Kieferhöhlenentzündung – die schmerzhaften Folgen einer Erkältung

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Sinusitis maxillaris – so nennen Mediziner die Kieferhöhlenentzündung, ein entzündlicher Vorgang der Schleimhaut in den beiden großen Nasennebenhöhlen, die auch unter dem Namen Kieferhöhlen bekannt sind. Diese Höhlen liegen direkt neben der Nase und man muss sie sich wie zwei Pyramiden vorstellen, die auf dem Kopf stehen. Eine solche Entzündung kann akut auftreten, aber auch einen chronischen Verlauf nehmen. In den meisten Fällen tritt die Kieferhöhlenentzündung als Folge einer Erkältung auf und auch wenn sich die Zahnwurzeln entzünden, kann das zu einer Entzündung der Kieferhöhlenentzündung führen.

Die möglichen Ursachen

Eine Erkältung oder eine entzündete Zahnwurzel sind nur zwei der möglichen Ursachen, die eine Kieferhöhlenentzündung auslösen können. Ebenso können eine Pilzerkrankung, Viren oder eine allergische Reaktion für ein starkes Anschwellen der Schleimhäute sorgen. Handelt es sich um eine akute Erkrankung, dann kann diese durch eine Zahnbehandlung ausgelöst werden, wie zum Beispiel eine Zahnextraktion im Oberkiefer. Ein weiterer möglicher Auslöser kann auch eine Fraktur im Bereich des mittleren Gesichtsschädels sein, eher selten ist eine Zahnspitzenentzündung an den Zahnwurzeln der im Oberkiefer die Ursache.

Welche Symptome hat eine Kieferhöhlenentzündung?

Eine Kieferhöhlenentzündung ist ausgesprochen schmerzhaft und sie macht sich mit einem pochenden, dumpfen Schmerz bemerkbar. Dazu kommt ein unangenehmes Druckgefühl in den Wangen, also im Bereich der Kieferhöhlen. Die Betroffenen haben das Gefühl, sie hätten starke Zahnschmerzen im Oberkiefer, heftige Kopfschmerzen können sich einstellen und das Nasensekret ist mit Eiter durchsetzt. Die unteren Augenlider schwellen an, es kann zu Fieber und zu einer allgemeinen Abgeschlagenheit kommen. Ein weiteres Symptom, das keinen Zweifel daran lässt, dass es sich um eine Kieferhöhlenentzündung handelt, ist das Nasensekret, was einen üblen Geruch hat. Eher selten, aber durchaus möglich sind Geruchsstörungen und eine Behinderung der Nasenatmung. Bei Kindern kann die Entzündung der Kieferhöhlen zu Husten und zu einem Anschwellen der Lymphdrüse führen.

Die Diagnose

Bei der Anamnese wird der zunächst die Wangen abtasten und an den vorderen Schneidezähnen klopfen. Wenn der Patient darauf mit Schmerzen reagiert, dann steht die Diagnose meist sehr schnell fest. Auch wenn der Patient den Kopf nach vorne auf die Brust neigt und dabei Schmerzen im Bereich der Wangen hat, dann ist klar, dass die Kieferhöhlen entzündet sind. Um sicher zu gehen, wird der HNO-Arzt dann mit einem Endoskop die Nase und den Rachen untersuchen und wenn es sich tatsächlich um eine Entzündung handelt, dann wird er Eiter sowohl im Rachen als auch im mittleren Nasengang finden. Vom Nasensekret wird dann ein Abstrich genommen, um den Erreger und auch mögliche Resistenzen gegen ermitteln zu können. Für Klarheit sorgen auch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Röntgenaufnahme des betroffenen Gesichtsbereichs.

Wie wird die Entzündung behandelt?

Die erste Wahl ist immer eine konservative Behandlung mit Nasensprays und entzündungshemmenden Medikamenten wie Diclofenac oder Ibuprofen. Wer eine natürliche Medikation bevorzugt, der sollte Myrtol oder Cineol verwenden, und bei Patienten, die schnell allergisch reagieren, wird der Arzt ein Kortisonpräparat verschreiben. Hat die Entzündung der Kieferhöhlen ihre Ursache in einer Zahnwurzelentzündung, dann ist für die Behandlung zuständig. Antibiotika kommen nur in sehr schweren Fällen zum Einsatz, zum Beispiel, wenn der Patient hohes Fieber hat oder wenn eine Immunschwäche vorliegt. Das ist zum Beispiel nach einer Krebsbehandlung oder auch bei einer Infektion mit dem HIV-Virus der Fall. Die konservative Behandlung kommt sowohl bei einer akuten als auch bei einer chronischen Entzündung infrage und verschafft den Patienten Linderung und Schmerzfreiheit.

Wann muss operiert werden?

Es gibt Fälle, wo die konservative Behandlung nicht mehr anschlägt, der einzige Weg, der dann noch bleibt, ist der operative Eingriff. Während einer solchen Operation werden die Kieferhöhlen punktiert und anschließend wird mit einer Antibiotika-Lösung gespült. Notwendig wird eine OP auch dann, wenn der Patient Polypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand hat, denn in diesen Fällen würde die Entzündung immer wieder kommen, wenn nicht operiert wird.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Es gibt bestimmte Faktoren, die das Auftreten einer Entzündung in den Kieferhöhlen begünstigen können. Bei Kindern sind die Rachenmandeln oftmals die Gefahrenquelle, die aufgrund einer chronischen Entzündung ständig vergrößert sind. , die unter Mukoviszidose leiden, erkranken häufig an einer Entzündung der Kieferhöhlen, zudem kann auch der Besuch in einem Schwimmbad zu einer schmerzhaften Entzündung führen. Mit dem Risiko einer Entzündung müssen nicht nur Taucher leben, auch Menschen, die eine Unverträglichkeit gegen Schmerzmittel haben, müssen öfter damit rechnen, dass sich die Kieferhöhlen entzünden.

Bild: © Depositphotos.com / garagestock

Ulrike Dietz