Herzmedikamente: Betablocker entlasten das Herz

Herzmedikamente: Betablocker entlasten das Herz

Herzinsuffizienz verläuft meist schleichend, ist deshalb jedoch nicht weniger gefährlich als andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Durch die Einnahme von Herztabletten wie Betablocker lässt sich das Risiko eines Herzversagens verringern. Wie diese Medikamente wirken und was es bei Herzschwäche noch zu beachten gibt, erfahren Sie hier.

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Bei einer Herzinsuffizienz, die auch häufig als Herzschwäche bezeichnet wird, ist die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigt. Ist die linke Herzkammer betroffen, werden Gewebe und Organe nicht mehr richtig mit Sauerstoff versorgt. Bei einer Rechtsherzinsuffizienz kommt es hingegen zu einem Rückstau des Blutes zwischen Herz und Lunge. Je nach Art und Schweregrad verursacht eine Herzschwäche folgende Symptome:

  • Atemnot nach geringer körperlicher Belastung
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) in der Lunge, aber auch in den Beinen und Füßen
  • häufiges Wasserlassen während der Nacht
  • Müdigkeit und allgemeine verminderte Leistungsfähigkeit
  • Herzrhythmusstörungen

Treten Beschwerden dieser Art auf, lohnt es sich, diese von einem Arzt abklären zu lassen, selbst wenn die Lebensqualität noch nicht stark beeinträchtigt erscheint. Denn mithilfe verschiedener Herzmedikamente wie zum Beispiel Betablockern, kann der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden. Je früher die Herzinsuffizienz erkannt und behandelt wird, desto weniger Einschränkungen müssen Patienten in ihrem Leben als Folge der Herzschwäche hinnehmen.

Wie wirken Betablocker?

Betablocker beseitigen in der Regel nicht die Ursache der Herzinsuffizienz. Die Herztabletten schützen stattdessen das Herz vor einer übermäßigen Belastung. Stresshormone wie Adrenalin lösen im Körper eine Beschleunigung des Pulsschlags und einen Anstieg des Blutdrucks aus. Dieser Vorgang, der eigentlich die Leistungsfähigkeit in Stresssituationen steigern soll, überlastet jedoch ein schwaches Herz und kann im Extremfall zu Herzversagen führen. Betablocker verbinden sich mit den Rezeptoren, die Stresshormone an das Nervensystem weiterleiten und hebeln dadurch ihre Wirkung aus.

Was gibt es bei der Einnahme der Herzmedikamente zu beachten?

Da Betablocker den Herzschlag verlangsamen und den Blutdruck senken, geht die Einnahme der Herztabletten bisweilen mit einem Gefühl von Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Schwindel einher. Für Patienten mit ohnehin niedrigem Blutdruck oder langsamem Pulsschlag sind Betablocker deshalb nicht geeignet. Durch eine langsame Einführung und schrittweise Erhöhung der Dosierung werden die Nebenwirkungen möglichst gering gehalten. Das bedeutet aber, dass die Behandlung mit Betablockern nicht auf kurzfristige Erfolge, sondern auf eine langfristige Verbesserung angelegt ist. Die Herzmedikamente sollten keinesfalls eigenmächtig oder abrupt abgesetzt werden, weil dies Herzrhythmusstörungen zur Folge haben kann.

Was können Patienten bei Herzschwäche selbst tun?

Früher hieß es, dass sich Menschen mit einer Herzschwäche möglichst schonen sollten. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass sportliche Betätigung die Leistungsfähigkeit verbessert und die Lebenserwartung deutlich erhöht. Wichtig ist, dass das Trainingsprogramm auf das Krankheitsstadium sowie die Behandlung abgestimmt ist. Ideale Sportarten zur Stärkung des Herzens sind laut Kompetenznetz Herzinsuffizienz:

  • Wandern
  • Nordic Walking
  • Radfahren
  • Skilanglauf

Das Stemmen von Gewichten sollte hingegen vermieden werden. Die im Zusammenhang mit einem großen Kraftaufwand auftretende Pressatmung führt zu einem Druckanstieg im Brustkorb, der die Pumpleistung des Herzens beeinträchtigt, statt sie zu fördern.

Es ist ratsam, vor Beginn des Trainings einen Kardiologen aufzusuchen und einen Belastungstest durchführen zu lassen. Auf Basis des Ergebnisses kann der Arzt ein geeignetes Fitnessprogramm empfehlen. Gegebenenfalls muss die Dosierung der Herzmedikamente angepasst werden.

Wer an Herzinsuffizienz leidet, sollte außerdem auf die Ernährung achten. Insbesondere sollte die Salzzufuhr auf maximal fünf bis sechs Gramm täglich reduziert werden. Salz bindet Wasser im Körper und das durch Wassereinlagerungen angeschwollene Gewebe erschwert Atmung und Herzarbeit zusätzlich.

Bild: @ depositphotos.com / robeo123

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Autor(in)

Ich bin seit mehreren Jahren erfolgreiche Schriftstellerin und Autorin. Zu meinen umfassenden Themengebieten zählen Gesundheit, Medizin und alle artverwandten Themen.