Was passiert, wenn die Kniescheibe rausgesprungen ist?

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Ist die Kniescheibe rausgesprungen, dann ist das für den Betroffenen nicht nur unangenehm, es ist auch sehr schmerzhaft. Viele Sportler kennen diese Art der Verletzung, wenn die sogenannte Patella nicht mehr in der Mitte des Kniegelenks sitzt und das Gehen damit unmöglich macht. Nicht selten gleitet die Kniescheibe von alleine wieder in ihre ursprüngliche Position zurück, aber vielfach muss auch der Arzt helfen, die Patella wieder an ihren richtigen Platz zu bringen.

Welche Aufgabe hat das Kniegelenk?

Ohne das wäre es nicht möglich, das Bein zu beugen oder zu strecken. Streng genommen handelt es sich nicht nur um ein , sondern um zwei Gelenke: das in der Kniekehle und das der Kniescheibe. Dort, wo der Oberschenkelknochen zu Ende ist, bildet sich eine Art Rinne, in die die Kniescheibe gleiten kann. In dieser Rinne fährt das Gelenk auf und ab, je nach Bewegung immer zehn Zentimeter ähnlich wie auf einem Schlitten. Ist die Kniescheibe rausgesprungen, dann ist diese Bewegung nicht mehr möglich und der Unterschenkel kann weder gebeugt noch gestreckt werden. Die Aufgabe des Kniegelenks ist es, die Kraft des Oberschenkels zu verstärken und damit das gelingt, wird die Kniescheibe von einem Faserring und der Patellasehne gehalten. Ist die Sehne zu schwach, dann kann es passieren, dass die Kniescheibe rausspringt.

Welche Symptome gibt es, wenn die Kniescheibe rausgesprungen ist?

Ist die Kniescheibe rausgesprungen, dann sind vielfach sehr schlanke Frauen betroffen, aber die Sehnenschwäche kann auch angeboren sein. Ist das der Fall, dann müssen die Betroffenen immer wieder damit rechnen, dass ihnen die Kniescheibe rausspringt. Wenn die Kniescheibe rausgesprungen ist, dann verursacht das sehr starke Schmerzen und die Patienten halten das Bein meist krampfhaft gebeugt, da die Schmerzen eine Bewegung des Unterschenkels unmöglich machen. Es kann auch zu kleinen Frakturen kommen, vor allem am Oberschenkelknochen oder an der Kniescheibe. Möglich ist auch ein Reißen der Sehnen und ein Bluterguss im Kniegelenk, was die Schmerzen noch verstärkt, wenn die Kniescheibe rausgesprungen ist.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Arzt kann auf einen Blick sehen, wenn die Kniescheibe rausgesprungen ist. Oft ist die Kniescheibe nach der sogenannten Luxation schon wieder in das Gleitlager gerutscht, und wenn das der Fall ist, dann ist es zu einer spontanen Reposition gekommen. Gibt es zusätzlich einen Bluterguss im Kniegelenk, dann schwimmt die Kniescheibe in Flüssigkeit und der Arzt spricht von einer tanzenden Patella. Er wird versuchen, seitlich Druck auf das Kniegelenk auszuüben, wenn dabei Schmerzen verspürt, dann heißt die Diagnose immer Patellaluxation. Um festzustellen, ob es noch weitere Verletzungen gibt, muss der Patient geröntgt werden, für ein besonders klares Bild sorgen hier entweder ein MRT oder ein CT. Sollte es einen Bluterguss geben, dann wird punktiert. Ist die Flüssigkeit blutig, die der Arzt aus dem Erguss zieht, dann deutet das auf einen Sehnenriss hin.

Wie wird die Luxation behandelt?

Eine Luxation der Kniescheibe muss so schnell wie möglich behandelt werden. Damit die Patella wieder in die Rinne gleitet, wird der Arzt das Bein langsam strecken und die Kniescheibe vorsichtig wieder in ihre ursprüngliche Position schieben. Da die meisten Patienten starke Schmerzen haben und die Muskulatur des Beines verkrampft ist, werden schnell wirkende - und Beruhigungsmittel verabreicht. Nachdem die Kniescheibe wieder auf ihrem Platz ist, muss der Patient für die Dauer von drei bis vier Wochen eine spezielle Schiene, eine sogenannte Orthese tragen, die das Kniegelenk in einer stabilen Position hält. Durch diese Schiene ist es den Patienten möglich, das betroffene Bein wieder vollständig zu belasten. Kommt es zu Begleitverletzungen, dann kann auch eine notwendig sein, bei der die Sehne weiter nach hinten versetzt und von innen gestärkt wird.

Bild: © Depositphotos.com / GeorgeRudy

Ulrike Dietz