Ohne die Leber läuft im Körper gar nichts

Sie hat eine rotbraune Farbe, erinnert mit ihrem Aussehen an einen Lappen, sie ist im Schnitt 1,5 Kilogramm schwer und ist lebensnotwendig – die Leber. Ohne diese größte Drüse hätte der Mensch keine Chance, zu überleben, denn dieses besondere Organ steuert den Stoffwechsel des Körpers. Auch wenn die Drüse, die ihren Platz im oberen Bereich des Bauches hat, ziemlich robust ist, gibt es einiges, was ihr schaden kann, und wenn sie ernsthaft krank wird, dann ist das für den Menschen lebensbedrohlich.

Das Wunderwerk Leber

Eine gesunde Leber hat eine weiche, glatte Konsistenz und ist von einer sehr festen Bindegewebskapsel umgeben. Bei Frauen bringt die Leber ca. 1,5 Kilogramm auf die Waage, bei Männern sind es sogar 1,8 Kilogramm. Gut die Hälfte des Gewichts ist Blut, denn kaum ein anderes Organ hat einen so hohen Blutgehalt. Aufgebaut ist die große Drüse aus zwei kleinen und zwei großen Lappen, wobei der rechte Lappen größer ist als der linke. Die beiden kleinen Lappen sind unter den großen Lappen und zwischen den beiden liegt die sogenannte Leberpforte, von der sich der Gallengang abzweigt. Neben den vier Lappen wird die Leber in weitere acht Segmente aufgeteilt, die unabhängig voneinander arbeiten. Jedes dieser Segmente besteht aus zwei Millimetern großen, achteckig geformten Läppchen, die wiederum aus Leberzellen bestehen und diese Zellen sind verantwortlich dafür, dass die Leber einwandfrei arbeitet.

Als einziges Organ des menschlichen Körpers besitzt die Leber die Fähigkeit der Regeneration und das macht es möglich, einen Teil des Organs zu spenden, denn in nur acht Wochen hat die Drüse wieder ihre ursprüngliche Größe erreicht.

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Wie funktioniert das Organ?

Die Funktion des größten Organs im menschlichen Körper muss man sich wie eine Müllverbrennungsanlage vorstellen. Aus dem Darm werden Nährstoffe, Vitamine, Fettsäuren und über die Leberpforte in die Drüse geschickt und alles, was der Körper braucht, wird zunächst sortiert und gespeichert. Wenn sich nun ein Organ meldet, zum Beispiel das Gehirn, dann werden die benötigten Nährstoffe freigesetzt und mit dem Blut in Richtung Gehirn auf die geschickt. Auf der anderen Seite wird alles das entsorgt, was nicht benötigt wird, und zwar entweder über die , wenn es sich um wasserlösliche Stoffe handelt, oder über den Darm, wenn es um fettlösliche Stoffe geht.

Die Leberzellen, die sogenannten Hepatozyten, haben die Aufgabe, alte Hormone, Bakterien, kaputte Zellen oder auch Blutkörperchen, die nicht mehr gebraucht werden, aus dem Blut zu filtern. Auch schädliche Stoffe wie , Weichmacher, Pestizide und Ammoniak, der beim Abbau von Eiweiß entsteht sowie Medikamente werden sozusagen entgiftet und dann entsorgt.

Welche Probleme kann es geben?

Da die Aufgaben des Organs sehr vielfältig sind, haben Verletzungen und Erkrankungen weitreichende Folgen. Besonders häufig ist die Leberentzündung oder Hepatitis, und auch die Leberzirrhose kann der Drüse sehr zusetzen. Eine Leberentzündung kann akut sein, aber auch chronisch verlaufen und ganz unterschiedliche Auslöser haben. Meist ist jedoch eine Virusinfektion die Ursache, die eine Hepatitis A, B oder C auslöst. Kommt es zu einer Leberzirrhose, dann wird das funktionierende Gewebe zwar langsam, aber unwiderruflich durch Bindegewebe ersetzt, das die vielseitigen Aufgaben der Drüse nicht erfüllen kann. Die Ursache für eine Zirrhose kann Alkoholmissbrauch sein, für die Lebererkrankung sind aber auch Infektionen zuständig, die durch Viren oder eine Stoffwechselkrankheit ausgelöst werden.

Mediziner sprechen von einer sogenannten Fettleber, wenn der Fettgehalt in den Leberzellen sehr hoch ist. Übergewicht kann eine Fettleber ebenso auslösen wie auch der Missbrauch von Medikamenten, Drogen oder Alkohol. Eine befällt das große Organ jedoch sehr selten und das ist der Krebs. Kommt es zu einem bösartigen Tumor, dann sind meist die Leberzellen betroffen, manchmal aber auch die Gallengänge, die durch das Organ führen oder die großen Blutgefäße.

Bild: © Depositphotos.com / SectoR_2010

Ohne die Leber läuft im Körper gar nichts

Ulrike Dietz