Kontaktblutung – was ist das?

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Kontaktblutung – Was ist das eigentlich?

Unter einer Kontaktblutung versteht man eine Blutung, die meist nach oder während des Geschlechtsverkehrs oder durch mechanische Beanspruchung der Geschlechtsorgane im Genitalbereich auftritt. Bei der Frau kommt die Blutung außerhalb des Menstruationszyklus zustande und entsteht meist durch kleinere Verletzungen während des Geschlechtsverkehrs mit dem Partner. Sie kann allerdings auch im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung auftreten, bei welcher der Vaginalbereich stark beansprucht wird. Schlimmstenfalls weist eine Kontaktblutung auf eine vorliegende Erkrankung hin, beispielsweise auf Gebärmutterhalskrebs. Treten derartige Blutungen beim männlichen Geschlecht auf, kann es sich um ein frühes Anzeichen für ein Peniskarzinom handeln.

Unabhängig von der Ursache werden Kontaktblutungen von den Betroffenen oftmals als psychische Belastung empfunden, insbesondere, wenn sie während des Geschlechtsverkehrs mit dem Sexualpartner auftreten. Vielfach handelt es sich um eine einmalige Störung, die durch äußere Faktoren verursacht wird und daher nicht weiter behandlungsbedürftig ist. Tritt eine Kontaktblutung jedoch mit vermehrter Häufigkeit oder sogar regelmäßig auf, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es sich hierbei um ein spezifisches Symptom einer Erkrankung im gynäkologischen bzw. urologischen Bereich handelt. In diesem Fall sollte stets ein Arzt konsultiert und eine Behandlung eingeleitet werden. Im Folgenden werden die wesentlichen Merkmale der Kontaktblutung dargestellt und verschiedene moderne Therapiemöglichkeiten veranschaulicht.


Kontaktblutung oder Zwischenblutung?

Sowohl Kontaktblutung als auch Zwischenblutung prägen ein ähnliches symptomatisches Erscheinungsbild aus: Grundsätzlich treten beide Blutungen bei der Frau losgelöst von der allmonatlichen Regelblutung auf und fallen damit in die Kategorie der Blutungsstörungen. Diesen kann in beiden Fällen eine harmlose Ursache zugrunde liegen; ebenso kann es sich um ein frühes Anzeichen einer ernstzunehmenden Erkrankung handeln.
Optisch unterscheiden sich Zwischenblutungen und Kontaktblutungen in der Farbgebung und der Konsistenz des Blutes voneinander. Während bei einer Zwischenblutung eher dunkelrot bis bräunlich gefärbtes, zäh fließendes und oftmals von gelblichem Ausfluss begleitetes Blut ausgeschieden wird, ist das Blut, das bei einer Kontaktblutung austritt, von hellroter Färbung und flüssiger Konsistenz.
Oftmals verschwindet eine Kontaktblutung wieder von alleine, eine Zwischenblutung kann sich dagegen mehrere Tage oder auch Wochen halten und ist meist behandlungsbedürftig. Diese Art der Blutungsstörung tritt fast ausschließlich beim weiblichen Geschlecht auf und befällt meist die Altersklasse der 15- bis 45-Jährigen, noch häufiger sind die 45- bis 65-Jährigen betroffen. Sowohl bei unter 15-Jährigen als auch bei über 65-Jährigen treten Zwischenblutungen selten bzw. gar nicht auf.

