Schlafstörungen – ein frühes Anzeichen für Demenz

Schlafstörungen – ein frühes Anzeichen für Demenz

Wie lang die Vorlaufzeit für Demenz sein kann, das zeigt jetzt eine neue Studie aus Kanada. Die Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und der neurodegenerativen Krankheit gefunden, der nachdenklich macht. Wer in der Nacht um sich tritt und schlägt, der leidet an einer sogenannten REM-Schlaf-Verhaltensstörung, die 15 Jahre vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit auftreten kann. Besonders gefährdet sind Menschen, die unter heftigen Störungen leiden und durch die Aktivitäten im Schlaf sogar aus dem Bett fallen.

Nicht jeder Albtraum ist ein Vorzeichen

Die Forscher aus Kanada können in ihrer Studie belegen, dass Menschen mit dieser etwas seltsamen Schlafstörung ein bis zu 100 % höheres Risiko haben, in späteren Jahren an Parkinson oder Demenz zu erkranken als Menschen, die ruhig schlafen. Aber nicht jeder Albtraum ist gleich ein sicheres Zeichen dafür, dass es zu einer dieser Erkrankungen kommt, entscheidend ist, dass die Albträume während der REM-Schlafphase auftreten. Schnelle Bewegungen der Augen bei geschlossenen Augenlidern sind ebenso ein Zeichen für diese Schlafstörung und dieses Augenrollen kann darauf hindeuten, dass es sich Jahre später eine Demenz entwickelt.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Die Studie hat herausgefunden, dass die Schlafstörungen nicht die einzigen Vorzeichen für eine mögliche Demenz sind, es gibt noch andere Hinweise. Appetitlosigkeit, Stimmungsschwankungen sowie Schwierigkeiten beim Essen und Schlucken können darauf hindeuten, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit für Demenz und Parkinson gibt. Auch wenn es zum Verlust des Geruchssinns kommt, was häufig zusammen mit einem Verlust des Schmeckens auftritt, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn das sind ebenfalls Warnhinweise für eine beginnende Demenz. Ein schlurfender Gang hingegen deutet auf eine Parkinson-Erkrankung hin.

Welche Hinweise gibt es noch?

Laut der kanadischen Studie gibt es noch mehr Hinweise auf Demenz, die lange vor dem Ausbruch auch sporadisch auftreten können. Wer immer wieder Verabredungen vergisst und einem Gespräch nicht mehr folgen kann, an dem mehrere Menschen teilnehmen, der sollte sich auf jeden Fall untersuchen lassen. Auch wer beim Lesen einzelne Abschnitte wiederholen muss und sich nicht mehr richtig konzentrieren kann, der sollte einen Arzt aufsuchen. Wenn die richtigen Worte fehlen und wenn es schwer fehlt, eine Mahlzeit zuzubereiten, die mehrere Schritte erfordert, dann sind das ebenfalls sichere Zeichen dafür, dass es sich möglicherweise um eine Demenz handelt.

Bild: © Depositphotos.com / monkeybusiness

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

6 Kommentare

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    Crème de la Crème

    Leider geht es in diesem Artikel mit Frühwarnzeichen und tatsächlichen Anzeichen von Demenz ziemlich durcheinander.

    Am spannendsten war für mich zu lesen, dass diese bestimmte Art der Schlafstörung tatsächlich schon 15 Jahre vor Ausbruch von Alzheimer und Demenz als Alarmzeichen für eben diese Krankheiten gilt. Bitte verlinken Sie doch noch die Studie dazu! Ich wüsste gern, wer sie wo durchgeführt hat und wie viele Probanden untersucht worden sind.
    Wer Gesprächen mit mehreren Beteiligten nicht mehr folgen kann, sich an getroffene Verabredungen nicht mehr erinnert oder beim Kochen überfordert ist, wenn mehrere Schritte befolgt werden müssen, leidet bereits an einem fortgeschrittenen Stadium einer Demenzerkrankung. Das ist etwas vollkommen anderes, als noch komplett gesund Schlafstörungen mit Alpträumen in der REM-Phase zu haben. Wie früh machen sich denn Appetitlosigkeit und der Verlust von Geruch- und Geschmackssinn bemerkbar?

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    Hildegart

    Wie häufig ist denn die REM-Schlaf-Verhaltensstörung mit derart lebhaft-erschreckenden Träumen in der REM-Phasr? Es klingt, als ob das nur einen Bruchteil der späteren Demenz- und Parkinson-Patienten betrifft. Zumindest ich kenne niemanden, der unter so extremen Alpträumen leidet, dass er dabei sogar aus dem Bett fallen würde. Das kann richtig gefährlich sein und sogar zu Verletzungen führen. Die anderen Anzeichen finde ich zu unspezifisch und daher nicht wirklich hilfreich. Frauen haben ständig Stimmungsschwankungen, erst wegen der Periode, später wegen der Wechseljahre. Hormonelle Umstellungen bleiben eben nicht ohne Folgen. Ich würde mich über einen eigenen Artikel zum Thema Demenz mit allen Vorzeichen, Anzeichen und Entwicklungsstufen freuen.

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    Dr. Lul

    Diese bestimmte Art der Schlafstörung zeigt einfach, dass mit dem Gehirn etwas nicht stimmt. Ist das Gehirn gesund, werden die Muskeln vorübergehend während des Schlafs gelähmt. Dann entstehen so heftige Bewegungen gar nicht erst. Vielleicht könnte man bei einer frühen Diagnose mit Medikamenten eingreifen.

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    Nerdy Girl

    @ Crème de la Crème: Die einzige ältere Studie, die ich dazu kenne, stammt von 2010. Eventuell nimmt der Artikel darauf Bezug. Der Forschungsbericht ist online in Neurology, der medizinischen Zeitschrift der American Academy of Neurology nachzulesen. Die Studie hatte 27 Teilnehmer mit der beschriebenen Schlafstörung. Von denen sind später 13 an Demenz, 13 an Parkinson und eine Person an Multisystematrophie (MSA) erkrankt. MSA schreitet sehr schnell voran und führt innerhalb von drei bis fünf Jahren zum Verlust der Fähigkeit zu gehen. Die Patienten sterben durchschnittlich nach acht bis zehn Jahren.
    2014 fanden Forscher der Universität von Toronto heraus, dass die REM-Schlaf-Verhaltensstörung, die man auch Schenck-Syndrom nennt, ein ernstzunehmendes Warnzeichen von Neurodegeneration ist. Nachlesen kann man das in Trends in Neuroscience. Leitender Wissenschaftler war John Peever.

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    Gathe

    Mir macht das Angst. Mein Mann (57 Jahre alt) leidet seit Jahren unter Schlafstörungen. Er hat nachts manchmal Alpträume und zuckt dann auch mit den Händen oder macht Geräusche. Aus dem Bett fällt er nicht, so extrem bewegt er sich nicht. Er schreit, tritt und schlägt auch nicht. Bisher habe ich das einfach abgetan. Er hat einen stressigen Job. Wenn er wach wird, reden wir über das, was er erinnert. Muss ich mir wegen Alzheimer Sorgen machen? Sind solche Alpträume als Vorboten anzusehen oder sind sie harmlos?

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    1. Avatar
      Paul

      @Gathe: Die Schlafprobleme deines Mannes klingen nicht extrem genug. Ich bin kein Mediziner. Aber wenn ich es richtig verstanden habe, müsste er sich schon sehr stark bewegen, sich im Schlaf verletzen oder dich angreifen. Übrigens wurde dieses Phänomen schon 1986 beschrieben.

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