Salmonellenvergiftung – kleine Bakterien, große Wirkung

Salmonellenvergiftung---kleine-Bakterien-große-Wirkung

Sie sind winzig klein, haben die Form eines Stäbchens, sie haben die fatale Angewohnheit, in die menschlichen Zellen einzudringen, es gibt sie in zwei Arten und sechs Unterarten – Salmonellen. Wer einmal Bekanntschaft mit Salmonellen gemacht hat, der möchte nie wieder etwas mit ihnen zu tun haben, denn eine Salmonellenvergiftung ist alles andere als angenehm und sie kann für einige Personengruppen sogar lebensgefährlich werden. Die Bakterien können aber nicht nur eine Vergiftung, sondern auch andere gefährliche Krankheiten wie Typhus oder Paratyphus auslösen. Wie kann man sich vor Salmonellen schützen und wie wird eine Salmonellenvergiftung behandelt?

Salmonellen – eine unsichtbare Gefahr

Die kleinen beweglichen Stäbchenbakterien werden in zwei Arten, Salmonella enterica und Salmonella bongori unterschieden. Beide Varianten können schwere Erkrankungen auslösen, wenn sie sich einmal im festsetzen und nicht bereit sind, den Darm wieder zu verlassen. Salmonellen sind zäh, sie können, wenn sie eingefroren werden, mehrere Monate überleben und sie haben die Fähigkeit, sich jeder Umgebung sehr gut anzupassen. Besonders gerne halten sich Salmonellen im Geflügel auf, aber auch im Auftauwasser des Huhns oder der Pute sind die Bakterien zu finden. Schon im 19. Jahrhundert war die Gefahr, die von Salmonellen ausgeht, bekannt, aber durch verbesserte sanitäre Anlagen, sauberes Wasser und vor allem durch die Entdeckung der Antibiotika verlor die Salmonellenvergiftung immer mehr an Bedeutung.

Welche Symptome hat eine Salmonellenvergiftung?

Die Salmonellenvergiftung ist die zweithäufigste meldepflichtige Krankheit in Deutschland. Jedes Jahr erkranken rund 65 von 100.000 Einwohnern, weltweit sind es 94 Millionen, von denen 150.000 an der Vergiftung sterben. Die Inkubationszeit schwankt je nach Art des Erregers zwischen wenigen Stunden und einigen Wochen und wie schwer die Symptome ausfallen, das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Während die einen mit schweren Symptomen wie akutem Brech-, Bauchkrämpfen, Fieber und heftigen Kopfschmerzen kämpfen, haben andere überhaupt keine Symptome und damit eine sogenannte stille Salmonelleninfektion. Kommt es aber zu heftigem Durchfall und Erbrechen, dann besteht die Gefahr einer Dehydration, weil der Körper sehr viel Flüssigkeit und wichtige Elektrolyte verliert.

Was macht Salmonellen so gefährlich?

Eine Vergiftung durch Salmonellen kann sich in schweren Fällen auf den ganzen Körper ausdehnen und zu schwerwiegenden führen. Gelangen die Erreger ins Blut, dann werden sie versuchen, sich in den Organen anzusiedeln, besonders häufig sind dabei die Gallenblase und die Milz betroffen. In diesen Fällen helfen nur Antibiotika. Wenn die Dosis jedoch zu niedrig war, dann kann es zu einem Rezidiv, also zu einem Wiederauftreten der Krankheit kommen. Dieses Wiederauftreten kann vor allem für mit einem schwachen Immunsystem und auch für ältere Menschen sehr gefährlich werden, denn sie sind meist noch von der Ersterkrankung deutlich geschwächt.

Wie wird die Vergiftung behandelt?

Werden die Bakterien im Blut nachgewiesen, dann hängt die richtige Behandlung zum einen vom Erregertyp und zum anderen von der Schwere sowie der Form der Erkrankung ab. Handelt es sich um eine typhöse Erkrankung, die den ganzen Körper betrifft, dann wird sofort mit Antibiotika behandelt, handelt es sich aber um eine sogenannte Enteritis, eine Form, die sich nur auf den Darm konzentriert, dann sind Antibiotika nicht immer notwendig. Um den Mangel an Flüssigkeit wieder auszugleichen, müssen die Patienten Glukose- und Elektrolytlösungen und ihre Ernährung eventuell umstellen. Bei älteren Menschen sowie bei Babys und Kleinkindern werden die Glukose und die Elektrolyte über einen Tropf verabreicht. Kommt es zu einem schweren Verlauf oder wenn die Patienten ein schwaches Immunsystem haben, dann wird auch bei einer Enteritis auf Antibiotika gesetzt. Wenn Patienten auch nach einer Salmonellenvergiftung immer wieder den Erreger ausscheiden, dann wird über die Dauer vom mehreren Wochen ein Medikament wie zum Beispiel Ciprofloxacin oder Ceftriaxon verabreicht, bei sogenannten Dünndarmausscheidern kommt noch Lactulose hinzu. Haben sich die Bakterien in der Gallenblase festgesetzt, muss sie entfernt werden.

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Ulrike Dietz