Diphtherie – eine Infektionskrankheit, die gefährlich werden kann

Diphtherie – eine Infektionskrankheit, die gefährlich werden kann

Es gibt Krankheiten, die sind weitgehend aus dem Gedächtnis der Menschen verschwunden, eine dieser Krankheiten ist die Diphtherie. Noch vor 100 Jahren war die Infektionskrankheit ein sehr großes Problem und forderte viele Todesopfer, heute kann sie behandelt werden und hat viel von ihrem Schrecken verloren. Gefährlich ist Diphtherie jedoch bis heute geblieben, vor allem, wenn sie in der akuten Form auftritt, denn dann besteht nach wie vor die Gefahr, dass die Betroffenen ersticken können.

Diphtherie – eine bakterielle Infektion

Bei der Diphtherie handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Was die Krankheit gefährlich macht, ist die Übertragung, denn zu niesen oder zu husten reicht aus, um einen anderen Menschen anzustecken. Gelangen die Bakterien in den Rachenraum, dann siedeln sie sich dort an und beginnen ihr Gift zu produzieren. Durch den Rachen wandert das Gift dann weiter durch den Körper und schädigt dabei das Herz und andere wichtige Organe. Ist das der Fall, dann spricht die Medizin von einer toxischen Diphtherie. Wenn diese giftige Form nicht rechtzeitig behandelt wird, dann kann das für die Betroffenen Lebensgefahr bedeuten.

Welche Symptome gibt es?

Wie bei vielen Infektionskrankheiten, ist die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit recht kurz, denn schon zwei bis sieben Tage nach der Infektion treten die ersten Symptome auf. Die Betroffenen klagen über angeschwollene Schleimhäute im Rachenraum, sie haben Halsschmerzen, Schwierigkeiten beim Schlucken sowie Fieber und fühlen sich krank. Sichtbar wird die Krankheit durch einen stark angeschwollenen Hals. Zu den charakteristischen Symptomen gehören die sogenannten Pseudomembranen, ein weißlich-gelber Belag auf den Rachenmandeln und der süßlich-fauliger Mundgeruch. Der Belag kann von den Mandeln aus in den Rachen und in die Nase wandern und wenn der Arzt versucht, diesen Belag mit einem Spatel abzustreifen, dann beginnt die darunterliegende Schleimhaut zu bluten. Auch das ist ein typisches Zeichen für Diphtherie.

Wann wird es gefährlich?

Wenn sich die Krankheit auf den Bereich des Kehlkopfs ausbreitet, dann wird es gefährlich, denn auch dort schwellen die Schleimhäute an. Diese Schwellung führt zunächst zu einem lauten, bellenden Husten, dem sogenannten Krupp-Husten und dann zu Heiserkeit. Nimmt die Schwellung zu, dann leiden die Betroffenen unter einer akuten Atemnot und in diesem Stadium besteht Lebensgefahr durch Erstickung. In eher seltenen Fällen breiten sich die giftigen Bakterien auch in den inneren Organen aus und es kann zu Herzrhythmusstörungen, zu einer Schlucklähmung, einer Lungenentzündung und im schlimmsten Fall zu Leber- und Nierenversagen kommen, was dann zum Tode führen kann.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Wenn sich der Verdacht bestätigt, dass es sich um Diphtherie handelt, dann wird der Arzt sofort ein Gegenmittel, ein Diphtherie-Antitoxin spritzen. Durch dieses Mittel wird das Gift im Körper neutralisiert und unschädlich gemacht. Wenn das Gift aber bereits in die Körperzellen eingedrungen ist, dann kann auch das Gegengift nichts mehr ausrichten. Mit dem Antitoxin werden die Krankheitserreger direkt bekämpft, Antibiotika werden dann im Anschluss für zehn Tage verabreicht. Das Ziel der Behandlung ist immer, eine weitere Produktion des Giftes zu vermeiden. Das gelingt am besten mit einem hoch dosierten Antibiotikum, wie zum Beispiel Penicillin. Neben der medikamentösen Behandlung ist es wichtig, dass die Patienten das Bett hüten, und zwar für mindestens vier Wochen. Wird die Krankheit diagnostiziert, dann müssen die Betroffenen sofort in Quarantäne und auch alle Kontaktpersonen müssen untersucht werden. Ihnen wird prophylaktisch ein Antibiotikum gegeben, und wer nicht geimpft ist, der muss die Impfung nachholen. Da die Infektionskrankheit meldepflichtig ist, muss der Arzt jeden Fall dem Gesundheitsamt melden.

Die Sterblichkeitsrate liegt bei fünf bis zehn Prozent, je nachdem, wie gut die gesundheitliche Versorgung des jeweiligen Landes ist. Wer sich schützen will, der kann das sehr einfach, und zwar mit einer Impfung.

Bild: © Depositphotos.com / Waldemarus

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

1 Kommentar

  1. Avatar
    Karl-Wilhelm O.

    Vielen Dank für diesen spannend zu lesenden Artikel über eine zum Glück hier in Deutschland nicht mehr so verbreitete Krankheit! In anderen Ländern sieht es mit Diphterie natürlich anders aus, darum ist eine Impfung nach wie vor wichtig. Was bei dem Artikel noch fehlt, sind Hinweise dazu, wann geimpft werden sollte. Die Grundimmunisierung sollte schon im Kindesalter passieren. Dann erfolgt am besten eine erste Auffrischung vor dem Eintritt in die Schule (mit 5-6 Jahren) und eine weitere mit 9-17 Jahren. Hält man sich daran, reicht hinterher eine Auffrischung alle 10 Jahre, um wirklich geschützt zu sein.

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