Skorbut – eine alte Krankheit ist wieder da

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Während Krankheiten wie Typhus, Diphtherie oder auch Milzbrand immer mehr auf dem Rückzug sind, kommt eine andere „alte“ Krankheit wieder: der Skorbut. Vor allem in Australien ist die Krankheit, die viele mit der Seefahrt in Verbindung bringen, wieder auf dem Vormarsch. Rund ein Dutzend Patienten werden australischen Krankenhäusern behandelt und immer lautet die Diagnose Skorbut.

Einzelfälle auch in Europa

Auch in Spanien und in Großbritannien wurden Menschen, die über Zahnfleischbluten, Schwindel, , Fieber und Hautentzündungen klagten, in Krankenhäuser gebracht und auch hier sind sich sicher, dass es sich um Skorbut handelt. Die Krankheit ist nicht ansteckend und kann, wenn sie früh genug erkannt wird, auch gut behandelt werden. Passiert das allerdings nicht, dann führt Skorbut zum Tod. Aber wie kommt es, dass der Skorbut wieder da ist?

Eine Frage der Ernährung

Skorbut ist eine Krankheit, die durch Mangelerscheinungen verursacht wird. Der Mangel an Vitaminen, besonders des Vitamins C, begünstigt den Ausbruch der Krankheit. Aus diesem Grund wurde Skorbut auch die Krankheit der Seefahrer genannt, denn auf den langen Seereisen bekamen die Matrosen keine Vitamine und wurden krank. James Cook war der erste Kapitän, der Fässer voller Sauerkraut mit auf große Fahrt nahm und seine Mannschaft zwang, das Sauerkraut zu essen. Diese Maßnahme war ein Erfolg, denn der Entdecker Australiens verlor keinen einzigen durch Skorbut. Umso erstaunlicher ist es jetzt, dass die Krankheit in einem hoch entwickelten Land wie Australien wieder auftritt.

Zu wenig Obst

Skorbut galt vor allem in den reichen Industrienationen als ausgerottet, denn dort haben Zugang zu Obst und Gemüse aller Art. Australien gehört nach einer Studie zu den zehn Ländern weltweit, in denen sich die Menschen besonders gut ernähren. Offenbar essen sie jedoch zu wenig Obst und wenn sie mal zu Apfelsinen oder greifen, dann nur in gekochter Form und genau durch das Kochen verlieren die Früchte ihre wichtigen Vitamine.

Bild: © Depositphotos.com / basel101658

Ulrike Dietz