Pflege von Angehörigen – 3 Tipps

Die meisten pflegebedürftigen werden in zu Hause versorgt. In den häufigsten Fällen wird die dabei von den Angehörigen übernommen. Für sie kann diese Situation oft eine große Herausforderung sein, speziell dann, wenn die Pflegebedürftigkeit plötzlich auftritt. Doch was zu Beginn eine schwierige Aufgabe darstellt, lässt sich mit der Hilfe von ein paar Tipps deutlich besser meistern.

Möglichst viel Selbstständigkeit erhalten

Bei der Pflege von Angehörigen ist es wichtig, deren zu fördern und zu erhalten. Dies wird auch als aktivierende Pflege bezeichnet. Hierbei geht es darum, der pflegebedürftigen Person dabei zu helfen, möglichst viele Dinge selbst zu tun. Ein Beispiel hierfür ist das An- und Ausziehen. Auf diese Weise können sie ihre so lange wie möglich erhalten oder zurückgewinnen, wenn sie diese aufgrund von einer oder eines Unfalls verloren haben. Wird die Selbstständigkeit nicht gefördert, verlieren viele Pflegebedürftige mit der Zeit immer mehr Kraft und Koordination, wodurch sie immer mehr an Selbstständigkeit verlieren.

Durch die aktivierende Pflege lässt sich die Lebensqualität und in vielen Fällen auch die verbessern. Geistige und körperliche Fähigkeiten bleiben länger erhalten, wodurch die pflegebedürftige Person auf weniger Hilfe angewiesen ist. Dieser Punkt ist auch für pflegende langfristig eine große Entlastung, da sie weniger unterstützen müssen. Die aktivierende Pflege fokussiert sich dafür nicht auf die vorliegenden Defizite, sondern auf die Dinge, welche für die Person noch möglich sind.

Überwindung von Scham bei der Intimhygiene

In vielen Fällen gehört die Körperhygiene mit zu den Aufgaben der Pflege, wenn beispielsweise Bewegungseinschränkungen oder eine Demenzerkrankungen vorliegen. Dann sind Pflegebedürftige zum Beispiel bei dem Toilettengang oder der Versorgung ihrer Inkontinenz auf fremde Hilfe angewiesen. Gerade die Intimhygiene ist dabei für beide Personen mit Scham behaftet. Allerdings ist sie bei Pflegebedürftigen eine wichtige Aufgabe, welche nicht vernachlässigt werden darf.

Um Schamgefühle zu vermeiden, können Sie sich mit der Person während der Intimhygiene über andere Themen unterhalten. Hilfreich ist es auch, die pflegebedürftige Person nur so weit zu entkleiden, wie absolut notwendig. Auch hier ist es zudem hilfreich, die Person möglichst viel selbst machen zu lassen.

Auf sich selbst achten

Die Pflege eines Angehörigen stellt für die pflegende Person in vielen Fällen eine Belastung dar – sowohl körperlich als auch psychisch. Auch wenn es für viele Personen selbstverständlich ist, sich um ihre Liebsten zu kümmern und sie aufopferungsvoll zu pflegen, sollten Sie dabei nicht vergessen, sich auch um Ihre eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Denn wenn nicht aktiv etwas gegen den zusätzlichen getan wird, kann die Pflege eines Angehörigen langfristig zu einer Erschöpfung führen und auch negative auf die eigene Gesundheit haben. Damit das nicht passiert, sollten Sie rechtzeitig daran denken, auch für sich selbst zu sorgen.

Ein wichtiger Punkt ist hierbei die Erhaltung des Soziallebens. Viele pflegende Angehörige haben durch die Pflege weniger Zeit, sich mit Freunden zu treffen, was mit der Zeit zu einer Vereinsamung führen kann. Das Gefühl der Verpflichtung sorgt zudem häufig dafür, dass Pflegende ihre eigene Belastbarkeit überschätzen. Deshalb sollten Sie sich regelmäßige Auszeiten gönnen und in dieser Zeit eine anderweitige Betreuung organisieren.

Bild: © Depositphotos.com / yacobchuk1

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Gaby Klein

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