Unhappy Triad – eine unglückliche Knieverletzung

Unhappy Triad – eine unglückliche Knieverletzung

In der Skisaison müssen die Ärzte in den Krankenhäusern der Wintersportorte immer wieder einen Unhappy Triad, einen unglücklichen Dreier oder eine unglückliche Triade behandeln. Hinter dieser etwas saloppen Übersetzung verbirgt sich eine sehr schwere Verletzung des Knies, die durch eine unglückliche Verkettung von Verletzungen entsteht. An einem Unhappy Triad sind sowohl das Innenband des Knies als auch der Innenmeniskus und das Kreuzband beteiligt. Diese Kombination entsteht immer dann, wenn das Knie verdreht wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Skiläufer mit seinem Ski irgendwo hängenbleibt.

Welche Ursachen gibt es?

In der Regel sind es Unfälle beim Sport, die für einen Unhappy Triad sorgen. Skifahrer sind besonders gefährdet. Aber auch Fußballer und Handballer können sich bei einer unglücklichen Bewegung das Knie dermaßen verdrehen, dass es zu einer Unhappy Triad Verletzung kommt. Eine typische Ursache ist der sogenannte Valgusstress. Dabei befinden sich die Beine in einer X-förmigen Stellung und das leicht gebeugte Knie ist bei einem stehenden Unterschenkel nach außen gedreht. Dieser unglückliche Ablauf von Bewegungen kommt nicht nur beim Sport, sondern auch im Alltag häufig vor und führt dann zu folgenden Teilverletzungen:

  • Ein Riss im medialen Seitenband des Knies
  • Eine massive Schädigung des Innenmeniskus
  • Ein Riss im vorderen Teil des Kreuzbands

Die Symptome

Einen Unhappy Triad kann keiner übersehen, der diese Verletzung erleidet. Wenn sich das Knie bei sportlichen Aktivitäten oder bei einem Unfall zuhause dermaßen unglücklich verdreht, der hört ein lautes Geräusch, das wie ein „Plopp“ klingt. Dieses Geräusch zeigt an, dass die Bänder gerade gerissen sind. Die weiteren Symptome lassen dann nicht mehr sehr lange auf sich warten. In Sekundenschnelle schwillt das betroffene Knie stark an und die Betroffenen verspüren einen sehr heftigen Schmerz. An eine Bewegung des Knies, also ein Strecken oder Beugen, ist nicht mehr zu denken, die massiven Schmerzen, aber auch die starke Schwellung machen es unmöglich. Beim Versuch zu gehen, knickt das Knie sofort weg, eine extreme Belastung, die in der Medizin als „Giving-way-Phänomen“ bekannt ist. In den meisten Fällen kommt es zu einem starken Bluterguss, der auch noch einige Tage nach dem Unfall auftreten kann.

Die Diagnose

Der Arzt wird das Knie zunächst einmal abtasten und den Patienten fragen, wie es zu dem Unfall gekommen ist. Anhand der Schilderungen und der Tastuntersuchung wird erfahrungsgemäß schnell klar, dass es sich um einen Unhappy Triad handelt. Meist folgt in diesem Fall ein MRT, also eine Magnetresonanztomographie, die es möglich macht, das genaue Ausmaß der Verletzungen zu sehen. Die Aufnahme zeigt dem Orthopäden, wie stark die Bänder, die Menisken und der Knorpel betroffen sind. Steht die Diagnose fest, muss der Arzt entscheiden, welche Therapie die richtige ist. Das ist allerdings nicht ganz so einfach, denn beim Unhappy Triad ist nicht nur eine einzige Struktur verletzt. Es handelt sich vielmehr um eine Kombination von Verletzungen, von denen jede eine eigene Therapie benötigt.

Wie sieht die Therapie aus?

