Warum Gesundheitsexperten vor Fruchtzucker warnen

Warum Gesundheitsexperten vor Fruchtzucker warnen

Fruchtzucker  

Weißer Zucker ist schädlich, nur Fruchtzucker ist gesund – diese These kennen selbst kleine Kinder. Fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag sollten es schon sein, um gesund zu bleiben und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung wirbt immer noch für den vermeintlich gesunden Fruchtzucker. Mittlerweile gibt es auch immer mehr kritische Stimmen, die vor dem Zucker eindringlich warnen, den Diabetiker problemlos zu sich nehmen können. Macht Fruchtzucker tatsächlich krank und dick? Wie viel Fruchtzucker ist erlaubt und wer sollte sehr genau auf die Menge achten?

Der einfache Zucker

Fruchtzucker, auch bekannt unter dem Namen Fruktose, ist im Unterschied zum normalen Haushaltszucker, ein sogenannter Einfachzucker. Während der Haushaltszucker, ein Zweifachzucker, aus Glukose und Fruktose besteht, ist im Fruchtzucker nur Fruktose enthalten. Glukose kann der Körper immer nur dann aufnehmen, wenn er gleichzeitig Insulin ausschüttet, ein Prozess, der bei der Aufnahme von Fruktose nicht notwendig ist. Das haben Mediziner und Ernährungswissenschaftler sehr lange als großen Vorteil für alle gesehen, die unter Diabetes leiden. Aktuell gibt es jedoch deutliche Hinweise darauf, dass sich der viel gepriesene Fruchtzucker gerne als Fett im Körper einlagert. Besonders als Leberfett und als sogenanntes viszerales Bauchfett findet sich die Fruktose wieder, das haben Tests mit Mäusen nachgewiesen. In der Folge kann es zu Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ 2 kommen.

Nicht nur im Obst zu finden

Das alte englische Sprichwort: „One apple a day keeps the Doctor away“, ist weiterhin gültig. Der tägliche Apfel ist und bleibt gesund, denn die gefährliche Fruktose ist nicht nur im Obst zu finden. Er findet sich unter anderem im fragwürdigen Ketchup für Kinder, der mit der „natürlichen Süße aus Früchten“ beworben wird. Das ist eine dreiste Lüge der Werbung, denn selbst wenn die Quelle natürlich ist, gesund ist der Ketchup ganz bestimmt nicht. Da die Herstellung von Fruktose günstig ist, findet sie sich in immer mehr Lebensmitteln und wird als gesund beworben. Nicht nur die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch weist schon länger darauf hin, dass endlich auch der Fruchtzucker als wenig verbraucherfreundlich gekennzeichnet werden sollte. Aber es ist nicht nur die Fruktose, die für Probleme sorgt, es ist der Zucker generell, der mittlerweile das Fett als Übeltäter Nummer eins abgelöst hat.

Es kommt auf das Obst an

Es ist nicht allein die Organisation Foodwatch, die für die sogenannte Ampelkennzeichnung kämpft, damit die wahren Zuckerbomben leichter zu erkennen sind. Diese Kennzeichnung sollte nicht nur für Lebensmittel im Allgemeinen, sondern ebenfalls für die verschiedenen Obstsorten gelten. Es gibt Sorten, die enthalten eine große Menge Fruchtzucker, wie zum Beispiel die Ananas und es gibt Obstsorten wie Äpfel, die können ohne ein schlechtes Gewissen gegessen werden. Im Obst stecken auch sehr gesunde Vitamine und die Birne ist immer noch die bessere Wahl als ein Stück Schokolade, aber im Vergleich zum Gemüse kann Obst nicht mithalten. Zucker ist und bleibt Zucker, selbst wenn er Fruktose heißt, daher sind zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse pro Tag eine optimale Lösung.

