sich, um darüber zu kommunizieren, sich zu informieren oder einfach nur unterhalten zu werden. Soziale Netzwerke sind

  • Kommunikationsweg
  • Entertainment
  • Informationsquelle
  • Trend-Barometer
  • Meinungsmacher
  • Selbstdarstellungsplattform

Vor allem letzteres sorgt dazu, dass immer mehr User unter einer Social Media Sucht leiden. Das Verlangen, sich selbst im Netz zu inszenieren und der Wunsch nach Anerkennung in Form von Likes und Kommentaren wächst immer weiter an und wird für die, die süchtig sind, zum Zwang.

Woran erkenne ich eine Social Media Sucht?

Wer sich mit Süchten beschäftigt, stellt schnell fest, dass diese zwar alle für sich betrachtet werden müssen, aber auch zahlreiche Parallelen aufweisen. So nennt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen sechs Anzeichen, an denen man eine Sucht erkennt. Diese sind:

  • Starker Wunsch nach etwas / Zwang, etwas zu konsumieren: Menschen mit einer Social Media Sucht halten es nicht aus, mal einen Tag nicht online zu gehen. Sie müssen immer und immer wieder nachschauen, ob es etwas Neues gibt.
  • Kontrollverlust: Wann und wie lange er online geht, kann der Süchtige nicht mehr kontrollieren.
  • Abstinenzunfähigkeit: Ein freiwilliger Tag ohne Facebook und Snapchat? Für Menschen mit Social Media Sucht undenkbar.
  • Toleranzbildung: Dieser Punkt bedeutet, dass Süchtige immer größere Menschen von Ihrem „Rauschmittel“ brauchen, um befriedigt zu werden. Im Fall der Social Media Sucht bedeutet das, immer länger und öfter online zu sein.
  • Entzugserscheinungen: Unruhe, Nervosität, Schlafentzug, Übelkeit…. Die Entzugserscheinungen einer Social Media Sucht sind vielfältig.
  • Rückzug aus dem Sozialleben: Es klingt paradox, aber Menschen, die ihre Zeit nur noch in sozialen (Online-)Netzwerken verbringen, vernachlässigen nach und nach ihr echtes Sozialleben. Das Abbrechen sozialer Kontakte und ein stetiger Rückzug sind die Folge.

Ab wann habe ich eine Social Media Sucht?

Die oben genannten Symptome kommen Ihnen irgendwie bekannt vor? Dann kann es tatsächlich sein, dass Sie schon eine Social Media Sucht entwickelt haben. Wissenschaftler sind sich einig, dass die Gefahr einer Internet-Abhängigkeit größer ist als eine Nikotin- oder Alkoholsucht. Der Grund hierfür: Soziale Medien sind leichter zugänglich und verursachen keine Kosten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass gerade junge Menschen häufig an der „Online-Nadel hängen“.

Wenn Sie merken, dass Sie täglich eine bestimmte „Dosis“ Social Media brauchen und beim Gedanken, darauf verzichten zu müssen, schon nervös werden, ist es höchste Zeit, eine Pause einzulegen. Ganz bewusster Verzicht und ein stark eingeschränkter Konsum der sozialen Medien sind zwei Wege, um der Social Media Sucht den Kampf anzusagen.

Digital Detox

Wir sind permanent erreichbar – Smartphone sei Dank. Was im ersten Moment nach einem großen Segen klingt, wird für immer mehr Menschen zum Fluch. Längst ist bekannt, dass die dauerhafte Erreichbarkeit krank machen kann. Depressionen und Burnout sind nur zwei von vielen gesundheitlichen Folgen, die häufig auch mit einer Social Media Sucht zusammenhängen.

Ein Digital Detox – also eine digitale Entgiftungskur – ist nicht nur absolut im Trend, sondern auch eine sinnvolle Maßnahme, wenn Sie Ihren Social Media-Konsum bewusst steuern beziehungsweise reduzieren wollen. Wie der Digital Detox aussieht, können Sie selbst bestimmen. Viele Menschen beginnen damit, einen Tag lang komplett auf das Smartphone zu verzichten und empfinden diese Zeit als überaus befreiend. Probieren Sie es doch einfach mal aus.

Bild: © Depositphotos.com / carballo

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Autor(in)

Jessika Fichtel

Jessika Fichtel setzt sich als freiberufliche Autorin intensiv mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Gesundheit, Familie und Sexualität auseinander. Eine besondere Leidenschaft von ihr sind gesunde Ernährung und insbesondere Superfoods.

1 Kommentar

  1. Avatar
    Freezy

    Leider sind alle Plattformen der sogenannten social media nicht mehr nur reine Vergnügungsinstitutionen, sondern vermischen auch berufliches Weiterkommen mit privaten Interessen. Da ist es leider nicht ganz so einfach, einfach mal offline zu gehen.

    Reply

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