Tätowieren – Körperkunst oder gesundheitsschädigend?

Die Zahlen sind erstaunlich, denn mittlerweile ist jeder vierte Europäer zwischen 18 und 27 Jahren tätowiert. Auch wenn Tattoos immer mal wieder totgesagt wurden, sie sind nach wie vor im Trend und Soziologen bezeichnen die Körperkunst schon als das neue Rauchen. Früher haben die jungen Leute gequalmt, heute lassen sie sich eben tätowieren. Die bunten Bilder auf dem Körper sehen vielleicht gut aus, aber so ganz ungefährlich ist dieser Trend nicht. Wer sich den Rücken, den Arm oder ein anderes Körperteil verschönern lassen möchte, der sollte einige grundlegende Dinge beachten, damit nichts schiefgeht.

Giftige Stoffe in den Farben

Alleine in Deutschland gibt es neben den rund 6000 legalen -Studios auch 20.000 illegale Studios, und es sind diese Studios im Hinterzimmer, die die Körperkunst so gefährlich machen. Das liegt zum einen an den oftmals unhygienischen Arbeitsmethoden, aber vor allen Dingen an den Farben, die diese Tätowierer verwenden. So wird immer wieder Ruß in der schwarzen Farbe gefunden und in zahlreichen Tests wurden sogar Spuren von Autolacken und giftigen Schwermetallen gefunden. Wer empfindlich ist und sich mit diesen Farben tätowieren lässt, der muss mit allergischen Reaktionen, mit langwierigen und im schlimmsten Fall sogar mit rechnen.

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Ständig neue Farben

Leider bleiben die Farben nicht an den Stellen, wo sie eingestochen werden, sie wandern vielmehr in den Körper. Wohin genau sie wandern, ist bis heute leider nicht bekannt, aber wenn sie in der Nähe von Lymphknoten zu finden sind, dann sind die Knoten so bunt wie die Tätowierung. Seit 2008 gibt es eine Tätowiermittel-Verordnung und in dieser Verordnung sind alle Stoffe aufgelistet, die nicht verwendet werden dürfen. Aber es gibt ein großes Problem, denn es werden ständig neue Farben entwickelt, so zum Beispiel gefährliche Neonfarben, die bei Dunkelheit unter der Haut leuchten. Alles was man tun kann, ist an die Vernunft der Hersteller zu appellieren, keine gesundheitsschädlichen Substanzen zu verwenden.

Auch erlaubte Stoffe schaden der Gesundheit

Aber auch die erlaubten Stoffe können gefährlich werden, denn sie lösen Immunreaktionen aus. Bei rund 70 % derjenigen, die sich , zeigt sich unmittelbar danach eine lokale Reaktion wie eine Blutung, eine Verkrustung oder eine Schwellung. Bei sechs Prozent der Tätowierten verschwinden diese Reaktionen nicht mehr, es bilden sich kleine Knötchen oder auf Dauer lädierte Hautstellen. Nicht selten leiden Menschen mit einem sensiblen Immunsystem auch unter Fieber, Schwindel und Abgeschlagenheit. Diese Symptome sind natürlich, denn beim Tätowieren gelangen Fremdstoffe in den Organismus und das Immunsystem wehrt sich dagegen, wie es seine Aufgabe ist.

Ein weiteres Problem stellt Nickel da, was in vielen Tätowierfarben und Permanent Make-up zu finden ist. Nickel ist in diesem Zusammenhang nicht verboten, aber es kann sehr starke und vor allem auch sehr schmerzhafte der Haut auslösen. Da sich immer mehr Menschen tätowieren lassen, vermuten Experten auch eine starke Zunahme von Nickelallergien.

Gibt es Alternativen zum dauerhaften Tätowieren?

Wer auf den Körperschmuck nicht verzichten möchte, aber keine gesundheitlichen Risiken eingehen will, der sollte die Haut nicht tätowieren, sondern nur färben lassen. Das funktioniert zum Beispiel mit Henna, einer Farbe, die nach mehreren Wochen auf der Haut wieder verschwindet. Keine gute Alternative sind die sogenannten Bio-Tattoos, die angeblich nur unter die obere Schicht der Haut gestochen werden und dann nach einer gewissen Zeit wieder von selbst verschwinden. Das ist leider nicht so, denn die Farbe dringt in der Regel bis in die Lederhaut ein und dort bleibt sie dann für immer.

Lassen sich Tattoos wieder entfernen?

Die Antwort, ob sich Tattoos wieder entfernen lassen, lautet nein. Es gibt zwar spezielle Lasergeräte, die die Farbpartikel unter der Haut aufbrechen können, aber das funktioniert nicht bei professionellen Tattoos. Sie sind, wenn überhaupt, nur sehr schwer zu entfernen, es bleiben immer Farbreste zurück.

Bild: © Depositphotos.com / ikostudio

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