Die Ursachen für eine Zwischenblutung sind mannigfaltig. Sie kann hormonell bedingt sein, also durch Störungen im körpereigenen Hormonhaushalt auftreten. Diese resultieren oftmals aus der Einnahme bestimmter Verhütungsmittel, die sich negativ auf das hormonelle Gleichgewicht auswirken, aber auch Menstruationsstörungen können der Auslöser sein. Diese treten vermehrt zu Beginn der Pubertät sowie im Rahmen der Wechseljahre auf. Insbesondere Schwangere haben vielfach mit Zwischenblutungen zu kämpfen, vor allem, wenn es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelt oder sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut befindet.
Doch auch Störungen psychischer Natur können für Zwischenblutungen ursächlich sein – dazu zählen allgemein seelische Belastungszustände sowie auch Essstörungen, beispielsweise Magersucht oder Fettsucht. Hierbei können durch die übermäßige Zufuhr oder den langfristigen Entzug von Lebensmitteln ebenfalls Ungleichmäßigkeiten im Hormonhaushalt auftreten, die wiederum Blutungsstörungen begünstigen.
Doch vielfach handelt es sich bei der Zwischenblutung lediglich um ein Begleitsymptom einer weitreichenderen Erkrankung. Eine mögliche Ursache ist eine vorliegende Entzündung im Genitalbereich, beispielsweise von Vagina oder Eileitern. Doch auch gutartige Myome oder Polypen sowie gut- oder bösartige Tumore im Bereich der Geschlechtsorgane kommen als Auslöser für Zwischenblutungen in Frage.
Denkbar sind zudem bislang unentdeckte Stoffwechselerkrankungen, Schilddrüsenfehlfunktionen oder Leber- und Nierenstörungen. Besonders häufig betroffen sind oftmals kontaktblutung-oder-zwischenblutungFrauen, die erst kürzlich ein Kind zur Welt gebracht haben. Hier liegt nicht selten eine Infektion mit Chlamydien, Mykoplasmen oder Trichomonaden vor, deren fortschreitender Verlauf durch Eingriffe an der Gebärmutter, unter anderem durch einen Kaiserschnitt, begünstigt wurde.
Generell gilt, dass eine Zwischenblutung in der Regel eine alarmierendere Ursache besitzt als eine Kontaktblutung. Daher sollte beim Auftreten erstgenannter Blutungsstörung grundsätzlich immer ein Frauenarzt hinzugezogen werden, welcher mit Hilfe eines Abstrichs des Scheidensekrets und einer Tast- sowie Ultraschalluntersuchung eine genaue Diagnose hinsichtlich möglicher Unterleibsentzündungen oder hormoneller Erkrankungen stellen kann.

Die Behandlung einer Zwischenblutung richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Ist beispielsweise eine Eisprungsblutung der Auslöser, ist meist keine weitere Therapie notwendig – die Blutung versiegt in der Regel von selbst. Liegt stattdessen eine hormonelle Erkrankung oder eine Grunderkrankung der Schilddrüse vor, wird meist eine medikamentöse Therapie eingeleitet, welche den Symptomen entgegenwirkt. Oftmals finden hierbei eine spezielle Hormonersatztherapie bzw. eine Schilddrüsenhormontherapie Anwendung.

Zuweilen wird bei hormonellen Störungen, welche Zwischenblutungen verursachen, auch die Behandlung mit der Anti-Baby-Pille erwogen – sofern die Patientin derzeit keinen Kinderwunsch hegt. Treten die Zwischenblutungen in der Schwangerschaft auf, verordnet der behandelnde Gynäkologe ebenfalls eine hormonelle Therapie sowie die hochdosierte Einnahme von Magnesium.
Verursachen Wucherungen wie Polypen, Myome oder Tumore die Blutungen, bieten sich zwei verschiedene Therapieansätze an: Neben einer hormonellen Behandlung besteht die gängige Möglichkeit der operativen Entfernung. Hierbei sollte zuvor eine ausgiebige Beratung der Patientin stattfinden. Zudem wichtig bei einem derartigen Eingriff ist die Erhaltung der funktionsfähigen Geschlechtsorgane, insbesondere, wenn die Patientin einen Kinderwunsch hat. Handelt es sich jedoch nicht um eine gutartige Wucherung, sondern um ein bösartiges Geschwür, präferieren die meisten Fachärzte die operative Eliminierung des Tumors. Alternativ können auch eine Bestrahlung bzw. eine herkömmliche Chemotherapie eingesetzt werden.
Bei einer Störung des Stoffwechsels wie Diabetes oder einer vorliegenden organischen Grunderkrankung von Leber oder Nieren ist in der Regel eine weitreichendere Therapie durch entsprechende Fachärzte in Spezialkliniken notwendig.

