Welche Gefahren lauern in Kartoffeln und Tomaten?

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In schöner Regelmäßigkeit schaffen es die Ernährungsexperten, die Verbraucher in zu versetzen. Mal ist der der Bösewicht, mal sind es Gluten oder . Jetzt kommt eine neue Gefahr dazu und sie trägt den Namen Lektine. Was sind Lektine? Streng genommen handelt es sich dabei um komplexe Proteine, die in vielen Pflanzen vorkommen, -Strukturen haben und gerne als Anti-Nährstoffe bezeichnet werden. Was Lektine hat, das hat wenig Nährstoffe, leider gehören auch Tomaten und Kartoffeln dazu.

Sind Lektine schädlich?

Lektine können schädlich sein, wenn man zum Beispiel Bohnen im rohen Zustand isst. Die Lektine in den Bohnen können die roten Blutkörperchen binden, sodass diese verklumpen und genau das ist schädlich. Werden die Bohnen aber gekocht, dann ändern sich die chemischen Zusammenhänge und die Bohnen können ohne Gefahr gegessen werden. Lektine sind aber nicht nur in Bohnen zu finden, sondern auch in Auberginen, Tomaten, Vollkornbrot und Kartoffeln. Nach einer neuen amerikanischen Studie sorgen diese beliebten Lebensmittel für einen „chemischen Krieg“, der im Körper tobt und die Folgen nach dem Verzehr können sehr schmerzhaft sein.

Was kann passieren?

Sodbrennen, Durchfall, Blähungen, Kopf- und Gliederschmerzen können die Folge sein, wenn Lebensmittel gegessen werden, die zu viel Lektine haben. Die Studie aus den USA geht aber noch weiter, denn die bösen Lektine können angeblich auch und Ekzeme, Arthritis und sogar Herzbeschwerden auslösen. Das klingt bedrohlich, aber auch paradox, denn Lebensmittel wie Tomaten, Kartoffeln und Vollkornbrot sind doch gesundheitsfördernd und jetzt sollen sie so schädlich sein? Ganz so gefährlich ist es nicht, denn es hängt wie beim Gluten und bei der Laktose, von der Verträglichkeit ab. Oder auch vom Trend, denn langsam aber sicher kommen sowohl die Laktose als auch das Gluten aus der Mode und es muss ein neuer Hype gefunden werden.

Keine ausführliche Studie

Keiner muss jetzt auf Kartoffeln als Beilage zum Sonntagsbraten oder auch einen leckeren Tomatensalat verzichten. Die Studie aus den USA ist nicht ausführlich genug und beruht in der Hauptsache auf den Erkenntnissen des Arztes Steven Gundry und seinen eigenen Erfahrungen mit Lektinen. Gundry weißt allerdings nicht grundsätzlich auf Gefahren bestimmter Lebensmittel hin, er holt vielmehr zu einem Rundumschlag gegen Lektine aus. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Mediziner einige Kilos abgespeckt hat, als er Kartoffeln und Vollkornbrot von der Speisekarte gestrichen hat.

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Ulrike Dietz