Ist der Blinddarm mehr als ein lästiges Übel?

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Jeder Mensch hat einen , aber die meisten bemerken ihn nur dann, wenn er sich entzündet und schmerzt. Ist das der Fall, dann entfernen die Chirurgen ihn und nur eine kleine Narbe erinnert noch an diese vermeintliche Laune der Natur. Jetzt haben Forscher die kleine Ausstülpung im mal ein wenig genauer unter die Lupe genommen und erstaunliches über den Appendix herausgefunden.

Ein Erbe der Evolution

Um mehr über den Blinddarm zu erfahren, sahen sich die Wissenschaftler 533 Säugetierarten an und entdeckten, dass es bei allen diesen Tierarten einen Blinddarm gibt, der aber im Laufe der Evolution nicht immer vorhanden war. Es gab mehr als 30 Zeitpunkte, an denen es der Evolution offenbar sinnvoll erschien, einige Säugetiere mit einem Blinddarm auszustatten, aber es gab keinen Zeitpunkt, an dem der Appendix wieder verschwunden ist. Die Forscher machten sich Gedanken darüber, warum sich zu unterschiedlichen Zeiten bei vielen Tieren ein Wurmfortsatz gebildet hat, bei anderen aber nicht.

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Viele Theorien

Hatte die Bildung des Blinddarms etwas mit dem jeweiligen Nahrungsangebot zu tun oder standen die klimatischen Verhältnisse im Vordergrund? Diese Theorien wurden wieder verworfen, denn die Wissenschaftler fanden heraus, dass das dabei eine entscheidende Rolle spielt. Das lymphatische Gewebe, das auch im Blinddarm vorhanden ist, ist in der Lage, das Wachstum von nützlichen voranzubringen und das stützt die Theorie, dass der Blinddarm kein lästiges Übel ist, sondern vielmehr so etwas wie ein Rückzugsort für durchaus nützliche Darmbakterien. In Zeiten, in denen das Immunsystem dringend Unterstützung durch die Darmbakterien braucht, taucht der Blinddarm in der Evolutionsgeschichte auf, war das nicht der Fall, dann war der Appendix auch kein Thema.

Eine interessante Studie

Schon vor sechs Jahren gab es eine sehr interessante Studie. Sie hat gezeigt, dass , die keinen Blinddarm mehr hatten, häufiger unter einer Darminfektion leiden. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie von dieser Krankheit noch einmal heimgesucht werden, viermal höher als bei denjenigen, die ihren Blinddarm noch haben.

Bild: © Depositphotos.com / starast

Ulrike Dietz