Ist ein Hagelkorn mehr als ein kosmetisches Problem?

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Erkrankungen oder Verletzungen, die das Gesicht betreffen, sind immer eine sensible . Zum einen ergibt sich in der Regel ein kosmetisches Problem und zum anderen sind einige Erkrankungen, die das Gesicht betreffen, nicht ungefährlich. Das trifft auf das Hagelkorn zwar nicht zu, aber unangenehm ist es trotzdem. Das Hagelkorn oder Chalazion, wie es mit medizinischem Namen heißt, ist eine Entzündung, die in chronischer Form auftritt und die ein langsames Anschwellen der Talgdrüsen am Augenlid zur Folge hat.

Wie entsteht ein Hagelkorn?

Wenn die Ausführungsgänge einer Talgdrüse am Rand des Augenlids verstopft sind, dann bildet sich ein Hagelkorn. Schuld daran sind und Enzyme, die der Körper selbst produziert, denn diese bauen ihre Fettbestandteile in den Ausführungsgängen ab. Die Produkte dieses Abbaus wandern dann in das umliegende Gewebe und lösen dort langsam, aber sicher eine chronische Entzündung aus. Durch diesen Vorgang werden die Immunzellen alarmiert und dann gezielt in das Augenlid gelockt, wo sie nach mehreren Wochen einen harten Knoten bilden. Da keine Bakterien beteiligt sind, bereitet das Korn auch keine Schmerzen, aber es drückt auf das Auge, was die Betroffenen als unangenehm empfinden. Gefährlich ist es nicht, aber es sieht auch nicht sonderlich hübsch aus.

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Welche Ursachen gibt es?

Der Stau der Sekrete am Augenlid, der letztendlich das Hagelkorn auslöst, tritt meist spontan auf, aber es gibt für diesen Stau mehrere mögliche Ursachen. So können zum Beispiel die Geschlechtshormone die Talgproduktion anregen, wie das auch bei der Akne während der Pubertät der Fall ist. Möglich ist aber auch eine Bindehautentzündung als Auslöser und die Hautkrankheit Rosazea, die sogenannte Kupferrose, kann ebenfalls für die Bildung eines Hagelkorns verantwortlich sein. Grundsätzlich kommen alle Faktoren in Betracht, die den Talgabfluss negativ beeinflussen. Sehr selten, aber durchaus möglich kann Diabetes die sein und in sehr seltenen Fällen ist ein Tumor am Lid der Verursacher.

Wie sieht die Behandlung aus?

Wären Bakterien die Auslöser für ein Hagelkorn, dann könnte das Problem mittels Antibiotika schnell aus der Welt geschafft werden, aber da das nicht der Fall ist, dauert die Behandlung entsprechend lange. Zunächst wird versucht, das Korn mit trockenen, warmen Umschlägen zu behandeln, auch regelmäßige Massagen des Augenlids können hilfreich sein, um den Abfluss des Sekrets voranzutreiben. Augenspülungen sind eine hilfreiche Maßnahme und Augenbäder mit lauwarmem und unterschiedlichen Kräutern gehören zu den Behandlungsmethoden, die erfolgreich sein können. In den meisten Fällen helfen diese Maßnahmen und das Korn bildet sich innerhalb von wenigen Wochen zurück.

Sollte das nicht passieren, dann bleibt noch die , dass ein Chirurg das Korn entfernt. Er öffnet mit einem kleinen Schnitt das Chalazion und räumt anschließend das entzündete Gewebe aus. Der Eingriff wird bei lokaler Betäubung durchgeführt und ist risikoarm. Wichtig dabei ist, dass das Gewebe vollständig geräumt wird, denn sonst besteht die Gefahr, dass sich gleich wieder ein neues Korn bildet.

Ein kosmetisches Problem

Anders als ein Gerstenkorn verursacht ein Hagelkorn keine Schmerzen, es stellt lediglich ein kosmetisches Problem dar. Was den Betroffenen besonders zu schaffen macht, ist, dass sich das Korn sehr langsam entwickelt und ebenso langsam wieder verschwindet. In eher seltenen Fällen beeinträchtigt das Korn das Sehvermögen, am ehesten ist das bei Kindern der Fall. Hier ist eine schnelle Behandlung erforderlich, denn gut zu sehen ist für den Lernprozess von kleinen Kindern sind wichtig. Wenn das Korn für einen Zeitraum von mehreren Wochen das Sehen erschwert, dann besteht bei Kindern die Gefahr, dass sie einen Sehschaden erleiden. Diese Gefahr besteht bei erwachsenen Menschen nicht, hier ist es tatsächlich ein rein kosmetisches Problem. Alles, was den Betroffenen bleibt, ist ein wenig Geduld zu haben, denn auch wenn es einige Wochen dauert, bis das Korn verschwunden, die Prognose ist sehr gut.

Bild: © Depositphotos.com / arztsamui

Ulrike Dietz