Blasenentzündung – Anzeichen kennen und erneuter Erkrankung vorbeugen

Blasenentzündung – Anzeichen kennen und erneuter Erkrankung vorbeugen

Unter einer Blasenentzündung verstehen die Mediziner einen Harnwegsinfekt. Darmbakterien, die sich in der Harnröhre vermehren, lösen die Erkrankung häufig aus. Zwar bringt eine Blasenentzündung unangenehme Symptome mit, doch verläuft sie meist harmlos. Jährlich erkranken rund sieben Millionen Deutsche an dem Harnwegsinfekt.

Dieser Ratgeber liefert Ihnen wichtige Informationen zu den Symptomen und dem Verlauf einer Blasenentzündung. Erfahren Sie hier, wie die leichte Form der Blasenentzündung eigenständig mit Hausmitteln behandelbar ist.

 

Diese Ursachen sind für eine Blasenentzündung verantwortlich

Ein Darmbakterium namens Escherischia coli löst die Blasenentzündung mehrheitlich aus. Normalerweise stuft das Immunsystem diese Bakterien als ungefährlich ein. Sie sind normalerweise als natürlicher Bestandteil der Darmflora aktiv. Doch sobald die Bakterien in die Harnblase eindringen, können sie dort eine schwerwiegende Entzündung auslösen.

Bei der Entstehung einer Blasenentzündung spielt das Geschlecht eine erhebliche Rolle. Wenn Sie dem weiblichen Geschlecht angehören, sind Sie tendenziell häufiger betroffen als Männer. Dies hängt mit der verkürzten Harnröhre im weiblichen Körper zusammen. Durch die vier Zentimeter kurze Harnröhre können die Bakterien einen schnelleren Weg zur Harnblase finden.

 

Blasenentzündung-Symptome: diese Anzeichen sprechen für eine Erkrankung

Sie erkennen die Blasenentzündung anhand ihrer typischen Symptome. Die Erkrankung verursacht einen ständigen Harndrang, infolgedessen Sie vermehrt Wasser lassen müssen. Häufig verursacht der Toilettengang brennende Schmerzen im Unterleib. Mitunter verändern sich auch der Geruch und die Konsistenz des Urins. Oftmals ist der Urin trüb, matt oder mit Blut versetzt.

Bei starken Beschwerden, Fieber und Blutbeimengung im Stuhl ist immer einen Arzt aufzusuchen. Schwangere sollten jede Blasenentzündung ärztlich untersuchen lassen. Die Bakterien in der Harnblase können bis zu den Nieren wandern und dort schwere Komplikationen hervorrufen.

 

Blasenentzündung mit Medikamenten oder Hausmitteln heilen

Bei anhaltenden Beschwerden führt kein Weg an der Arztpraxis vorbei. Ihr zuständiger Hausarzt nimmt auf Basis der Patientenbefragung eine gründliche Anamnese vor. Anschließend bittet er Sie um eine Urinprobe, die er mithilfe der Harnstreifentests auf bestimmte Stoffe untersucht. Zumeist genügt der Harnstreifentest, um eine leichte bis mittelschwere Blasenentzündung eindeutig zu diagnostizieren. Liegt eine chronische Blasenentzündung vor, ordnet der Mediziner eine Laboruntersuchung an. Diese ermittelt die geeigneten Antibiotika, welche gegen die Blasenentzündung helfen. Das Laborergebnis liegt meistens innerhalb von zwei bis drei Tagen vor.

Um die Blasenentzündung erfolgreich zu heilen, stehen unterschiedliche Medikamente und Hausmittel zur Wahl. Das Medikament erster Wahl stellt häufig ein Antibiotikum dar. Es stoppt das Bakterienwachstum in der Harnblase und tötet die Erreger ab. Gleichzeitig verschreibt der Allgemeinarzt häufig schmerzstillende und krampflösende Arzneimittel wie beispielsweise Ibuprofen, um die Beschwerden zu mindern. Sie sollten die Antibiotika jedoch lediglich als kurzfristige Lösung betrachten. Zwar schlagen die Medikamente zunächst gut an, doch machen sie die Blase auf lange Sicht anfälliger für Infektionen. Denn die Gabe der Antibiotika zerstört die natürliche Schutzschicht der Blase, wodurch sich die Bakterien leichter ansiedeln und vermehren können.

 

Effektives Hausmittel: Wie Sie die Blasenentzündung sofort mit einer Wasserkur behandeln

Für eine antibiotikafreie Behandlung der Blasenentzündung bietet sich eine Wasserkur an. Hierfür gilt es, einige Esslöffel Natron in einem Wasserglas aufzulösen. Die Substanz lindert die auftretenden Schmerzen, die beim Wasserlassen entstehen. Bei der Anwendung der Wasserkur ist im Abstand von 15 Minuten je ein natronhaltiges Glas Wasser zu trinken. Insgesamt nehmen Sie auf diese Weise binnen weniger Stunden bis zu vier Liter Wasser zu sich. Sie profitieren anschließend von dem veränderten Säurehaushalt im Urin. Einerseits können sich die Bakterien infolge der Wasserkur schlechter vermehren, andererseits werden sie durch das viele Wasser aus dem Körper gespült.

