Menstruationstassen – eine Alternative zu Tampons und Binden?

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Noch sind sie ein Nischenprodukt, aber das Interesse an sogenannten Menstruationstassen steigt ständig. Schon haben einige Drogeriemärkte und Apotheken diese speziellen Tassen in ihr Sortiment aufgenommen und werben damit als echte Alternative zu den herkömmlichen und Binden. Aber was genau ist eine Menstruationstasse eigentlich und ist sie tatsächlich so sicher und so hygienisch, wie die Hersteller behaupten?

Tampons bedeuten Müll

Nicht jede Frau kann sich mit dem Gedanken anfreunden, das Menstruationsblut in einer kleinen Tasse zu sammeln und diese dann auszuleeren. Aber immer mehr entscheiden sich für ein ökologisch bewusstes Leben und die Klassiker der Menstruationshygiene, Tampons und Binden, verursachen sehr viel Müll. Noch vor einigen Jahren gab es nur wenige Hersteller für Menstruationstassen, heute sind es deutlich mehr, denn besonders bei umweltbewussten Frauen kommen die Tassen sehr gut an. Allerdings sollten Frauen, die diese Tassen benutzen, ein sehr gutes und entspanntes Verhältnis zu ihrem Körper haben, denn sie kommen schließlich direkt mit dem Menstruationsblut in Kontakt.

Wie funktionieren Menstruationstassen?

In ihrer Form erinnert eine Menstruationstasse an eine Glocke, sie besteht aus sehr weichem, medizinischen Silikon und wird zusammengefaltet ähnlich wie ein Tampon in die Scheide eingeführt. Dort entfaltet sie sich dann von alleine und die Muskeln der Vagina umschließen die Tasse rundherum. Die Menstruationstasse sollte mehrmals am Tag, spätestens aber nach zwölf Stunden Tragezeit entleert werden. Dazu wird das stielförmige Ende der Tasse mit zwei Fingern gegriffen und vorsichtig aus der Scheide gezogen. Damit sich das Vakuum löst, ist es hilfreich, die Tasse herauszupressen, in dem sie entweder zusammengedrückt oder hin und her bewegt wird. Der Inhalt wird dann in die Toilette gegeben und die Tasse wird mit speziellen Reinigungstüchern oder unter lauwarmem Wasser ausgewaschen. Nach der Periode sollte sie ausgekocht werden, um sie zu sterilisieren.

Eine günstige Alternative

Die Menstruationstassen schonen nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Allerdings sind sie in der Anschaffung im Vergleich zu einer Packung Binden oder Tampons recht teuer, denn eine Tasse kostet je nach Hersteller und Fassungsvermögen zwischen 16,- und 50,- Euro. Wenn man aber die Kosten pro Monat für Tampons und Binden rechnet, dann können von dieser Summe, aufs Jahr hochrechnet, zwei Menstruationstassen gekauft werden. Eine Frau verbraucht im Laufe des Lebens rund 17.000 Tampons oder Einwegbinden, die im Schnitt drei Euro pro Packung kosten und in diesem Vergleich bleiben die Tassen auf jeden Fall Sieger, wenn es um den Preis geht.

Welche Vor- und Nachteile haben die Tassen?

Je nach Hersteller halten die Menstruationstassen bis zu Jahre. Aber selbst wenn das Material es möglich macht, kaum eine Frau wird aus dem persönlichen Hygieneempfinden heraus, eine Tasse über diesen Zeitraum nutzen. Der große Vorteil der Tassen besteht darin, dass sie die Flüssigkeit nur sammeln, aber nicht ansaugen, was für eine gesunde Scheidenflora sehr wichtig ist. Besonders für Frauen, die unter einer eher trocknen Scheide leiden, sind die Tassen eine bessere Wahl als die herkömmlichen Tampons und Binden. Wenn es allerdings eine vaginale Infektion geben sollte, die sich mit , Jucken und einem übel riechenden Ausfluss bemerkbar macht, dann sollten die Tassen nicht verwendet werden. Für junge Mädchen sind die Tassen ebenfalls nicht geeignet, denn sie haben eine zu schmale Vagina. Nicht benutzen sollte man eine Menstruationstasse für den Wochenfluss nach der Geburt und auch bei einer Senkung der sollte sie nicht eingesetzt werden. Frauen, die die Tasse schon länger tragen, spüren sie nicht mehr und können damit sogar zum Sport oder zum Schwimmen gehen.

Gibt es Gefahren für die Gesundheit?

Im Zusammenhang mit Tampons wird immer wieder auf das sogenannte toxische Schocksyndrom, kurz TSS hingewiesen. Dieses Syndrom wird von Streptokokken ausgelöst und kann im schlimmsten Fall zum Organversagen führen. Die Hersteller weisen darauf hin, dass Tampons regelmäßig gewechselt werden müssen. Das Gleiche gilt auch für die Menstruationstasse, denn auch hier gibt es mindestens einen bestätigten Fall von TSS. Aber die Gefahr ist relativ gering, wenn die Tasse wie empfohlen mehrmals am Tag gewechselt und nach der Monatsblutung steril ausgekocht wird.

Frauen, die sich für eine Menstruationstasse entscheiden, müssen ein wenig Geduld mitbringen und sollten sich zudem von ihrem Frauenarzt hinsichtlich der richtigen Größe, der Form und auch des Materials beraten lassen. Es gilt das Prinzip des „Learning by doing“ und wenn es auf Anhieb nicht klappen sollte, dann muss es noch einmal versucht werden.

Bild: © Depositphotos.com / gregorylee

Ulrike Dietz