Wie gefährlich ist ein Zwerchfellbruch?

Wie gefährlich ist ein Zwerchfellbruch?

Das Zwerchfell wird gerne im Zusammenhang mit dem Lachen erwähnt, denn wenn wir herzhaft lachen, dann wird das Zwerchfell erschüttert und das macht sich bemerkbar. Streng genommen ist das Zwerchfell jedoch eine Platte aus Muskeln und Sehnen, die die Brusthöhle von der Bauchhöhle trennt. Das Zwerchfell ist aber auch ein sehr wichtiger Atemmuskel, der drei Öffnungen hat: Vor der Wirbelsäule ist der sogenannte Aortenschlitz zu finden, durch die zweite Öffnung verläuft die untere Hohlvene und durch die dritte Öffnung tritt die Speiseröhre in den Magen ein.

Was passiert bei einem Zwerchfellbruch?

Kommt es zu einem Bruch des Zwerchfells, dann spricht der Arzt von einer Hiatushernie. Gemeint ist, dass die Platte durch einen Riss, einen Defekt oder durch eine Schwäche im Gewebe an einer Stelle bricht. Ein Zwerchfellbruch kann in unterschiedlichen Formen auftreten und wird in vier Typen eingeteilt:

  • Typ I – handelt es sich um eine axiale Hiatushernie, dann verlagert sich der Eingang des Magens nach oben und liegt dann über dem Zwerchfell. Bei diesem Zwerchfellbruch ist der komplette obere Magen betroffen.
  • Typ II – bei einer paraösophagealen Hiatushernie tritt ein großer Teil des Magens neben der Speiseröhre in den Brustraum aus, der Eingang des Magens bleibt aber anders als bei Typ I, unterhalb des Zwerchfells.
  • Typ III – die dritte Form ist eine Mischung aus Typ I und II. Dieser Zwerchfellbruch beginnt mit einer axialen Hiatushernie und mit der Zeit verlagern sich einige Magenteile seitlich der Speiseröhre in den Brustraum. Kommt es zu einer extremen Form, dann liegt der Magen vollständig im Brustkorb.
  • Typ IV – bei Typ IV handelt es sich um einen sehr großen Bruch des Zwerchfells, bei dem viele Organe wie zum Beispiel der Dickdarm oder auch die Milz in der Brusthöhle zu finden sind.

Wie oft kommt es zu einem Bruch des Zwerchfells?

Ein Zwerchfellbruch kommt relativ häufig vor und in 90 % aller Fälle handelt es sich um Typ I, eine axiale Hernie. Brüche neben der Speiseröhre, also Typ II, sind seltener und kommen fast immer in Zusammenhang mit Typ III, der Mischform vor. Wenn das Zwerchfell fehlerhaft ist, dann ist meist ein Geburtsfehler daran schuld, denn auf 10.000 Geburten kommt ein angeborener Zwerchfellbruch. Im Jahre 2012 wurden in den deutschen Krankenhäusern rund 10.000 Brüche des Zwerchfells gezählt, wobei Frauen davon doppelt so häufig betroffen sind wie Männer.

Welche Symptome gibt es?

Welche Symptome bei einem Bruch des Zwerchfells auftreten, hängt immer von der jeweiligen Form des Bruchs ab. Bei fast allen Formen kommt es jedoch zu Schmerzen und zu Sodbrennen, da der saure Magensaft zurück in die Speiseröhre fließt. In einigen seltenen Fällen macht sich der Bruch in der Muskelplatte auch durch starke krampfartige Schmerzen bemerkbar. Durch einen Zwerchfellbruch kann es auch zu einem sogenannten Schatzki-Ring kommen. Die Betroffenen haben dann das Gefühl, dass ihnen beim Essen ein Stück im Hals steckenbleibt und die Speiseröhre verstopft.

Wie wird der Bruch behandelt?

Nicht in jedem Fall muss ein Bruch des Zwerchfells auch behandelt werden. Nur wenn es zu anhaltenden Beschwerden wie zum Beispiel zu einer chronischen Form des Sodbrennens kommt, dann muss der Bruch in der Muskelplatte operiert werden. Wenn das Sodbrennen, bedingt durch den Bruch im Zwerchfell, nicht behandelt wird, dann entzündet sich die Speiseröhre und die empfindliche Schleimhaut wird dauerhaft geschädigt. Auch Speiseröhrenkrebs kann die Folge sein. Um ein Zurückfließen des Magensaftes zu verhindern, wird der Arzt entsprechende Medikamente, sogenannte Säurehemmer verschreiben. Kommt es zu schweren Schäden wie einem eingeklemmten Bruchsack oder zu einer Verdrehung des Magens, dann muss der Bruch schnellstens operiert werden. Dabei wird das Zwerchfell wieder in seine ursprüngliche Lage zurück geschoben. Wenn der Bruch sehr groß ist, dann wird er auch mit einem modernen Netz aus Kunststoff verschlossen.

Bild: © Depositphotos.com / richardmlee

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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