Der schwere Weg durch den Alltag. Welche Hilfen gibt es für Menschen mit Behinderung?

Das Leben in einer , die von und vor allem für fitte und gesunde Menschen geplant wurde, ist für Menschen mit einer schwerwiegenden Behinderung eine echte Herausforderung. Viele Räume sind zu eng, viele Stufen sind unüberwindliche Hindernisse und die Infrastruktur im Öffentlichen Raum wird nur sehr langsam behindertengerecht ausgebaut. Doch in den letzten Jahren hat sich gerade bei der Barrierefreiheit eine Menge getan. Wo das noch nicht reicht, braucht man konkrete .

Eine behindertengerechte Wohnung

Wer nicht gerade in einer Pflegeeinrichtung wohnt und im Rollstuhl sitzt, wird im Alltag täglich Dutzende Male daran erinnert, dass er auf Rädern unterwegs ist. Diese brauchen Platz und für Stufen sind sie nicht gebaut. Die eigenen vier Wände müssen für einen Menschen im Rollstuhl aufwendig umgestaltet werden. Dazu gehören Türen, die für die Breite eines Rollstuhls ausgelegt sind, Tische und Küchenmöbel, die unterfahrbar sind und natürlich ein Fahrstuhl, der die Stufen bis zur Haustür überwindet. Dazu kommen im Einzelfall noch spezielle Liftanlagen für das und das Bad. Was alles zu einer behindertengerechten Wohnung gehört, dazu gibt die Internetseite Nullbarriere einige Anregungen.

Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung

Spezielle Probleme erfordern spezielle Lösungen. Gerade in punkto Hilfsmittel hat sich in den letzten Jahren ein großer Markt entwickelt, der recht innovative Produkte wie mobile Rampen und Lifter anbietet, und das zu überschaubaren Kosten. Und es gibt viele Angebote im , mit denen man gerade, was technische Hilfen angeht, auf dem neuesten Stand bleibt. Auch die großen Verbände wie Aktion Mensch geben eine gute Übersicht, zum Beispiel mit der Internetseite Familienratgeber. Über die zur Finanzierung bieten die Krankenkassen und Sozialämter eine entsprechende Beratung an.

Barrierefrei unterwegs

Die öffentliche Infrastruktur ist für Menschen im Rollstuhl ein Albtraum. Das geht bei der hohen Bordsteinkante los und endet auch nicht mit der Toilette im Lieblingsrestaurant. In vielen Städten, zum Beispiel in Berlin, gibt es spezielle Hilfen für den ÖPNV. In der Hauptstadt hilft ein spezieller Bus, Haltestellen zu umfahren, die im Rollstuhl nicht zu bewältigen sind. Deutschlandweit hilft eine App wie die Wheelmap. Sie wurde von dem Verein „Sozialhelden“ initiiert und zeigt Orte, die gut und zum Beispiel auch mit dem Rollstuhl zu erreichen sind. Ein echtes Pfund dieser App sind bspw. Hinweise auf Probleme im Öffentlichen Nahverkehr wie nicht funktionierende Lifte, barrierefreie Gaststätten und leicht zugängliche, öffentliche Orte wie Kinos oder Museen.

Wer hilft zuhause und unterwegs?

Natürlich geht es bei einer Hilfe im Alltag nicht nur um technische Features wie Rollstühle und Lifts. Wer zuhause lebt, braucht jemanden an seiner Seite, denn im Alltag stößt man trotz der vielen Hilfsmittel immer wieder auf Hindernisse. Wenn die Angehörigen nicht helfen können oder in derselben Stadt wohnen, kann man auf die Persönliche Assistenz zurückgreifen. Diese Helferinnen und Helfer im Alltag sind die perfekten Begleiter in den eigenen vier Wänden und unterwegs. Der Berliner Assistenzdienst für Menschen mit Behinderung gibt eine gute Übersicht über die Tätigkeitsfelder der Persönlichen Assistentinnen und Assistenten und kann – für Berlin – auch eine Beratung und eine entsprechende Unterstützung anbieten.

Nur Mut. Eine gewisse Form der Selbständigkeit ist möglich.

Wer mit einer Behinderung konfrontiert ist, hat eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich Hilfe zu organisieren. Und es lohnt sich, denn auch wenn man zum Beispiel auf einen Rollstuhl angewiesen ist, heißt das noch lange nicht, dass man in einem Pflegeheim wohnen muss. Das Ziel sollte eine größtmögliche Inklusion und Teilhabe an den Möglichkeiten und Angeboten der sein. Es wird selten jemand von sich aus fragen, ob er helfen kann. Als behinderter Mensch in einer nicht behinderten Umwelt muss man hartnäckig bleiben, Wege suchen und sich mit Gleichgesinnten zusammentun. Und man braucht ganz sicher eine gewisse Frustrationstoleranz oder Resilienz, wie man heute sagt. Dann werden sich Wege öffnen, auch für Menschen mit einer schwerwiegenden Behinderung.

Bild: @ depositphotos.com / AllaSerebrina

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Gaby Klein

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