Der Kampf gegen den Zucker

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat dem Zucker den Kampf angesagt. Die WHO möchte, dass die Menschen den Zuckerkonsum weiter beschränken und gibt als Richtlinie aus, dass nur zehn Prozent der Energie, die aus der Nahrung stammt, aus Zucker bestehen soll. In der nahen Zukunft sollten es noch fünf Prozent sein. Die Unterscheidung in vermeintlichen guten (Fruktose) und schlechten (Haushaltszucker) Zucker soll es zukünftig nicht mehr geben, Zucker ist Zucker. Ob sich die gesunden Ziele der WHO einhalten lassen, ist mehr als fraglich, denn noch hat die Lebensmittelindustrie weltweit eine gute Lobby. Daran wird sich voraussichtlich auch in der Zukunft nicht viel ändern.

Was tun bei Intoleranz gegen Fruktose?

Vielen Menschen wollen im Hinblick auf die Gesundheit und die Figur keinen oder nur sehr wenig Zucker zu sich nehmen. Andere müssen auf Fruchtzucker verzichten, da sie unter einer Intoleranz leiden. Diese Unverträglichkeit tritt in zwei unterschiedlichen Formen auf. Am weitesten verbreitet ist die intestinale Form, bei der die Betroffenen unter Blähungen, starken Bauchkrämpfen, Durchfall und Problemen mit der Verdauung leiden. Bei dieser Form der Fruktoseintoleranz kommt es zu Störungen bei der Aufnahme des Fruchtzuckers aus der Nahrung in die Wand des Darms. Gefährlich ist nur die erbliche Form der Intoleranz, von der aber nur einer von 100.000 Menschen betroffen ist. Diese Menschen haben einen angeborenen Enzymdefekt in der Leber und in der Folge kommt es immer wieder zu schweren Entgleisungen des Stoffwechsels. Es droht eine Unterzuckerung, auch Gerinnungsstörungen sind keine Seltenheit. Schon eine kleine Menge Fruchtzucker kann lebensgefährlich sein und Fruktose ist das ganze Leben lang streng verboten.

Nicht in die Irre führen lassen

Alle, die gesund sind und nicht unter Übergewicht leiden, müssen auf ihre täglichen Rationen frisches Obst nicht verzichten. Wenn es aber Zweifel gibt oder wenn sich die Waage in die falsche Richtung bewegt, dann ist Gemüse die bessere Wahl. Wichtig ist es, dreiste Werbelügen zu entlarven und sich nicht in die Irre führen zu lassen. Denn nicht immer, wenn gesund auf der Packung steht, ist tatsächlich etwas Gesundes darin enthalten. Das ist nicht immer ganz so einfach, denn die Lebensmittelindustrie arbeitet mit allen Mitteln. So bedeutet der Fruchtzucker in den vermeintlich so gesunden Fruchtsäften nichts anderes als: Es ist etwas Haushaltszucker enthalten, um die „natürliche Süße“ des Saftes noch zu unterstreichen. Immer wenn das Wort Fruchtzucker besonders laut in der Werbung für ein Produkt vorkommt, dann heißt es vorsichtig sein. Hier sollte man sich immer die Frage „Cui bono?“ stellen, wem nützt es? Der Gesundheit garantiert nicht, der Lebensmittelindustrie aber mit Sicherheit.

Fazit

Alles, was in zu großem Maße genossen wird, ist der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich. Das gilt für Alkohol wie für fettige Lebensmittel. Der Zucker macht da keine Ausnahme, denn wenn das richtige Maß eingehalten wird, dann ist Zucker weder schädlich noch macht er dick. Das größte Problem ist und bleibt jedoch die Nahrungsmittelindustrie, die vermeintlich gesunde Lebensmittel anpreist, die viel gesunde Fruktose enthalten. Wer viele Fertigprodukte zu sich nimmt und den Lügen der Industrie glaubt, der sollte sich nicht wundern, wenn die Hosen nicht mehr passen und wenn es in späteren Jahren zu Krankheiten wie Diabetes kommt.

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Letztes Update am 12. Januar 2018 16:21

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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