Niereninfarkt – eher selten, aber gut behandelbar

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Nicht nur das Herz kann von einem Infarkt betroffen sein, auch die Nieren sind in Gefahr, wenn es zu einem Infarkt kommt. Bei einem Niereninfarkt sind ebenfalls wichtige Gefäße verschlossen und in der Folge stirbt das umliegende Gewebe ab, da es nicht mehr in ausreichendem Maße durchblutet wird. Ähnlich wie beim Herzinfarkt macht sich auch der Niereninfarkt mit starken bemerkbar, die allerdings häufig mit einer klassischen Nierenkolik verwechselt werden. Wenn der Infarkt rechtzeitig erkannt wird, dann kann er gut behandelt werden und schwere Schäden gibt es eher selten.

Die Nieren und ihre Aufgaben

Die Nieren gehören zu den wichtigsten Organen im menschlichen Körper, denn sie fungieren als eine Art Reinigungskraft. Ihre Aufgabe besteht darin, das Blut permanent von Salzen und Abfallstoffen zu reinigen, eine bedeutende Rolle spielen dabei die Nierenarterien. Die Arterien gehen in der Höhe des zweiten Lendenwirbels von der Bauchschlagader ab, der Aorta, und verzweigen sich dann in zwei oder auch drei Stämme, die schließlich die Endgefäße bilden. Zwischen den benachbarten Blutgefäßen gibt es aber keine Kurzschlussverbindungen und das spielt bei einem Niereninfarkt eine wichtige Rolle. Kommt es zum Infarkt, dann verschließt sich eines der Gefäße in der Regel durch ein Blutgerinnsel und das Gewebe wird nicht mehr Sauerstoff versorgt. Wenn die Sauerstoffzufuhr für einen längeren Zeitraum unterbrochen wird, dann stirbt das Gewebe und das kann im schlimmsten Fall zu totalem führen.

Die zwei Arten des Niereninfarkts

Je nachdem, wie groß das Ausmaß der Schäden ist, spricht der entweder von einem kompletten Niereninfarkt oder von einem Nierenteilinfarkt. Kommt es zu einem kompletten Infarkt, dann ist die Endarterie völlig verschlossen, bei einem Teilinfarkt ist ein Gefäß teilweise verschlossen oder es haben sich im Laufe der Zeit Verengungen der benachbarten Blutströme gebildet. Das kann passieren, wenn sich zum Beispiel eine Thrombose in den der Niere bildet. Parallele Blutgefäße sind in diesem Fall in der Lage, diesen Infarkt sofort zu verhindern. Bei einem kompletten Infarkt kommt es schon nach zwei Stunden zu einer sogenannten Nekrose und die betroffene Niere kann nur dann noch gerettet werden, wenn die Blockade in den Blutgefäßen innerhalb von maximal 48 Stunden aufgelöst wird.

Welche Symptome hat ein Niereninfarkt?

Ein Niereninfarkt kann sich auf ganz unterschiedliche Arten äußern. Die markantesten Symptome sind plötzlich auftretende, sehr starke Schmerzen, die aber nicht an eine Kolik erinnern. Die Betroffenen klagen zudem über starke Bauchschmerzen, ihnen wird übel und sie müssen sich erbrechen. In der Folge ist dann Blut im Urin, was immer auf ein akutes Nierenversagen hindeutet. Ein kleiner Infarkt kann gar keine Symptome verursachen und erst, wenn die Niere nicht mehr richtig funktioniert, dann fällt der Infarkt auf. Rund 25 % aller Infarkte haben keinen kompletten Verschluss und daher auch keine Symptome. Erst bei einer Ultraschalluntersuchung oder bei einer Angiografie wird der Infarkt festgestellt, und den letzten Beweis liefert dann eine Blutuntersuchung.

Wie wird der Infarkt behandelt?

Wie beim Herzinfarkt, so kommt es auch bei einem Infarkt der Niere auf Schnelligkeit an, denn der Infarkt muss so schnell wie möglich behandelt werden. Um die Unterversorgung mit Sauerstoff zu stoppen, werden dem 5000 bis 10.000 Einheiten Heparin gespritzt, denn der Gerinnungshemmer soll das Blutgerinnsel möglichst schnell auflösen. Etwas später spritzt der Arzt dann den Wirkstoff Phenprocoumon, der ebenfalls die Blutgerinnung hemmt. Wenn beide Medikamente nicht die gewünschte Wirkung haben, dann muss eine Dialyse, also eine Blutwäsche gemacht werden. In der Regel erholt sich die betroffene Niere dann sehr schnell wieder, nur in seltenen Fällen muss operiert werden. Der Arzt versucht, während des Eingriffs den Thrombus oder den Embolus zu entfernen. Da diese Operation große Risiken birgt, wird sie jedoch nur in Notfällen durchgeführt.

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Ulrike Dietz