Bei den meisten Verletzungen des Innenbands reicht eine konservative Behandlung aus. Eine Operation ist nicht notwendig, es reicht aus, wenn der Patient unterstützende Bandagen und Orthesen, eine gezielte Krankengymnastik sowie Medikamente gegen die Schmerzen bekommt. Handelt es sich hingegen um Risse im Kreuzband und im Meniskus, ist die Behandlung leider alles andere als einfach. Diese Risse heilen nicht von alleine aus, hier ist eine Operation nötig. Anschließend bekommt der Patient die passenden Reha-Maßnahmen, die unter Umständen sehr langwierig sein können.

Die Therapie bei Schäden am Meniskus

Ist bei einem Unhappy Triad in der Hauptsache der Meniskus betroffen, dann richtet sich die jeweilige Therapie nach dem Ausmaß der Verletzung und wie groß der Riss im Meniskus ist. Bei einem operativen Eingriff vernäht der Arzt den Meniskus und entfernt die Teile, die abgerissen wurden. Ist das seitliche Band betroffen, dann ist in der Regel keine OP notwendig, das Band heilt sehr gut von alleine aus. Die moderne Form einer Unhappy-Triad Operation ist eine Arthroskopie, eine Gelenkspiegelung. Dabei macht der Arzt nur kleine Hautschnitte, was die Gefahr einer Infektion verringert und den Prozess der Heilung beschleunigt. Mit einer gezielten Physiotherapie nach der OP beginnt für den Patienten eine wichtige Phase der Regeneration. Zur Unterstützung sollte der Patient zusätzliche eine Orthese tragen, um das Kniegelenk optimal zu entlasten.

Kann es Komplikationen geben?

Eine Unhappy Triad Verletzung ist nicht nur sehr schmerzhaft und langwierig, es kann auch zu Komplikationen und Spätfolgen kommen. Wenn es neben einer sogenannten strukturellen auch eine funktionelle Instabilität gibt, dann kann das in der Regel nicht nur mit einem Muskeltraining kompensiert werden, hier ist eine OP notwendig. Entscheidet sich der Patient gegen eine Operation, dann droht ihm auf lange Sicht gesehen, eine Arthrose im Knie. Der Knorpel würde dann über Gebühr belastet und nutzt sich immer weiter ab. Die Knochen reiben aneinander, was zu starken Schmerzen und schließlich zu Abnutzungserscheinungen führt. Bei nur leichten Ausprägungen einer Teilverletzung macht sich die Instabilität des Kniegelenkes erst viel später schmerzhaft bemerkbar. Sollte sich der Arzt für eine konservative Behandlung und damit gegen eine Operation entscheiden, dann ist es immer ratsam, das betroffene Kniegelenk nach ein paar Wochen auf seine Stabilität hin untersuchen zu lassen.

So wichtig sind Orthesen

Beim Heilungsprozess spielen Orthesen eine sehr wichtige Rolle. Sie sorgen für Stabilität im Kniegelenk, sie sind sehr leicht, einfach zu handhaben und können immer wieder durch einen hohen Tragekomfort überzeugen. Moderne Orthesen lassen sich in kleinen Schritten einfach verstellen und passen sich so immer individuell dem Träger an. In früheren Zeiten mussten sich die Verletzten mit einem schweren und starren Gipsverband herumärgern. Heute sorgen Orthesen dafür, dass der Patient beweglich bleibt und die Verletzung trotzdem optimal ausheilen kann.

Fazit

Vor allem für Anfänger auf der Piste gilt: Die ersten Schwünge auf Skiern sollten eher etwas verhalten sein. Wer zu forsch unterwegs ist, der riskiert eine schwere Verletzung wie einen Unhappy Triad, eine dreifache Verletzung, die nicht nur sehr schmerzhaft ist, sondern auch sehr lange braucht, um wieder auszuheilen. Schwere Verletzungen wie ein Unhappy Triad lassen sich sowohl im Alltag als auch beim Sport vermeiden. Wer sich umsichtig bewegt, bei sportlichen Aktivitäten keine großen Risiko eingeht und nicht zu wagemutig ist, der bleibt von schweren, langwierigen Verletzungen verschont.

Bild: @ depositphotos.com / Dirima

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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