Multitasking ist ein Mythos – neue Fakten über das Gehirn

Multitasking ist ein Mythos – neue Fakten über das Gehirn

Das menschliche Gehirn ist ein kleines Wunderwerk, aber es kann noch sehr viel mehr als bisher angenommen wurde. Forscher entdecken immer wieder Neues rund um das Gehirn und dabei werden auch einige Mythen entzaubert, wie zum Beispiel die Fähigkeit des sogenannten Multitasking. Nicht alles, was wir Tag für Tag wahrnehmen, ist eine Sache des Gehirns, vieles wird auch von der Aufmerksamkeit gelenkt.

Erinnerungen immer wieder neu erleben

Erinnerungen werden wie kurze Filmtrailer wahrgenommen, aber das Gehirn spielt nicht immer den gleichen Trailer ab. Die Erinnerungen werden jedes Mal neu rekonstruiert, denn die zuständigen Nervenzellen erfinden immer wieder etwas Neues, wenn wir an bestimmte Ereignisse und Situationen denken. Auch die Stimmung hat einen großen Einfluss darauf, wie wir uns erinnern, je nach Stimmung rücken andere Details in den Vordergrund, ein anderes Mal rücken die Details dann wieder in den Hintergrund.

Multitasking ist ein Mythos

Viele sind davon überzeugt, dass sie mehrere komplexe Dinge gleichzeitig machen können und sie halten sich für wahre Meister des Multitasking. Neurowissenschaftler haben das Multitasking über mehrere Jahre beobachtet und ihr Fazit ist ernüchternd, denn das Gehirn kann nur maximal zwei komplexe Tätigkeiten auf einmal bewältigen. Wer meint, mehr als die zwei Tätigkeiten bewältigen zu können, der irrt sich, denn bei diesem Versuch, mehrere Dinge zur gleichen Zeit erledigen, bleibt immer etwas auf der Strecke.

Die Blindheit mangels Aufmerksamkeit

Ein weiteres Phänomen ist die sogenannte Blindheit mangels Aufmerksamkeit. Nicht alles, was wir sehen können, kommt auch tatsächlich im Gehirn an. Es ist die Aufmerksamkeit, die dafür sorgt, dass uns bestimmte Dinge bewusst werden. Das Gehirn arbeitet mit der Aufmerksamkeit sehr eng zusammen und beide nehmen nur das auf, was für den Moment wichtig ist, alle andere Dinge, die nicht ins Bild passen, werden einfach ausgeblendet. So spart das Gehirn Energie, die für andere Momentaufnahmen benötigt wird, damit wir das wirklich Wichtige nicht verpassen.

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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