News: Ist Truvada das neue Wundermittel gegen HIV?

<span class=ns>News:</span> Ist Truvada das neue Wundermittel gegen HIV?

Bis heute gibt es kein wirksames Medikament und auch keine Impfung gegen das HIV-Virus oder gegen Aids und nach wie vor gilt das Kondom als das wirksamste Mittel, um sich zu schützen. Jetzt gibt es aber auch eine Pille, die das Risiko der Ansteckung minimieren kann und das diejenigen, die mit einem besonders hohen Ansteckungsrisiko leben, besser schützen soll.

Nur zur Prophylaxe

Truvada heißt dieses Mittel und es wurde von der zuständigen EU-Kommission als Prophylaxe zugelassen, wenn auch mit Auflagen. Für Aids-Experten ist das ein gutes Signal, denn das Medikament soll das Risiko senken, sich mit dem HIV-Virus anzustecken. Das Mittel ist nur auf Rezept erhältlich und kann ab Ende Juli vom Arzt verschrieben werden. Ob Truvada auch in Deutschland erhältlich sein wird, steht aktuell noch nicht fest, da der Hersteller noch Schulungsunterlagen bereitstellen muss. Da das Mittel aber schon seit einiger Zeit für die Behandlung von HIV-Infizierten eingesetzt wird, stehen die Chancen nicht schlecht, dass es auch in Deutschland erhältlich sein wird.

Kosten werden nicht übernommen

Truvada gibt es in den USA bereits seit fünf Jahren und in Südafrika werden die Pillen an Prostituierte ausgeben. Wenn das Mittel in Deutschland auf den Markt kommt, dann wird eine Monatspackung voraussichtlich 800,- Euro kosten, die gesetzlichen Krankenkassen haben aber bereits signalisiert, dass sie die Kosten nicht übernehmen werden. Der Hersteller hat bereits eine Preissenkung abgelehnt. Die Deutsche-Aids-Hilfe ist von den Krankenkassen enttäuscht und hofft, dass man vielleicht doch noch eine Lösung in der Kostenfrage finden wird, denn wenn es bei dieser Haltung bleibt, dann werden sich nur wenige Menschen dieses vorbeugende Medikament leisten können.

Nur für Männer

Truvada ist vor allem für homosexuelle Männer und für Transgender gedacht, die häufig wechselnde Geschlechtspartner haben, ob Truvada auch für Frauen infrage kommt, steht noch nicht fest. Daher ist eine Abgabe an weibliche Prostituierte nach Ansicht der Deutschen-Aids-Hilfe noch nicht sinnvoll. Ob das Mittel bei Frauen anders wirkt als bei Männern, wurde noch nicht ausreichend erforscht und es liegen noch keine relevanten Daten vor. Wie wichtig ein Mittel wie Truvada ist, das zeigen die aktuellen Zahlen zum Thema Aids und HIV. Weltweit sind geschätzt 37 Millionen Menschen HIV-positiv und jedes Jahr kommen geschätzt 2,1 Millionen neue Infektionen dazu. Alleine 2015 sind 1,1 Millionen Menschen an dem Virus gestorben.

Bild: © Depositphotos.com / leolintang

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Truvada

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

8 Kommentare

  1. Maria

    Leider der schlechteste Artikel, den ich hier je gelesen habe. Das Thema liegt mir persönlich sehr am Herzen. Ein guter Freund von mir ist an den Folgen von AIDS verstorben. Hinweis an die Autorin: Man stirbt nicht „an dem Virus“, sondern an Folgen von AIDS. Mit dem Virus leben Infizierte oft Jahre, manchmal Jahrzehntelang. Noch eine Anmerkung: HIV steht für Humanes Immundefizienz-Virus (Englisch: human immunodeficiency virus). Das heißt, das Akronym beinhaltet bereits das Wort Virus. Wenn Sie von HIV-Virus schreiben, erzeugen Sie ein unnötiges Echo. Da steht: Humanes Immundefizienz-Virus Virus.
    Inhaltlich ist der Artikel völlig verwirrend: Sie schreiben, ab Ende Juli könne Truvada vom Arzt verschrieben werden. Ab Juli 2017? In welchem Land? Denn einen Satz darauf heißt es, in Deutschland sei es nicht erhältlich.
    Gibt es wirklich keine Studien, wenn das Mittel seit 5 Jahren in den USA und Südafrika auf dem Markt ist? Das wage ich zu bezweifeln. Das Versprechen der Überschrift wird ebenfalls nicht eingelöst. Ob Truvada ein Wundermittel gegen AIDS ist oder sein könnte, habe ich jedenfalls nicht erfahren.

