Körpereigenes Antibiotikum gegen resistente Krankenhauskeime entdeckt

koerpereigenes-antibiotikum-gegen-resistente-krankenhauskeime-entdeckt

Die Geschichte klingt zu schön, um wahr zu sein: Ganz zufällig fiel den Forschern bei einer Reihenuntersuchung der Universität Tübingen auf, dass bei , die einen bestimmten Bakterienstamm namens Staphylococcus Lugdunensis in der Nase aufwiesen, deutlich seltener der als „Krankenhauskeim“ bekannte Staphylococcus Aureus nachgewiesen werden konnte.

Damit besteht eine erste Hoffnung, dem ansonsten resistenten Staphylococcus Aureus die Stirn bieten zu können – bisher scheiterte der Einsatz diverser Antibiotika, da der Erregerstamm sich durchgehend gegen alle verfügbaren Antibiotika als resistent erwiesen hat. Doch was bedeutet das genau?

1. Antibiotika-Resistenz

Eine Resistenz gegen Antibiotika resultiert vor allem durch den übermäßigen Einsatz antibiotisch wirkender Präparate. Diese beseitigen zwar den hauptverantwortlichen Erregerstamm – in der Regel bleiben aber einige wenige überlebende Erreger übrig. Diese überleben, weil sie aufgrund von unterschiedlichen Mechanismen genetisch mutiert sind und das Antibiotikum deshalb nicht zuverlässig arbeiten kann.

Vermehren sich diese resistenten , kommt es zu einer „Züchtung“ eines neuen Erregerstamms – gegen den das normal wirksame Medikament nicht mehr wirkt.

2. Problematik

Schwierig wird der Umgang mit resistenten Erregerstämmen, weil diese gerne auch an Orten auftreten, die aufgrund von besonderen Umständen zum sensiblen Bereich gehören. Dies gilt insbesondere für , Alten- und Pflegeheime sowie für Einrichtungen wie Gefängnisse und/oder Kinderheime.

Gerade mit ohnehin schon eingeschränktem Immunsystem sind dann besonders anfällig für eine zusätzliche Infektion mit den oben erwähnten Erregern.

3. Behandlung

Da eine herkömmliche Behandlung mit Antibiotika ausscheidet, stellt sich die Frage, wie resistente Erreger wirksam bekämpft werden können.

Zwar ist grundsätzlich ein Einsatz von sogenannten Reserveantibiotika denkbar. Diese sind aber in ihrer Anwendung so nebenwirkungsreich, dass ein Einsatz nur unter strengster Abwägung der Nutzen in Erwägung zu ziehen ist.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass selbst damit die Behandlung von multiresistenten langwierig und schwierig ist.

Die steigende Anzahl von multiresistenten Keimen ist eine direkte Folge von übermäßigem Antibiotika-Einsatz. Auch die überflüssige Verwendung von Putz- und Reinigungsmitteln mit desinfizierender Wirkung trägt dazu bei. Daneben führt mangelhafte Hygiene in den genannten sensiblen Bereichen ebenfalls zu einer Verschärfung der Problematik. Ein körpereigenes Antibiotikum wäre ein erster Schritt, dieser Bedrohung ein Ende zu setzen.

Bild: © Depositphotos.com / kosmos111

UnArtig