Kontaktblutungen unterscheiden sich damit nicht nur in ihrer äußerlichen Erscheinung von den artverwandten Zwischenblutungen, sondern vor allem auch in ihren verschiedenartigen Auslösern sowie in den differenzierten Therapieansätzen. Während bei einer Zwischenblutung eine ganze Bandbreite von möglichen Ursachen in die Diagnosefindung einbezogen werden muss, resultiert eine Kontaktblutung meist aus mechanischer Beanspruchung oder einer beginnenden Krebserkrankung.


Welche Ursachen liegen einer Kontaktblutung zugrunde?

Eine der gängigsten Ursachen für eine Kontaktblutung sind oftmals kleinere Verletzungen während des Geschlechtsverkehrs. Diese können durch verletzungsträchtige Sexualpraktiken oder eine ungewöhnlich intensive Beanspruchung durch diverse Stellungen und Positionen beim Verkehr entstehen, jedoch auch durch die Größe des männlichen Geschlechtsorgans bedingt sein.
Das Gewebe der weiblichen Geschlechtsorgane ist an sich recht berührungsempfindlich und neigt schnell zu Blutungen, insbesondere am Gebärmutterhals. Hier befindet sich hochgradig empfindliches Gewebe mit einer hohen Blutungsneigung, welches oftmals bereits auf Berührungen reagiert. Ein Bluten beim GV oder ein direktes Bluten nach dem GV sind meist die Folge. In diesem Fall sollten beide Sexualpartner lediglich beim nächsten Mal eine etwas behutsamere Vorgehensweise wählen oder von stark beanspruchenden Praktiken oder Utensilien wie beispielsweise Vibratoren Abstand nehmen. In der Regel bleibt eine Kontaktblutung nach dem GV dann von allein aus.
Doch nicht nur der sexuelle Verkehr, sondern auch gynäkologische Untersuchungen können für eine Kontaktblutung die Ursache sein. Auch hier kann der Gebärmutterhals oder die Scheide durch das Benutzen verschiedener Instrumente sowie durch diverse Behandlungen wie eine Scheidenspülung stark beansprucht werden und zu bluten anfangen. Meist ist jedoch auch eine auf diese Art und Weise ausgelöste Kontaktblutung von geringer Dauer; die Störung normalisiert sich in der Regel von allein.
In einigen Fällen kann es sich jedoch auch um ernstzunehmendere Ursachen handeln. Insbesondere, wenn die Blutung sehr heftig ausfällt, langanhaltend ist oder heftige Schmerzen auftreten, weist dies auf eine anderweitige Grunderkrankung hin.
Manchmal tritt eine Kontaktblutung am Muttermund auf, obwohl das Gewebe in diesem Bereich an sich recht robust ist und nur eine geringe Blutungsneigung aufweist. Jedoch kommt es gelegentlich zur Verlagerung des empfindlichen Gewebes des Gebärmutterhalses bis hinein in den Muttermund – hierbei spricht man im Fachjargon von einer sogenannten Ektopie. Diese kann eine Folge von der Ausbildung eines gut- oder bösartigen Tumors und damit ein erstes Anzeichen für Gebärmutterhalskrebs sein. Das Kollumkarzinom, also der bösartige Tumor des Gebärmutterhalses, ist weltweit der vierthäufigste bösartige Tumor bei Frauen, der meist durch eine Infektion mit dem humanen Papillomvirus (HPV) begünstigt wird. Zunächst treten bei der Betroffenen keine weiteren Schmerzen auf, gelegentliche Kontaktblutungen sind meist das einzige Erkennungszeichen.
Doch auch beim männlichen Geschlecht können derartige Blutungen auftreten. Ist dies der Fall, liegt meist ein Peniskarzinom, also eine Krebserkrankung des Penis, vor. Besonders häufig tritt diese ab dem 60. Lebensjahr auf.