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  2. Carl Knall

    Was nutzt ein Mittel gegen HIV, wenn es sich keiner leisten kann? Sinnvoll ist die gesamte Argumentation nicht. Warum hinkt Deutschland mehr als fünf Jahre hinterher, wenn es in den USA und Südafrika längst zu haben ist? Schulungsunterlagen? Wofür werden denn die gebraucht?
    Auch seitens der Deutschen AIDS-Hilfe wird sehr unlogisch argumentiert: In Südafrika wird das Mittel an Prostituierte (ich gehe hier von weiblichen Prostituierten aus) ausgegeben. Wenn das nicht helfen würde, würde niemand in diese Maßnahme investieren. Hierzulande ist man nicht sicher, wie das Mittel bei Frauen wirkt und ob es andere Wirkungen zeigt als bei Männern?!
    Nebenher nervt mich das Vorurteil, dass homosexuelle Männer und Transgender häufig wechselnde Geschlechtspartner haben. Heterosexuelle Männer und Leute, die sich auf C-Date & Co. tummeln, sind auch keine Kinder von Traurigkeit.

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  3. waagerechtstarter

    Die Bereitschaft, zum Arzt zu gehen, um sich Truvada verschreiben zu lassen, dürfte mager ausfallen. Jeder denkt doch sofort: Ah, wieder so ein Homo, der seine Hormone nicht unter Kontrolle hat. Wer Mann will sich schon diese Blöße geben? Das öffnet doch erneuter Diskriminierung Tür und Tor. Heteros sind natürlich total monogam und haben nie außerehelichen Sex. Schon klar. Bei Kosten von 800,- € werden die meisten wohl auf Kondome oder Glück setzen.

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  4. Ben

    Truvada wird in Deutschland bereits seit September 2016 verschrieben. Eine niederländische Studie, die zeigt, dass sich die Verschreibung zur Prävention rechnet, findet Sie im Fachmagazin Lancet Infectious Diseases.

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  5. Turbomietze

    Kurz zu Frauen und Truvada: Ob das Mittel bei Frauen anders wirkt als bei Männern, wurde bereits erforscht. Es gab 2011 eine Studie vom FHI (Family Health International) zur HIV-Prophylaxe mit Truvada bei Frauen. Die amerikanische Non-Profit-Organisation hatte für die “FEM-PrEP”-Studie 1.951 Frauen aus vier Städten in Kenia, Südafrika und Tansania begleitet. Zu Beginn waren alle HIV-negativ. Einige bekamen jeden Tag eine Tablette verabreicht, entweder Truvada mit den Wirkstoffen Emtricitabin (FTC) sowie Tenofovir (TDF). Andere erhielten ein Placebo. Was ich moralisch davon halte, sage ich jetzt mal nicht. Aber die Studie wurde nach einer Zwischenauswertung abgebrochen. Hintergrund für diese Entscheidung: In beiden Gruppen hatten sich gleich viele Frauen mit HIV infiziert. Es gab also keine Schutzwirkung für Frauen. (Bei Männern konnte die Infektionsrate um immerhin 44 % gesenkt werden.) Aber diese Ergebnisse sind inzwischen sechs Jahre alt. Weiter verfolgt habe ich das nicht.

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  6. Harry

    Die billigste Verhinderung von HIV erzielt man mit dem Einsatz von Kondomen. 100 Stück Billy Boy gibt es für 18,- Euro. Wieso wird dann über ein Prophylaxe-Mittel, das 800,- Euro im Monat kostet, überhaupt noch diskutiert?

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  7. Rafftan

    Jedes Kind weiß, dass man sich durch ungeschützten Sex Geschlechtskrankheiten einfängt. Wer dennoch meint, ohne Kondom alles mitnehmen zu müssen, was er kriegen kann, wählt selbst dafür. Kriegt der dann HIV und AIDS, Pech gehabt. Das sollte von Seiten der Krankenkasse nicht unterstützt werden. Genauso sehe ich das übrigens mit den Folgeerkrankungen vom Rauchen und vom Alkohol. Wer meint, quarzen zu müssen und Lungenkrebs oder Speiseröhrenkrebs entwickelt, ist selbst schuld. Wer säuft wie ein Loch und seine Leber ruiniert, ebenso. Dafür sollte die Allgemeinheit nicht aufkommen müssen. Extremsportler, die sich sämtliche Gräten brechen? Ebenfalls selbst schuld. Sie verdienen sich mit ihrem Sport goldene Ohren und gehen das Risiko vollkommen freiwillig ein. Wer unverschuldet erkrankt, sollte unterstützt werden. Wer seine Krankheit mutwillig heraufbeschwört, nicht.

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    1. Kalki4Ever

      So krass kann man das nicht sehen. Manche Menschen rauchen nicht und bekommen trotzdem Speiseröhrenkrebs oder Lungenkrebs. Gerade bei Sex muss man auch bedenken, dass es eben nicht so einfach ist, das Thema „Kondom“ einzubringen. In der Aufregung des Moments schaltet das Hirn ab. Außerdem soll Truvada auch für Menschen in Beziehungen sein, in denen einer HIV positiv und der andere HIV negativ ist. Dafür wäre das schon eine große Hilfe. Wie hilfreich ist das Mittel wirklich, schützt es denn 100%ig zuverlässig? Das würde mich interessieren. Vielleicht könnt ihr dazu noch mal einen Artikel bringen?

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