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Epilepsie – eine Fehlfunktion des Gehirns

Epilepsie – eine Fehlfunktion des Gehirns

Fallsucht, so hieß die Epilepsie lange Zeit, weil die Betroffenen bei einem Anfall zu Boden fallen. Epilepsie ist ein sogenanntes Krampfleiden, hervorgerufen durch eine Fehlfunktion des Gehirns. Ausgelöst wird das Leiden durch Nervenzellen, die aus heiterem Himmel plötzlich Impulse abfeuern und sich elektrisch entladen. Keine andere Funktionsstörung im Gehirn kommt so häufig vor wie die Epilepsie, die vor allem durch Anfälle gekennzeichnet ist. Während eines Anfalls feuern die Nervenzellen, die Neuronen im Gehirn, urplötzlich und nur für kurze Zeit synchron, aber völlig unkontrolliert Impulse ab.

Die Diagnose Epilepsie

Epilepsie ist nicht gleich Epilepsie. Erst wenn mindestens zwei Krampfanfällen in einem Abstand von mehr als 24 Stunden auftreten, spricht der Arzt von einer echten Epilepsie. In der Regel kommen diese Anfälle ohne jede Vorwarnung praktisch wie aus dem Nichts. In seltenen Fällen gibt es auch sogenannte Trigger, also Auslöser, zu denen Lichtreize, bestimmte Geräusche oder auch warmes Wasser gehören. Bei einer echten Epilepsie liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu weiteren Anfällen kommt, bei mehr als 60 Prozent. Neben der echten Epilepsie gibt es noch die Gelegenheitsanfälle. Dabei handelt es sich um gelegentliche Anfälle, die jedoch immer im Verlauf von unterschiedlichen Krankheiten auftreten. Ein solcher Anfall kann beispielsweise ein Fieberkrampf sein, der besonders häufig bei kleinen Kindern auftritt. Bei Gelegenheitskrämpfen finden sich im Gehirn aber keine Hinweise auf eine Infektion oder eine andere Ursache.

Was passiert bei einem epileptischen Anfall?

Ärzte unterscheiden bei epileptischen Anfällen zwei unterschiedliche Formen:

  • Den generalisierten Anfall, der das ganze Gehirn betrifft.
  • Den fokalen Anfall, der nur in einem begrenzten Bereich des Gehirns stattfindet.

Ein Krampfanfall dauert meist nur wenige Sekunden, auch wenn es denjenigen, die einen solchen Krampfanfall mitmachen, viel länger vorkommt. Spätestens nach zwei Minuten ist alles wieder vorbei, was folgt, ist eine sogenannte Nachphase. Auch wenn sich die Gehirnzellen nicht mehr krampfartig entladen, sie können selbst nach Stunden immer noch Auffälligkeiten zeigen. Die Betroffenen haben unter anderem Sprachstörungen, sie leiden unter Gedächtnisverlust, sind aggressiv und haben eine gestörte Wahrnehmung ihrer Umwelt. Das trifft allerdings nicht auf jeden Patienten zu, einige sind wenige Minuten nach einem epileptischen Anfall schon wieder vollständig fit.

Die Symptome

Welche Symptome bei einem Krampfanfall auftreten, hängt immer von der Form und der Ausprägung der Epilepsie ab. So gibt es unter anderem eine sanfte Variante eines generalisierten Anfalls, die „Absence“. Der Patient ist nur kurz weggetreten und wirkt auf sein Umfeld geistig abwesend. Die schlimmste Form ist der große Anfall oder „Grand mal“, bei der sich der ganze Körper in der tonischen Phase zunächst versteift, dann in der klonischen Phase, beginnt er unkontrolliert zu zucken. Kommt es zu einem tonisch-klonischen Anfall, bedeutet das für den Patienten, dass er das Bewusstsein verliert. Ein anderer Status trägt den Namen „Status epilepticus“. Hierbei handelt es sich um einen Anfall, der länger als fünf Minuten dauert. Nicht selten hat der Patient innerhalb von kurzer Zeit auch eine Reihe von mehreren kleinen Anfällen, ohne das Bewusstsein wiederzuerlangen. Kommt es zu einem solchen Anfall, müssen die Betroffenen sofort in ein Krankenhaus.