 

Kontaktblutungen während der Schwangerschaft

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Schwangere sind besonders anfällig für jegliche Art von Blutungsstörung. Nicht nur Zwischenblutungen sind ein häufiges Begleitsymptom der Schwangerschaft, auch Kontaktblutungen können währenddessen oder danach auftreten. Während einer Schwangerschaft ist das Gewebe besonders stark durchblutet und neigt damit während des Geschlechtsverkehrs verstärkt zu Blutungen.
Auch vaginale Untersuchungen bei schwangeren Frauen lösen vermehrt Kontaktblutungen aus. In der Regel handelt es sich auch hierbei um eine harmlose Reaktion des überempfindlichen Gewebes, welche von selbst nachlässt. Lediglich bei einer länger anhaltenden Blutung besteht die Gefahr, dass ein größeres Blutgefäß verletzt wurde – im Falle einer Schwangerschaft sollte hier sofort reagiert werden.

 

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Da eine Kontaktblutung durchaus erklärbare harmlose Ursachen haben kann, ist es nicht von Vornherein notwendig, einen Arzt zu konsultieren. Ist das austretende Blut klar und es treten keine heftigen Schmerzen auf, besteht kein weiterer Grund zur Sorge – meist versiegt die Blutung innerhalb weniger Stunden von selbst. Ebenfalls ungefährlich sind Blutungen, die nach einer gynäkologischen Untersuchung auftreten. Um das Risiko einer unerkannten und rasch fortschreitenden Krebserkrankung oder Infektion im Vaginalbereich zu minimieren, sollte jedoch grundsätzlich ein Facharzt aufgesucht werden, wenn:

  • Die Blutung länger als einige Stunden oder einen Tag anhält
  • Große Mengen Blut austreten
  • Die Blutungen von weiteren Beschwerden wie Schmerzen begleitet werden
  • Währenddessen starker Juckreiz auftritt

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Kontaktblutung

Grundsätzlich wird eine wiederkehrende Kontaktblutung von den Betroffenen als unangenehm empfunden und sollte daher bei regelmäßigem Auftreten behandelt werden. Die entsprechende Therapie richtet sich nach der Ursache der Blutungen. Liegt diesen eine Pilzinfektion zugrunde, genügt meist die Anwendung einer pilzhemmenden Salbe, um die Infektion ganzheitlich zu behandeln.
Sind Polypen oder Myome für die Störung verantwortlich, werden diese meist operativ entfernt. Im Falle einer Scheidenentzündung wählt der behandelnde Gynäkologe meist eine medikamentöse Therapie, oftmals in Form von speziellen Antibiotika, die die Entzündung bekämpfen.
Wird eine Ektopie diagnostiziert, bietet sich als Behandlungsmöglichkeit eine Verödung des verlagerten Gewebes an. Diese wird mit Hilfe eines Lasers durchgeführt, welcher das betroffene Gewebe an den entsprechenden Stellen verätzt.
Die Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt, verläuft meist ohne Komplikationen und wird in der Regel von der Mehrheit der Patientinnen gut vertragen. Nach dem Eingriff ist allerdings eine Schonung des Gewebes notwendig; die Patientin sollte etwa sechs Wochen lang auf Geschlechtsverkehr verzichten und zudem keinen Sport ausüben. Das Veröden des Gewebes mit hoher Blutungsneigung ist an sich ein Eingriff mit entsprechend guten Erfolgsaussichten; bei den meisten Patientinnen treten zunächst keine weiteren Kontaktblutungen mehr auf.
Dennoch ist eine Verödung keine garantierte präventive Maßnahme gegen derartige Blutungen nach dem GV. Vielfach treten die Symptome nach einigen Jahren erneut auf. Eine Verödung ist ein relativ ungefährlicher Eingriff und nimmt keinerlei Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Frau. Dennoch sollte vorab ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem zuständigen Gynäkologen geführt werden.


In einigen Fällen weisen häufige Kontaktblutungen während oder nach dem Geschlechtsverkehr auf eine bereits vorliegende Krebserkrankung hin. Ist diese bereits weiter fortgeschritten und der Tumor hat metastasiert, kann in der Regel nur in einem operativen Eingriff die Gebärmutter entfernt werden. Da dies nicht nur in die Familienplanung eingreift, sondern auch das hormonelle Gleichgewicht sowie den psychischen Zustand der Frau nachhaltig beeinträchtigen kann, sollten häufig auftretende Kontaktblutungen stets als ernsthaftes Symptom betrachtet und ein Facharzt aufgesucht werden.

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