 

So wenden Sie einen Blasenwickel richtig an

Gegen akut auftretende Blasenschmerzen hilft ein mit Eukalyptusöl angereicherter Blasenwickel. Um dieses Hausmittel herzustellen, tropfen Sie etwas Eukalyptusöl auf ein Baumwoll- oder Seidentuch. Wärmen Sie das Substanztuch anschließend für wenige Minuten eingetütet in einer Wärmflasche vor. Umhüllen Sie das Tuch mit einem Schal oder einem Stoff-Stückchen. Lassen Sie den Wickel abschließend für bis zu zwanzig Minuten auf der Blasengegend einwirken.

 

Risikofaktoren der Blasenentzündung kennen

Sie schützen sich vor einer Blasenentzündung, indem Sie die Risikofaktoren kennen. Wenn Sie die folgenden Ursachen vermeiden, verringert sich das Risiko, an einer neuerlichen Blasenentzündung zu erkranken.

  • Häufig haben die Bakterien infolge einer Unterkühlung leichtes Spiel. Sie verhindern eine Unterkühlung durch jahreszeitenabhängig passende Kleidung. Selbst in den Sommermonaten kühlen sich die Temperaturen abends stark ab, sodass wärmende Kleidungsschichten erforderlich sind.
  • Innerhalb der Schwangerschaft oder während der Menopause treten bei vielen Frauen hormonelle Veränderungen auf. Ein Östrogenmangel kann eine Blasenentzündung begünstigen.
  • Immungeschwächte Personen, Säuglinge oder ältere Menschen tragen ein größeres Risiko in sich, an einer Blasenentzündung zu erkranken.
  • Auch „banale“ Dinge können für eine wiederkehrende Blasenentzündung verantwortlich sein. Eine falsche Intimpflege führt oftmals dazu, dass sich die Bakterien ungewollt in der Harnröhre sammeln und vermehren. Aber auch beim Geschlechtsverkehr besteht ein Risiko, die unerwünschten Keime in die Harnröhre „einzumassieren“.

 

Mit den folgenden Verhaltensweisen beugen Sie einer Blasenentzündung vor

  • Nehmen Sie mindestens zwei, besser noch 2, 5 Liter Flüssigkeit täglich zu sich. Hierdurch werden die in der Harnblase festsitzenden Bakterien aus Ihrem Körper gespült. Trinken Sie hierfür idealerweise Wasser oder Tee und vermeiden Sie zugleich die Aufnahme von Kaffee und alkoholischen Getränken.
  • Halten Sie Ihren Urin nicht zu lange bei sich, sondern suchen Sie bei auftretendem Harndrang unverzüglich die Toilette auf.
  • Vermeiden Sie die Verwendung von chemischen Seifen und Desinfektionsmitteln im Intimbereich. So bleibt der natürliche Säureschutzfilm auf Ihrer Haut erhalten.
  • Tragen Sie keine aus Kunstfasern bestehende Unterwäsche, welche die Haut reizt. Greifen Sie stattdessen zu Naturfasern aus Baumwolle, die bei 60 bis 90 Grad waschbar sind.
  • Stellen Sie Ihre Ernährung um, damit Sie langfristig ein starkes und gesundes Immunsystem erhalten. Setzen Sie hierfür entzündungshemmende Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse oder gesunde Omega-3-Fettsäuren auf den Speiseplan. Mit ätherischen Ölen oder scharfen Gewürzstoffen tun Sie Ihrer Harnblase ebenfalls einen Gefallen. Meiden Sie hingegen das entzündungsfördernde Schweinefleisch.
  • Nicht alle Bakterien schaden Ihrem Körper. Vertrauen Sie stattdessen auf die in Jogurt oder Sauerkraut vorkommenden „guten“ Bakterienkulturen, welche die Darmflora wieder ausbalancieren. Mit ballaststoffreichen Lebensmitteln machen Sie Ihr Immunsystem ebenfalls resistenter gegen Bakterien.
  • Wussten Sie, dass ein gestresster Lebensstil zu einer Blasenentzündung beiträgt? Falls Sie eine sensible Blase haben, sollten Sie Entspannungspausen einplanen und versuchen, das persönliche Stresslevel zu reduzieren.

 

Fazit: Blasenentzündung

Dieser Beitrag hat Ihnen einen Eindruck zum Krankheitsbild „Blasenentzündung“ vermittelt. Die Gesundheit Ihrer Blase sollte eine wichtige Rolle spielen, da sie einen nicht unerheblichen Beitrag zur Stoffwechsel-Gesundheit leistet. Bei einer wiederkehrenden Blasenentzündung kann Ihnen neben den genannten Maßnahmen eine Immunisierung durch die Strovac-Impfung helfen. Die darin enthaltenen Erreger töten die Bakterienarten ab, welche die Blasenentzündung oftmals auslösen.

 

Bildquelle: © absolutimages / Fotolia

Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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