Welche Ursachen hat Epilepsie?

Epilepsie ist eine sehr vielschichtige und komplexe Krankheit, deren Entwicklung noch immer unbekannt ist. Auch mit modernen Untersuchungsmethoden ist es nur in einigen wenigen Fällen gelungen, eine konkrete Ursache für die epileptischen Anfälle zu finden. Geht es um eine solche ungeklärte Form, spricht die Medizin von einer kryptogenen Epilepsie. Bei einigen Betroffenen gibt es überhaupt keine Anzeichen, weder eine Stoffwechselstörung noch eine krankhafte Veränderung im Gehirn, trotzdem kommt es immer wieder zu Krampfanfällen. Diese Form heißt in der Medizin idiopathische Epilepsie. Neue Untersuchungen weisen auf eine genetische Epilepsie hin, hier gibt es bei den Patienten nachweislich genetische Veränderungen bei den Nervenbotenstoffen. Diese Veränderungen können für epileptische Anfälle sorgen, vererbbar ist diese Form aber nicht. Durchaus möglich ist jedoch, dass Eltern die Anfälligkeit an ihre Kinder weitergeben. Kommen noch andere Faktoren wie Schlafmangel oder eine hormonelle Umstellung dazu, dann sind Anfälle durchaus möglich.

Wie sieht die Behandlung aus?

Für die Behandlung eines Epilepsie-Patienten ist ein Neurologe zuständig. Bei komplizierten Fällen ist es zudem sinnvoll, wenn sich die Patienten an eine ambulante Einrichtung oder an eine Klinik wenden, die sich auf die Behandlung von Epilepsie spezialisiert hat. Das ist auch zu empfehlen, wenn es eine unklare Diagnose gibt oder wenn der Patient Probleme hat, die mit der Epilepsie zusammenhängen. Eine Therapie ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Kommt es nur zu einem Anfall, dann heißt es zunächst einmal abwarten. Oft reicht es schon, wenn der Betroffene auf laute Musik, flackerndes Licht und auf Computerspiele verzichtet. Wenn dazu noch ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Alkohol kommt, dann stehen die Chancen gut, dass sich der Anfall nicht mehr wiederholt.

Vorsichtig leben

Menschen, die unter Epilepsie leiden, sollten vorsichtig leben. Das heißt, Epileptiker sollten Extremsportarten, schwere körperliche Arbeit und auch das Hantieren mit schweren Geräten meiden. Handelt es sich um eine metabolische oder strukturelle Epilepsie, dann behandelt der Arzt die Grundkrankheiten wie Diabetes oder eine Meningitis. In manchen Fällen ist die Einnahme von Medikamenten sinnvoll. Bei Patienten, die ein hohes Risiko haben, dass es zu weiteren Anfällen kommt, ist eine medikamentöse Behandlung empfehlenswert. Medikamente verschreiben Ärzte auch bei eher seltenen Formen der Epilepsie, wie dem Lennox-Gastaut-Syndrom oder der Temporallappenepilepsie. Dank der Medikamente können Patienten, die unter diesen Sonderformen leiden, ein normales Leben führen.

Fazit

Diagnostiziert der Arzt eine Epilepsie, ist das kein Grund zur Panik. Die meisten Menschen können mit ihrer Krankheit sehr gut leben und gehen einem Beruf nach. Epilepsie hat wenig Einfluss auf den Alltag der Patienten, die selbst einiges dazu beitragen können, dass es nicht zu neuen Anfällen kommt. Ein ruhiges geordnetes Leben, genug Schlaf, viel frische Luft, eine gesunde ausgewogene Ernährung und wenig Aufregung sorgen dafür, dass sich die Gefahr, einen neuen Anfall zu erleiden, in Grenzen hält. Geht es nicht ohne Medikamente, dann verordnet der Arzt sogenannten Antiepileptika, die eine zu große Aktivität der Nervenzellen im Gehirn eindämmen. Das senkt die Gefahr, dass es wieder zu einem epileptischen Anfall kommt. Gegen die Ursachen der Krankheit gibt es bis heute leider kein wirksames Medikament.

Bildquelle: Pixabay

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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